{"id":4714,"date":"2020-08-19T18:30:46","date_gmt":"2020-08-19T18:30:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=4714"},"modified":"2020-08-19T18:32:06","modified_gmt":"2020-08-19T18:32:06","slug":"kirchenordnung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=4714","title":{"rendered":"Kirchenordnung"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><b>\u201eKirchendisziplin\u201c zu Fr\u00fccht und Schweighausen 1703 <\/b>(nach dem 2. KB)<b><br \/>\n<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Ehe-Stand und dem h[eiligen] Sacrament la\u00dfen, der nicht den Catechismum oder einen notwendigen Bericht und Bekantn\u00fc\u00df von denen Hauptst\u00fccken der christlichen Lehr zu thun wei\u00df.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Bey die\u00dfer gantzen und wohlgemeindten Verordnung und sonderlich, wo diese, wofern eben nicht nahmhafft gesetzet oder die Umst\u00e4ndte etwa eine Erh\u00f6hung leyden m\u00f6gen, soll jedesmahl die\u00dfe gute Discretion und Maa\u00df gehalten, auch all behutsam verfahren werden, damit die gewe\u00dfene \u2026 einen &lt;&#8230;&gt; \u2026 Bu\u00df nicht \u00fcberschritten und in &lt;&#8230;&gt; h\u00e4rter strafen, so der Obrigkeit &lt;&#8230;&gt; \u2026 verwandelt werden.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Damit nun die\u00dfe Kirchen-Disciplin einem jeden desto gemeiner und kund werde m\u00f6ge, soll solche allemahl mit angehendem \u2026 Jahr auf dem ersten Advents-Sontag offentlich von der Canzel denen Gemeinen vorgelesen werden, mit Vorbehalt befindenden <\/i>[pag.]<i> Dingen und Umst\u00e4nden nach dieselbe zu mindern und zu mehren. Uind wie dieses alles zu des gro\u00dfen Gottes Ehren und Auferbauung aller Pfarrkinder angese&lt;&#8230;&gt;, also wolle derselbe ein gesegnetes \u201eAmen\u201c dazu sprechen: Amen!<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>De\u00dfen zu wahrem Uhrkund habe die\u00dfe eigenh\u00e4ndig unterschrieben und mit meinem angebohrnem freiherr[lichen] Insiegel bekr\u00e4fftiget. So gegeben zu Na\u00dfau, den 29ten Novembris des 17&lt;&#8230;&gt; Jahrs.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Ludtwig Christoph Freyherr von und zum Stein [subscripsit]<\/i><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Johann Friederich Frantz, Freyherr von und zum Stein [subscripsit]<\/i><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Formula juramenti, welchen ein jeder Kirchensenior abzuschweren hat: \u201eIhr N. N. werdet angeloben und schweren &lt;&#8230;&gt;\u201c<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">[pag.]<i> Freih[errlich] Steinsche erneuerte Kirchen-Disciplin zu Fr\u00fccht und Schweighau\u00dfen de anno 1703<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">[pag.]<i> I[n] N[omine] D[omini] N[ostri] J[esu] C[hristi]!<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Ich Johann Ludwig Christoph Freiherr von und zum Stein, Herr zu Fr\u00fccht und Schweighau\u00dfen, f\u00fcge hiermit zu wi\u00dfen: <\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>[Aufgaben der Pfarrer]<\/b><i> Demnach meinen Pfarrern und Predigern zu gedachtem Fr\u00fccht und Schweighau\u00dfen wegen tragenden Seelen-Hirten-Ambts oblieget und geb\u00fchret, ihrer anbefohlenen Pfarr-Kinder Leben und Christenthum eingentlich zu erforschen und zu wi\u00dfen, damit sie al\u00df seine Hirten desto be\u00dfer h\u00fcten, die Schaafe, \u00fcber welche sie auch Rechenschafft zu geben, nach Gottes Befehl weiden, der Schwachen pflegen, die Krancken heilen, die Verwundete verbinden, die Verirrete wieder einholen, die Verlohrne suchen und also verh\u00fcten, damit ihre anbefohlene Pfarr-Kinder nicht wie hirtenlose Schafe in der Irre bleiben, darin stecken und verderben m\u00f6gten. De\u00dfwegen dann sie Pfarrern und Predigern ihre Pfarr-Kinder nicht allein bey nothleydenden Krancken, sondern auch gesunden Zustandt nach <\/i>[pag.]<i> Gelegenheit und erhaischender Nothdurfft einen und den andern besuchen, oder nach Beschaffenheit die Persohnen zu sich fordern nach ihrem Wesen und Wandel, Erkantni\u00df und Furcht Gottes. Ob sie sich des gepredigten Worts des Herrn w\u00fcsten zu Nutz zu machen und zu appliciren, dem solten \u2026 \u2026 mit besonderer Freundlichkeit und Bescheidenheit befragen, dabey sie \u2026 der Sachen unterrichten, lehren, \u2026 und tr\u00f6sten, aber alle Mi\u00dfbr\u00e4uche verh\u00fcten sollen. Von welchen n\u00fctzlichen Seelen-Hirten-Ambts Besuchungen sie sich ob&#8230; schon von denen Pfarrkindern hier&#8230; nichts erf\u00f6rtert w\u00fcrden oder ungesch&#8230; Leute sie nicht gern s\u00e4hen nicht \u2026 schrecken, sondern vielmehr dem Exempel des Apostels Pauli \u2026 \u2026, der drey Jahr Tag und Nath nicht unterla\u00dfen, einen jeglichen mit Thr\u00e4nen \u2026 nachfolgen sollen, eingedenck, da\u00df auch Gott der H[err] solches von ihnen fordert, da er die nachl\u00e4\u00dfige Hirten straffet und dan Weg \u00fcber sie schreyet. Jerem. 23<\/i><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><i> und Ezech. 53 und &amp;c.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Nicht weniger sollen auch Pfarrer und Prediger die Jugend in den Schulen \u00f6ffe&lt;ntlich&gt; examiniren, wie selbige in dem Lesen, <\/i>[pag.]<i> Schreiben und in dem Catechismo zunehmen, was vor Fr\u00fcchte die Schulmeister bey der Jugend schaffen, demn\u00e4chst auch die Weibs-, sowohl al\u00df Mannspersohnen zum christlichen Gesang anwei\u00dfen, gestalten nach solchen n\u00fctzlichen seelensorgenden Besuchungen, Examinir- und Anwei\u00dfung, die in den Kirchen beym offent[lichen] Gottesdienst auf der Cantzel desto erbaulicher alle und jede Lehren vermehren, straffen und tr\u00f6sten k\u00f6nnen. Und sollen die Eltern hierbey ermahnet seyn, ihre Kinder von sechsten Jahr ihres Alters an, so lang, bi\u00df sie lesen und ihren Catechismum fertig b\u00e4ten k\u00f6nnen, zur Schul zu halten und soll ihnen nicht frey stehen, ihre Kinder herau\u00df der Schulen zu nehmen, sondern bey Straff so wohl in S\u00fcndruh <\/i>[Sendr\u00fcge]<i>, al\u00df auch der g[n\u00e4]d[i]g[en] Herrschafft dazu angehalten werden. Welche Eltern aber hierinnen vorsetzlich nachl\u00e4\u00dfig erfunden w\u00fcrden, sollen nichtsdestoweniger das Schulgeld erlegen.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>[Aufgaben der Sendsch\u00f6ffen] <\/b><i>Damit aber, weilen denen Pfarrern die genaue Aufsicht \u00fcberall und auf jede zu haben zu schwer fallen d\u00fcrffte, ihnen hierinnen etwas unter die Arm gegriffen und die Eingepfarrte desto be\u00dfer aufgemercket werden m\u00f6gen, so sind zu mehrer Erbau- <\/i>[pag.]<i> -ung in jedem Dorff zween ehrbahre, gottesf\u00fcrchtige Persohnen au\u00df der Gemeinde zu \u00c4ltesten und S\u00fcnd-Sch\u00f6pffen be&#8230; und angenommen, welche nicht allein \u2026 und besonders \u00fcber und wieder b\u00f6\u00df, \u00e4rgerliches, s\u00fcndhafftes Leben und Verhalten treulich mitwachen und Aufsicht haben, auch nachforschen sollen, wie sich Eheleute, Eltern, Kinder und Gesinde verhalten? Ob sie flei\u00dfig zur Kirchen und zum Tisch des Herrn gehen? Welcher S\u00fcnd-Sch\u00f6ff nun in einem oder dem andern einen Mangel versp\u00fchren wird, der soll solches bey seinen Pflichten ohnges\u00e4umet seinem Pfarrer anzeigen, damit derselbe auf Mittel und Wegen, wie dem Unheil abgeholffen werden, bedacht seyn m\u00f6ge. Solche S\u00fcnd-Sch\u00f6ffen sollen auch einer um den andern die Sonn- und Feyertag unter den Predigten auf den Ga\u00dfen herumgehen und auf diejenigen, so auf den Ga\u00dfen, Wirthsh\u00e4u\u00dfern, Werckst\u00e4tten, Scheuern oder sonsten anderswo au\u00dferhalb der Kirchen sich befinden, flei\u00dfige Achtung geben und solche zur Straff anzeigen, auch hierinnen gerad durchgehen und keines, er seye Freund oder Feind, verschonen, weniger sich durch Versprechung oder andern Gewinstes halben hiervon abwen- <\/i>[pag.]<i> -dig machen la\u00dfen. Zu welchem Ende dann Pfarrern und \u00c4ltesten alle monatliche Bett-Tage an bestimten Ort ohnaufschieblich zusammen kommen, von vorgefallenen Dingen in Verschwiegenheit (masen die Schw\u00e4tzer mit willk\u00fchriger Straff andern zum Beyspiel anzusehen sind) reden, die vorgeforderte Persohnen nach Beschaffenheit der Umst\u00e4nden erinnern, straffen, tr\u00f6sten und zu g\u00fcttlicher Vereinig- und Vergleichung in Mi\u00dfverst\u00e4ndni\u00dfen, auch Ablegung alles Ha\u00dfes und Grolls ermahnen sollen. Im Fall aber solche vom denen Pfarrern und \u00c4ltesten vorgeforderte Persohnen nicht erschienen, sondern ohn alle erhebliche Uhrsachen ohngehorsamlich au\u00dfgeblieben w\u00e4ren, sollen dieselbe durch Gef\u00e4ngn\u00fc\u00df oder andere Strafen, wie es die Umst\u00e4ndte oder Beschaffenheit erheischen werden, zu Leistung ihrer Schuldigkeit und Gehorsams angehalten werden. Alles nun, was bey solchen Kirchenversamlungen vorgetragen, von denen vorgenommenen Persohnen geantworttet, darauff deliberiret <\/i>[beraten]<i> und beschlo\u00dfen wird, soll durch den Pfarrer jedesmahl in ein absonderlich Protocoll verzeichnet und zur Nachricht gleich andern <\/i>[pag.]<i> Kirchen-Sachen zum Besten bewahret werden und solches qua&#8230; <\/i>[<i>qualiter<\/i> ?]<i> taliter der g[n\u00e4]d[i]g[en] Herrschafft vorzuzeigen und zu \u00fcberliefern.<\/i><\/p>\n<ol>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Wer demnach bey gesundem Leibe ohne erhebliche Uhrsachen und Entschuldigung, welche er dem Pfarrer oder Kirchen Seniorn soll anzeigen, an Sonn-, Feyer- und Bett-Tagen, wie auch wenn Wochen Predigten gehalten werden, nicht zur Kirchen gehet, Gottes Wort zu h\u00f6ren, soll zur Straf erlegen &lt;&#8230;&gt;.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Wer auf Sonn-, gantze Feyer- oder Festtage im Felde oder sonsten ohngeb\u00fchrende Arbeit verrichtet oder vor der Predigt seinen Gesch\u00e4fften nach \u00fcber Feld rei\u00dfet und dardurch mit Versaumn\u00fc\u00df des Gottesdienstes das dritte Gebott vorsetzlich entheiliget, der soll jedesmahl zur Straf erlegen 9 alb. Wer aber daheim mit Fremten oder Einheimischen, Juden und Christen, mit Vieh oder andern Dingen handelt, kauff&lt;et&gt; oder verkauffet, es sey vor oder unter der Predigt, und solch erhandeltes Vieh an solchen Sonn- oder Fest-Tagen zum Dorff hinau\u00df treibet, der soll, sowohl K\u00e4uffer al\u00df Verk\u00e4uffer, jedesmahl 18 alb. zur Straf erlegen. <\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">[pag.] <i>Die Hurer und dergleichen sollen zur offentlichen Kirchen-Bu\u00df gezogen, solche aber zur g[n\u00e4]d[i]g[en] Herrschafft Belieben allein verwi\u00dfen werden, daneben aber doch die Ubertretter der Kirchen 6 Kopffst\u00fcck erlegen.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Welchem etwa ein Fluch nicht eben au\u00df vorsetzlicher Bo\u00dfheit entf\u00e4hret, soll 1 alb., wer sich aber etwas gr\u00f6blich mit gottesl\u00e4sterlichen Worten und Fl\u00fcchen andern zum \u00c4rgern\u00fc\u00df vergreiffet, 9 alb. zur Kirchen-Bu\u00df erlegen. Die gar \u00e4rgerliche Fl\u00fccher und L\u00e4sterer aber, bey denen keine Kirchen-Bu\u00df und Vermahnung helffen wollen, geh\u00f6ren schlecht n\u00e4chst Gottes Gericht in die obrigkeitliche ernste Straf.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Item W\u00fcrfel-, Karten- und Kegelspieler auf Sonn- und Feyertage, wobey gemeiniglich Gott, der Allerh\u00f6chste, durch Fluchen und Schweren gel\u00e4stert wird, auch wer solche Spieler hau\u00dfet und beherberget oder solche \u2026 in seinem Hau\u00dfe duldet, sollen mit empfindlicher Straf angesehen werden.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Item wer Kirchen, Schulen und dazugeh\u00f6rige Dinge besch\u00e4diget, werden alle nach Gestalt der Sachen gestrafet.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Wer sich des Wiedertaufs annimmt, heimliche Versamlungen anrichtet, Secten machet oder denenselben anh\u00e4nget, es sey Mann oder Frau.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Item wer die h[eilige] evangelische Sacramenten verachtet, von dem h[eiligen] apostolischen Glauben nichts h\u00e4lt oder darwieder handelt und christlicher Ordnung nicht gem\u00e4\u00df \u2026, de\u00dfen soll der Pfarrer jeden \u2026 casum genaulig inquiriren und g[n\u00e4]d[ig]er Herrschafft dar\u00fcber zuforderst referiren und weil es eine \u2026 criminalibus annexa, Dero g[n\u00e4]d[i]g[en] Verordnung einholen.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Welche lesen k\u00f6nnen und ihre Gesang- oder Gebett-B\u00fccher nicht mit sich in die Kirche bringen und au\u00df denselben neben andern Gott mit and\u00e4chtigem Hertzen loben und prei\u00dfen helffen, soll jeder jedesmahl erlegen 1 alb. Und sollen die, so in der Trauer sind, nicht au\u00dfgeschlo\u00dfen seyn, auch ihren Standt in der Kirchen deswegen nicht \u00e4ndern, bey Straf 12 alb.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Wann wochentliche Betstunden gehalten werden und nicht au\u00df jedem Hau\u00dfe auf Wenigste etliche Persohnen in die Kirch kommen, so soll der Hau\u00dfvatter, so offt solches geschiehet, zur Straf geben, 3 alb.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Welcher nicht mit Hertzensandacht die Predigt g\u00f6ttliches Worts anh\u00f6rt, sondern durch Schlafen, nachl\u00e4\u00dfiges Umgaffen und ohnn\u00f6thiges, in die Kirchen zumahl nicht geh\u00f6rendes Geschw\u00e4tz oder auch s\u00fcndliches Gel\u00e4chter die Zeit vorbeygehen l\u00e4\u00dfet, soll zur Straf erlegen 3 alb.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Welche nicht, wann die allgemeine Collecte, die gew\u00f6hnliche Beicht, Absolution und das Gebet vor die drey Haupt-St\u00e4nde der Christenheit geb\u00e4tet wird, auf ihre Knie niederfallen, sollen zur Straf geben 3 alb.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Welcher von dem jungen Gesind bey der Kinderlehr nicht erscheinet, soll zur Straf erlegen 2 alb., die Erwachsene und Wiederspenstige aber jedesmahl 9 alb.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Welche in der Kirchen, es sey Mann- oder Weibspersohn, des pristerlichen Segens <\/i>[pag.]<i> ohne habende Ursachen nicht erwarten, sondern vor demselben hinau\u00dflauffen, sollen zur Straff erlegen 9 alb.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Welche nach gesprochenem Segen nicht z&lt;\u2026&gt; eher sie au\u00df der Kirchen gehen mit Andacht dem H\u00f6chsten vor die verliehene Gnade und Geist hertzlich danken, sollen erlegen, 2 alb.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Welcher zur Beicht und Absolution und darauf des Tisches des Herrn sich &lt;&#8230;&gt; und nicht zuforderst mit seinem &lt;&#8230;&gt; Nechsten eine Vers\u00f6hnlichkeit eingehet, soll, sofern es die \u00c4ltesten in Erfahrung bringen, nechst einer &lt;&#8230;&gt; Wort Straff erlegen 18 alb.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Welcher sich des h[eiligen] Abendmahls gebrauchet und darauf sein Leben nicht be\u00dfert, sondern mit abermahliger Feindseligkeit, Scheltwort und Schl\u00e4gen an seinem Nechsten sich vergreiffet, der soll, was die Scheltwort und Schl\u00e4ge anlangt, von der Obrigkeit gestrafet werden, was aber die unw\u00fcrdige Niesung des h[eiligen] Sacraments und <\/i>[pag.] <i>da\u00df er den h[eiligen] Leib und Blut Jesu Christi, unsers Erl\u00f6sers, mit F\u00fc\u00dfen getretten und den Geist der Gnaden ver\u00e4chtlich gehalten, betrifft, der Kirchen gleichfal\u00df mit drey Kopfst\u00fcck Straf angewiesen seyn und soll absonderlich hiervon g[n\u00e4]d[i]g[en] Herrschafft gehorsamlich referirt werden.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Wer an Sonn-, hohen Fest- oder Feyer-Tagen vor oder unter den Predigten von Einheimischen im Wihrtshau\u00df gefunden wird, der soll, was die Zecher und Tr\u00e4ncker anlanget, erlegen 18 alb., der Wihrt aber, da\u00df er solchen Wein- Bier oder Brantewein gezapfet, 36 alb. erlegen.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Es sollen die Wahrsager und Segensprecher, wie auch alle, so bey ihnen Rath und H\u00fclfe suchen, al\u00df wordurch der allsehende Gott auf das H\u00f6chste gel\u00e4ster und beleidiget, wie auch das gantze Christenthum bo\u00dfhafftig und frevelerwei\u00dfe umgestosen wird, mit einer offentlichen Kirchen Bu\u00df angesehen werden, die obrigkeitliche Straf auch gleichfal\u00df darneben ihnen vorbehalten werden.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">[pag.]<i> Wer nur dahin trachtet, seinen N\u00e4chsten zu diffamiren und durch allerley b\u00f6se Nachreden und Verleumdungen seinen ehrlichen Nahmen wieder des h\u00f6chsten Gottes au\u00dfdr\u00fcckliches Gebott abzu&lt;&#8230;&gt;, soll zur geb\u00fchrender empfindlicher Straf gezogen werden.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Wer bey Hochzeiten hinf\u00fcro, wie bi\u00df&lt;her&gt; geschehen, er sey frembd oder einheimisch, einen Schu\u00df thut oder nur eine Flinte oder Rohr dabey sehen l\u00e4\u00dfet, soll 18 alb. zur Straff erlegen, so offt er schie\u00dfet.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Das Zug-Vieh kann man zwar an den Feyer- und Bet-Tagen hinau\u00df auf die Weide treiben, aber es soll auch \u2026 eher der Gottesdienst angehet, wieder heimgetrieben und unter denen Predigten \u2026 \u2026 gehalten werden, damit der H\u00fcter keiner die Predigt vers\u00e4ume, bey Straf 6 alb. Aber es soll nur von zwey oder dreyen geh\u00fctet werden und der H\u00fcter keiner auf den Mittag den Gottesdinst vers\u00e4umen bey \u2026 6 alb. 3 \u2026 \u2014 NB. Die\u00dfer Punct ist \u2026 bey \u2026 von gn[\u00e4]d[i]g[er] Herrschafft den 25 Junii 1704 \u2026 \u2026, wie au\u00df der Beylag zu sehen ist.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">[pag.]<i> Obbeschriebene Ordnung sollen alle Beysa\u00dfen, wes Glaubens auch dieselbige seyen, gehorsamlich nachzuleben verbunden, zugleich auch die Hirten gehalten seyn, in der Zeit, wann sie mit dem Vieh nicht hinau\u00dffahren, gleich andern bey dem Gottesdienst sich flei\u00dfig einzufinden, sonsten aber mit ihrem Vieh vor dem dritten Zeichen zum Dorff hinau\u00dffahren bey Straf 9 alb.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Welcher \u00c4ltester etwas \u00c4rgerliches und Strafbahres wi\u00dfend[lich] verschweiget und durch die Finger siehet, der soll jedesmahl verfallen seyn 9 alb.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Bey welchem S\u00fcnd-Sch\u00f6pffen aber ein sonderlich unverantworttlicher Vorsatz, straff\u00e4llige Sachen zu vertuschen oder sonsten die anbefohlene Ambts-Geb\u00fchr gantz ohnachtsam hindanzusetzen, sol&#8230; gesp\u00fcret werden (wie wohl man sich de\u00dfen zu keinem, deme solches Werck vertrauet, versiehet), so soll derselbe mit Entsetzung seiner Ehren <\/i>[pag.]<i> -\u00c4mbter und sonsten mit anderen \u2026 angesehen und gestraft werden, \u2026 \u2026 sich im Gegentheil von der Obrigkeit Gnad und Gutes zu getr\u00f6sten.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Hingegen aber weill bey solcher Aufsicht, M\u00fche und Undanck sich er\u00e4ugnen, damit die ihres Ambts sich desto weniger zu beschweren haben und desto mehr ermuntert werden, soll ihnen das halbe Theil von solchen eingesambleten Kirchenbusen zur Erg\u00f6tzlichkeit geg\u00f6nnet und alle Wege in Halb- oder Jahresfrist unter sie au\u00dfgetheilet, die andere Helffte aber dem Pfarrer gereichet und die Helffte davon von der Kirchen verwendet werden.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Endlich sollebn auch die Pfarrer und S\u00fcnd-Sch\u00f6pffen auf diejenigen, so zum Nachtmahl gehen, zu Gevattern stehen odrr Hochzeit halten wollen, flei\u00dfig Achtung geben, da\u00df sie ihren Catechismum oder zum Wenigsten die Hauptst\u00fccke christlicher Lehre wi\u00dfen und keinen zum [ ]<\/i><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<hr \/>\n<p><strong><span style=\"font-size: 10pt;\">Anmerkungen<\/span><\/strong><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a><b> Ludwig Christoph Freiherr Stein zu Nassau:<\/b> * 1646, + 16.02.1707; Sohn von Ludwig Stein zu Nassau (* 30.07.1604, + 27.02.1650 Oberlahnstein, bg, Nassau); Ritterrat; auf Fr\u00fccht und Schweighausen; oo 29.12.1670 Aschaffenburg mit Anna Promissa von Eltz zu Rodendorf (1650\u20131718, katholisch)<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p class=\"sdfootnote\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2 <\/a><b>Johann Friedrich Franz Freiherr Stein zu Nassau:<\/b> 1676-1717; kurtrier. Oberj\u00e4germeistrer; oo 31.08.1701 Durlach mit Mechtild von Gemmingen<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Jeremia 23: Gegen die b\u00f6sen Hirten<\/span><\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><b>Letztes Update: 19. August 2020<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: small;\"><b>Ralph Jackmuth<\/b><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eKirchendisziplin\u201c zu Fr\u00fccht und Schweighausen 1703 (nach dem 2. KB) Ehe-Stand und dem h[eiligen] Sacrament la\u00dfen, der nicht den Catechismum oder einen notwendigen Bericht und Bekantn\u00fc\u00df von denen Hauptst\u00fccken der christlichen Lehr zu thun wei\u00df. Bey die\u00dfer gantzen und wohlgemeindten Verordnung und sonderlich, wo diese, wofern eben nicht nahmhafft gesetzet oder die Umst\u00e4ndte etwa eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=4714\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eKirchenordnung\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-4714","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4714","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4714"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4714\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4714"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}