{"id":4711,"date":"2020-08-19T18:28:25","date_gmt":"2020-08-19T18:28:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=4711"},"modified":"2020-08-19T18:33:12","modified_gmt":"2020-08-19T18:33:12","slug":"schulordnung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=4711","title":{"rendered":"Schulordnung"},"content":{"rendered":"<p><b>[1] Instruktionen f\u00fcr den Schulmeister <\/b>(nach dem 2. KB)<b><br \/>\n<\/b><\/p>\n<p><i>Herrschafftliche Instruction f\u00fcr einen Schuhl-Meister<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>I) Soll der Schul-Meister seine untergebene und anvertraute Kinder ansehen al\u00df Kinder, die ihm auf seine Seele gegeben sind und derohalben treulich \u2026, da\u00df der keines durch seine Schuld entweder in &lt;&#8230;&gt;licher Unterwei\u00dfung des Guten oder &lt;n\u00f6&gt;thiger Warnung f\u00fcrm B\u00f6sen verwahrloset werde. Und darum seine Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinne zuforterst und f\u00fcr allen Dingen zu Fr\u00f6mmigkeit und Gottesforcht al\u00df der \u2026 \u2026, auf das Flei\u00dfigste anf\u00fchren mit Furhaltung und \u2026 Erinnerung \u2026 die, dafern sie sich der Gottesforcht &lt;&#8230;&gt;li\u00dfen und das b\u00f6se meydeten, Gottes glorreichen Seegen zu Seel und Leib w\u00fcrden \u2026 gewarten. Wiedrigenfal\u00df aber so sie es unterliesen, lauter Fluch und Unseegen zu f\u00fcrchten haben.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>II) Deswegen dann die Schularbeit niemahls ohne vorhergegangenem eyfrigem und and\u00e4chtigem <\/i>[pag.]<i> Gebeth soll angefangen werden, sondern sobald die Kinder beysammen sind, sollen sie mit erhabenen H\u00e4nden und &lt;&#8230;&gt;licher Stimme niederkniend den barmhertzigen Gott vom Himmel und seinen Seegen und gn\u00e4digen Beystand seines guten Geistes hertzinniglich anruffen und solches zwar unter andern in dem Gebeth des &lt;&#8230;&gt; Pauli, so zu finden Eph. 3, v[ersus] 14 ad finem<\/i><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><i>, dem Vatter Unser und andern hierzu dienlichen Gebethen. Darauff solle ein Capitel au\u00df dem N[euen] T[estament] gelesen und die andere Lectiones verh\u00f6rret werden, und so es \u2026 leydet, soll damit nicht nur zum zweiten, sondern auch zum dritten Mahl die Wiederhohlung geschehen. Endlich aber, gleichwie der Anfang mit dem Gebeth gemacht worden, also soll gleicher Gestalt damit geendiget und die Jugend nach Hau\u00df gela\u00dfen werden. Und zwar soll solches nebst dem Vatter Unser und andern f\u00fcr die drey \u2026 \u2026 gerichtete Geb\u00e4thern geschehen mit dem 67 [Psalm] des K\u00f6niges und Propheten Davids.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\"><\/a><i>II) Es soll aber die Schuhl 3 Stund vor und 3 Stund nach Mittag gehalten und <\/i>[pag.]<i> zur rechten bestimten Zeit und Stund angefangen, auch durch des Schuhl-Meisters Privat-Gesch\u00e4ffte nicht vers\u00e4umet, viel weniger das Verh\u00f6r der Kinder, der Frauen oder sonst einem andern \u00fcbertragen werden, sondern es soll der Schul-Meister seines Ampts warten, alle Treu, Eyffer und Liebe in dem Informirn gegen seine anvertrauten Jugend erwei\u00dfen; zuforterst den kleinen Catechismum des s[eligen] Mannes Lutheri, al\u00df das g\u00fcldene Kleinod der evangelischen Kirchen, daneben auch die weittere Erleuterung der na\u00dfauischen Fragen mit denen au\u00df Gottes Wort beygef\u00fcgten Spr\u00fcchen flei\u00dfig treiben und ein jedes nach seiner Capacit\u00e4t im Lesen, Bethen, Singen, Schreiben und Rechnen treulich unterrichten.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>IV) Da die Schul um Michaelis Tag angefangen worden, soll selbige in den Sommer hinein so lang gehalten werden, al\u00df die Kinder von denen Eltern k\u00f6nnen geschickt werden.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>V) Und so ja der Schuhl-Meister au\u00df <\/i>[pag.]<i> dringender Noth (dann des unn\u00f6thigen Umherlauffens, dadurch nur sein Ambt vers\u00e4umet wird, soll er sich g\u00e4nzlich enthalten) verrei\u00dfen m\u00fc\u00dfe und etwan die Schul einige Tag zur\u00fcckstellen, soll er solches vorher dem Pfarrer anzeigen und um Erlaubnu\u00df bitten.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>VI) Auch was sonsten zu Unterwei\u00dfung der Kinder dienliches f\u00fcrzunehmen sey, darinnen soll er nicht seines eigenen Gefallens nach verfahren, sondern sich an die vom Pfarrer hierzu vorgeschriebene leges halten.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>VII) Weill auch zur Sommerszeit, da die Kinder nicht zur Schulen kommen, dasjenige, was sie vorher gelernet, und mit gro\u00dfer M\u00fche ihnen beygebracht worden, zimlichermasen verge\u00dfen, al\u00df soll er die Kinder am Sontag, da das erste Zeichen zur Kinderlehr gegeben worden, zu sich kommen la\u00dfen und sie in der Stunde, bi\u00df das Zusammenl\u00e4uten geschehen soll, <\/i>[pag.]<i> anhalten, dasjenige zu lernen, was in der Kinderlehr soll abgehandelt werden, auch daneben vernehmen, was ein jedes au\u00df der Fr\u00fchpredigt behalten habe.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>VIII) Auch soll der Schul-Meister an Sonn-, Feyer- und Bethtagen, in Gleichem auch wann Wochen-Predigten und Beth-Stunden gehalten werden, zur rechten Zeit an und zusammenl\u00e4uten und weder eher, noch langsamer, seines Gefallens nach die Uhr dabey gehen la\u00dfen.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>IX) Die Kirch soll er sauber und rein halten und wenigsten alle vier Woche au\u00dfkehren.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>X) Das Schul-Hau\u00df und dazugeh\u00f6rige Geb\u00e4u sollen von ihm wohl in Acht genommen und nichts vorsetzlicher- oder muthwilligerwei\u00df darin vera\u00fc\u00dfert werden.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>XI) In allen St\u00fccken aber soll er sich also in <\/i>[pag.]<i> seinem Leben und Wandel auff\u00fchren, da\u00df nicht allein die gantze Gemeinde, sondern auch insonderheit der Jugend ein gut Exempel an ihm nehmen k\u00f6nne. Deswegen er dann mit einem jedem sich fried- und schiedlich vertragen, mit seinem Weibe und Hau\u00dfgeno\u00dfenen in Einigkeit leben, des Spielens und Saufens enthalten, seinem Pfarrer aber den geb\u00fchrenden Gehorsam erwei\u00dfen und demnach alle \u00c4rgern\u00fc\u00df verh\u00fcten und vermeyden soll.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>XII) Wird nun die\u00dfen vorgesetzten Puncten der bestelte Schulmeister zu Fr\u00fccht treulich nachleben, so hat er sich aller Gnade von der Herrschafft und Liebe vom Pfarrer und der Gemeine zu tr\u00f6sten, auch nachgesetzte Bestallung zu genie\u00dfen, da im Gegentheil, so er die \u2026 oder was sonsten der christlichen Zucht und Ehrbahrkeit gem\u00e4\u00df ist, zuwieder handlen solte, <\/i>[pag.]<i> wird er seines Dinstes so bald erla\u00dfen und hiermit g\u00e4ntzlich beuhrlaubet seyn.<\/i><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>[2] Bestallung des Schulmeisters <\/b>(nach dem 2. KB)<b><br \/>\n<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Schul-Bestallung zu Fr\u00fccht<\/i><\/p>\n<ol>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Von einem jeden Kind, so zur Schul gehet, hat der Schulmeister auff Ostern zu gewarten 1 [fl.] 36 Pet[ermenger]<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Item von einem jeden Kind einen Wagen Holtz<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Von einem jeden B\u00fcrger in der Gemeine auff Martini ein Simmer Korn, so ihm ins Hau\u00df geliefert wird<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Hat er von einem besondern Gut, so zur Schul von gn[\u00e4]d[iger] Herrschafft au\u00df denen Kirchengutern gegeben worden, den Genu\u00df zu ziehen, so gut er nur kann, wobey er in specie so viel Wi\u00dfwach\u00df hat, da\u00df er eine Kuh reichlich au\u00dfbringen kann<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">[pag.]<i> So es Mastung in dem Wald giebt, so treibt er so viel al\u00df ein B\u00fcrger treibet<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Ist er des ganzen Jahrs hirtenfrey, da\u00df er seines Viehs halben keinem nicht zu geben hat<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Hat er freye Wohnung mit Scheuer und St\u00e4llen<\/i><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Wegen des L\u00e4utens oder Glockenamts hat er von einem jeden, der auch nur einen Zehenden im Feld einzuernden hat, zu empfangen eine Korn- und eine Hafergarb, wobey zu mercken, da\u00df so mancherley Gut einer hat, so viel Garben mu\u00df ergeben, welches dann praeter propter auch ein &lt;Malter&gt; Korn und etwas mehr al\u00df so viel Hafer ertr\u00e4get; item auf Martini hat er von einem jeden B\u00fcrger zu empfangen einen Leib Brod.<\/i><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>NB. Wegen des obgedachten Kirchen- oder Schulguts soll er j\u00e4hrlich dem Kirchen-Meister Zin\u00df geben 7 [fl.] 8 alb. 2 d. Weill er aber vom Kirchen-Meister j\u00e4hr[lich] empfangen soll 5 [fl.] wegen der Schul und 2 [fl.] wegen des Glockenambts, so l\u00e4st er die\u00dfe 7 [fl.] \u2026 vnd giebt alle Jahr auf Martini dazu 8 alb. 2 d.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">[pag.] <i>An eingef\u00fchrten Accidentien hat ein zeitiger Pfarrer dahier wegen Casual-Verrichtungen zu gewarten laut des alten Kirchen-Buches:<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>1) Von einem Kind zu tauffen 12 alb.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>2) Von der Confirmation eines ieden Kindes 12 alb.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>3) Von einer Proclamation 12 alb.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>4) Von einer Hochzeit und dabey vor seyende priester[liche] Copulation 1 [Rtl.] und 54 alb.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>5) Von einem Begr\u00e4bni\u00df oder Leiche 1 [fl.] oder 36 alb.<\/i><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong><span style=\"font-size: 10pt;\">Anmerkungen<\/span><\/strong><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote\" align=\"JUSTIFY\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\"><span style=\"font-size: 10pt;\">1 <\/span><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Eph 3,14-21: 14 Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, 15 von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat, 16 dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, gest\u00e4rkt zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, 17 dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne. Und ihr seid in der Liebe eingewurzelt und gegr\u00fcndet, 18 damit ihr mit allen Heiligen begreifen k\u00f6nnt, welches die Breite und die L\u00e4nge und die H\u00f6he und die Tiefe ist, 19 auch die Liebe Christi erkennen k\u00f6nnt, die alle Erkenntnis \u00fcbertrifft, damit ihr erf\u00fcllt werdet, bis ihr die ganze F\u00fclle Gottes erlangt habt. 20 Dem aber, der \u00fcberschw\u00e4nglich tun kann \u00fcber alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, 21 dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><b>Letztes Update: 19. August 2020<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: small;\"><b>Ralph Jackmuth<\/b><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[1] Instruktionen f\u00fcr den Schulmeister (nach dem 2. KB) Herrschafftliche Instruction f\u00fcr einen Schuhl-Meister I) Soll der Schul-Meister seine untergebene und anvertraute Kinder ansehen al\u00df Kinder, die ihm auf seine Seele gegeben sind und derohalben treulich \u2026, da\u00df der keines durch seine Schuld entweder in &lt;&#8230;&gt;licher Unterwei\u00dfung des Guten oder &lt;n\u00f6&gt;thiger Warnung f\u00fcrm B\u00f6sen verwahrloset &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=4711\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eSchulordnung\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-4711","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4711","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4711"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4711\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4711"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}