{"id":4069,"date":"2019-05-21T17:15:08","date_gmt":"2019-05-21T17:15:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=4069"},"modified":"2019-05-21T17:15:08","modified_gmt":"2019-05-21T17:15:08","slug":"ems-quellen-zu-leporinus-9","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=4069","title":{"rendered":"Ems &#8211; Quellen zu Leporinus 9"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\" align=\"CENTER\"><b>Berichte an F\u00fcrst Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt betreffend Haltung der Gottesdienste in Ems wegen Gefangenschaft des Pfarrer Leporinus im Luxemburg durch die Franzosen <\/b>von Johann Henrich Vietor, Pfarrer zu Braubach; Johann Kaspar M\u00fcnz, Diakon zu Braubach; Amtsverweser Johann Christian Kriegsmann<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">HHStAW Abt. 355 Nr. 125<\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Nachdem der Emser Pfarrer Johannes Leporinus 1712 von den Franzosen nach Luxemburg verschleppt wurde, f\u00fchlen sich Nassau-Diez und Hessen-Darmstadt als Landesherren f\u00fcr die weitere Seelsorge in Ems getrennt verantwortlich. Das f\u00fchrt mitunter zu grotesken Vorf\u00e4llen, die vor allem der Braubacher Amtskellner Johann Christian Kriegsmann und der dortige Diakon Johann Kaspar M\u00fcntz erleben, indem man sich gegenseitig am Halten der Gottesdienste zu hindern versucht (s. v. a. den Vorfall am 01.12.1712 in Ems). Ihre w\u00f6chentlichen Berichte, die sich erhalten haben, geben auch einen interessanten Eindruck auf die politische Stimmung dieser Zeit in Ems und sollen hier zukzessive ediert werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Johann Henrich Vietor, Pfarrer zu Braubach, an F\u00fcrst Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt<\/b><\/p>\n<p align=\"RIGHT\">Braubach 1712 September 11<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Nach der Gefangennahme des Emser Pfarrers Johannes Leporinus durch die Franzosen, \u00fcbertr\u00e4gt der Braubacher Pfarrer Johann Henrich Vietor dem Pr\u00e4zeptor [ein Lehrer] Linck zu Ems am 9. September 1712 die Haltung des Gottesdienstes. Als Vietor den Brief an Linck versiegelt hatte, wird ihm ein beiliegender Brief des Inspektors zu Nassau eingeh\u00e4ndigt, in dem dieser sich ebenfalls die Haltung des Emser Gottesdienstes anma\u00dfe. Vietor antwortete diesem darauf, dass Pr\u00e4zeptor Linck am bevorstehenden 16. Sonntag nach Trinitiatis den Gottesdienst halten solle, w\u00fcrden jedoch Sakramente zu spenden sein, k\u00f6nne dies der Dausenauer Pfarrer als n\u00e4chster Nachbar tun. Hier\u00fcber m\u00f6chte Vietor einen \u201eVerhaltungsbefehl\u201c vom F\u00fcrsten erhalten, den er verbreiten wolle. Da aber der Braubacher Amtskellner gestern von Ems kam und berichtete, dass der Inspektor zu Nassau den Dausenauer Pfarrer f\u00fcr die Predigt in Ems bestellt h\u00e4tte und die Diezischen den Linck noch nicht als Pr\u00e4zeptor anerkennen und nicht auf die Kanzel lassen w\u00fcrden, habe Vietor den Braubacher Kaplan M\u00fcntz heute fr\u00fch nach Ems geschickt, den Gottesdienst vor- und nachmittags zu halten. Dieser habe aber gesehen, wie sich der Dausenauer Pfarrer auch eingestellt hatte, offenbar mit dem Ziel zu predigen, falls Pr\u00e4zeptor Linck predigen sollte. Wenn keine andere Verordnung komme, werde Linck kommenden Sonntag die Predigt halten. Sollte dies aber keine Zustimmung finden, m\u00fcsste man noch vor Sonntag benachrichtigt werden. F\u00fcr die Zukunft w\u00e4re es am besten, den Pr\u00e4zeptor zum Kaplan zu ernennen, dann h\u00e4tte man keinen Vikar n\u00f6tig. Dies habe Vietor dem Hofprediger bereits mitgeteilt.<\/span><\/p>\n<p><i>Durchleuchtigster F\u00fcrst, gn\u00e4digster F\u00fcrst und Herr!<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Euer Hochf\u00fcrst[liche] Durch[laucht] werden den sehr kl\u00e4glichen casum, welche die gute Embser betroffen hat, mitleidend vernom[m]en haben. Nachdem nun auch jhr Seelen-Sorger H[err] Pfarrer Leporinus gefangen weggef\u00fchret und also dadurch die Pfarr Embs ad interim vacirend worden ist, so habe ad interim den praeceptori Lincken zu Embs die Verwaltung des Gottesdienstes daselbst den 9ten hujus \u00fcbertragen. Als ich den Brieff versiegelt hatte, wird mir der beyliegende des inspectoris zu Nassau eingeh\u00e4ndiget, der sich auch der Bestellung des Emser Gottesdienstes anmasset. Ich antworte ihm darauf, da\u00df den instehendt 16 Sonntag p[ost] Trinit[atis] der Praeceptor Linck den Gottesdienst verrichten solte, wan aber ein casus nesessitatis wegen Administrirung der Sacramenten vorfallen solte, so k\u00f6nnte der proximus vicinus zu Dausenau solche administriren. Unterde\u00dfen w\u00fcrde ich dar\u00fcber gn\u00e4digsten Verhaltungs-Befehl von Ew[er] Hochf[\u00fcrstlichen] Durch[laucht] erhalten, den ich com[m]uniciren wolte. Als aber unser Ambtskeller gestern von Embs kam und referirt, da\u00df der Inspector zu Nassau den Dausenauer Pfarrer zu Embs zu predigen bestellet h\u00e4tte, die Dietzische aber den Lincken noch nicht als einen Praeceptoren erkennen, so w\u00fcrden sie ihn auf die Cantzel nicht la\u00dfen, dannenhero habe unsern Caplan H[errn] M\u00fcntzen heut fr\u00fche hin\u00fcber geschickt, der den Gottesdienst Vor- und Nachmittag bestellet. Er hat aber gesehen, da\u00df der <\/i>[pag.]<i> Pfarrer zu Dausenau sich auch eingestellet hatte, sonder Zweiffel zu dem Ende, da\u00df er die Predigt thun solte, wan sich der Praeceptor Linck derselben unterziehen w\u00fcrde. Sonsten ists gewi\u00df, da\u00df er k\u00fcnfftigen Sonntag, wan keine andere Verordnung kombt, zu Embs die Predigt ablegen wird. Wan aber solches nicht recessm\u00e4\u00dfig seyn solte, so m\u00fcste durch einen expressum noch vor Sonntag uns gn\u00e4digst notificiret werden. Diese Incommdit\u00e4t aber jetzo und k\u00fcnfftig abzuwenden, w\u00e4re kein bessers Mittel, als den zeitigen praeceptorem zum Caplan zu ordiniren, so h\u00e4tte man hinf\u00fcro keines vicarij n\u00f6tig. Diese unterth\u00e4nigste unma\u00dfgebliche Vorstellung habe dem H[errn] Hoffprediger ausf\u00fchrlich dargestellet,der dar\u00fcber gn\u00e4digst zu vernehmen ist. Womit Ew[er] Hochf[\u00fcrstliche] Durch[laucht] g\u00f6ttlichen Allmacht Schutz zur gesegneten Regierung best\u00e4ndig empfehle verbleibende zu seyn. Eurer Hochf\u00fcrst[lichen] Durchle\u00fccht unterthanigster Vorbitter bey Gott. M[&#8230;] Joh[ann] Henrich Vietor<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Braubach, den 11ten Sept[embris] 1712.<\/i><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Johann Henrich Vietor, Pfarrer zu Braubach, an Philipp Bindewald, Hofprediger und Kosistoriale zu Darmstadt<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Philipp Bindewald: Oberhofprediger; gt. 31.12.1657 Echzell (Wetteraukreis), + 25.10.1735 Darmstadt<br \/>\n<\/span><a href=\"https:\/\/gw.geneanet.org\/metzieder?lang=en&amp;pz=erika+elisabeth&amp;nz=metzieder&amp;p=philipp&amp;n=bindewald\"><span style=\"font-size: small;\">https:\/\/gw.geneanet.org\/metzieder?lang=en&amp;pz=erika+elisabeth&amp;nz=metzieder&amp;p=philipp&amp;n=bindewald<\/span><\/a><\/p>\n<p align=\"RIGHT\">Braubach 1712 September 11<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Dem Herrn Hofprediger ist es sicher zu Ohren gekommen, dass der Emser Pfarrer Leporinus nach dem Einfall der Franzosen durch diese gefangengenommen und weggebracht wurde. Hierdurch sei die Pfarrstelle vakant geworden. Vietor dachte, die Bestellung des Gottesdienstes k\u00e4me Hessen-Darmstadt alleine zu und habe an den Pr\u00e4zeptor Linck zu Ems geschrieben, dieser solle den Gottesdienst dort zwischenzeitlich halten, bis Vietor ein weiterer \u201eVerhaltungsbefehl\u201c von Darmstadt zuk\u00e4me. Vietor erh\u00e4lt indessen einen Brief des Inspektors zu Nassau, in dem sich dieser das Vikariat zu Ems anma\u00dfe und vorsorglich den Dausener Pfarrer zur Predigt in Ems bestellt hatte. Vietor antwortete ihm, er h\u00e4tte schon dem Pr\u00e4zeptor zu Ems die Sonntagspredigt \u00fcbertragen, im Bedarfsfalle k\u00f6nnte der Dausenauer die Sakramente spenden, da er n\u00e4chster Nachbar sei. Nachdem aber Pr\u00e4zeptor Linck von diezischer Seite nicht anerkannt werden will, so habe Vietor heute den Braubacher Kaplan M\u00fcntz nach Ems geschickt, der dort den Gottesdienst versehen hat. H\u00e4tte er es nicht getan, h\u00e4tten die Diezischen ihn bestellt. F\u00fcr die Zukunft erwartet Vietor weitere Befehle. Dem F\u00fcrsten habe er empfohlen, Pr\u00e4zeptor Linck zum Kaplan zu ernennen, somit h\u00e4tte man einen Vikar. Ansonsten sei der Dausenauer Pfarrer seit langer Zeit st\u00e4ndiger Vikar in Ems gewesen, da er in der N\u00e4he wohne und Pfarrer und Kaplan h\u00e4tten sich nie dagegen beschwert. Der Braubacher Vikar h\u00e4tte einen m\u00fchsamen Weg hin\u00fcber nach Ems und derjenige, der zur\u00fcckbliebe, m\u00fcsse den Gottesdienst doppelt abhalten. Wenn aber der Emser Pr\u00e4zeptor zugleich Kaplan w\u00e4re, so h\u00e4tte man in ihm immer einen Vikar und es w\u00fcrde kein Streit von der Mitherrschaft deswegen zu f\u00fcrchten sein. Vietor glaubt, die Diezischen w\u00fcrden Linck auch gerne zum Kaplan ordinieren und bittet, der Hofprediger m\u00f6ge diese Angelegenheit der f\u00fcrstlichen Herrschaft vortragen, da Linck tauglich sei und ihm eine Gemeinde anvertraut werden k\u00f6nne.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Hochehrw\u00fcrdiger, and\u00e4chtiger und hochgel\u00e4hrter, insonders hochgeehrter Herr Hoffprediger!<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Euren Hochehrw\u00fcrden wird der lamentable Zufall der guten Embser zu Ohren gekom[m]en seyn, durch solche sch\u00e4dliche frantzoische Invasion ist H[err] Leporinus, der Pfarrer, gefangen weggef\u00fchret, damit aber auch leyder! ad interim die Pfarr Embs vacirend worden. Ich dachte, die Bestellung des Gottesdienstes k\u00e4me uns alleine zu, dahero an H[errn] Lincken zu Embs schriebe, er solle den Gottesdienst ad interim, bi\u00df weiterer Verhaltungs-Befehl mir von Darmstatt gn\u00e4digst zust\u00fcnde, verwalten. Allein in dem ich dieses schreibe, wird mir ein Brieff von dem Inspectore zu Na\u00dfau gereichet, welcher sich auch des Vicariats zu Embs anma\u00dfete und schon eventualiter den Pfarrer zu Dausenau daselbst zu predigen bestellet hatte. Ich antwortete ihm, ich h\u00e4tte allschon dem praeceptori zu Embs die Sonntags-Predigt \u00fcbertragen, in casu nesessitatis aber k\u00f6nte der Dausenauer die sacramenta administriren, weil er proxim[us] vicinus w\u00e4re. Nachdem aber der Praeceptor Linck von Dietzischer Seiten vor keinen Praecept[or] erkand werden wil, so habe heut unsern [pag.] Caplan H[errn] M\u00fcntzen hin\u00fcber geschickt, der den Gottesdienst verrichtet hat. Wan solches nicht geschehen, h\u00e4tten die Dietzische solchen bestellet. Wie es k\u00fcnfftig ergehen werde, dar\u00fcber erwarte gn\u00e4digsten Befehl. Seine Hochf[\u00fcrstlichen] Durch[laucht], unserm gn[\u00e4]d[i]gsten F[\u00fcrst] u[nd] H[errn], habe in Unterth\u00e4nigkeit den Praeceptorem Lincken recommendiret, ihn zum Caplan zu ordiniren, damit h\u00e4tte man an ihm einen Vicarium, sonsten ist doch der Dausenauer Pfarrer des Embs best\u00e4ndiger Vicarius von langen Zeiten her gewe\u00dfen aus Ursach, er ist ihm nahe und der hiesige Pfarrer und Caplan haben sich nie nicht dargegen beschwehret, angesehen der hiesige Vicarius einen m\u00fchsamen Weg hin\u00fcber hat und der hier bleibet, mus einen doppelen Gottesdienst verwalten. Wan aber der zeitige Praeceptor zu Embs zugleich Caplan w\u00e4re, so h\u00e4tte man im[m]erdar einen Vicarium an ihm und w\u00fcrde kein Streit wegen der Mitherrschafft dar\u00fcber zu f\u00fcrchten seyn. Ich glaube, die Dietzische w\u00fcrden jetzo den Lincken gerne auch zum Caplan ordiniren helffen. <\/i>[pag.]<i> Ew[er] Hochehrw[\u00fcrdige] bitte sehr, diese Angelegenheit, so zu Gottes Ehren und denen Zuh\u00f6rern zum Trost gereichet, unserer gn\u00e4digsten f\u00fcrst[lichen] Herrschafft in Unterthanigkeit vorzutragen, zumahlen H[err] Linck capabel ist, dem eine Gemeine k\u00f6nne anvertrauet werden. Womit Sie g\u00f6ttlichem Gnaden-Schutz best\u00e4ndig erla\u00dfe verbleibende zu seyn Eurer Hochehrw\u00fcrden gebet- und dienstwilliger M[&#8230;] Joh[ann] Henrich Vietor.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Braubach, den 11ten Sept[embris] 1712.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Dem hochehrw\u00fcrdigen, and\u00e4chtigen und hochgel\u00e4hrten Herrn, Herrn Philippo Bindewaldt, hochf\u00fcrst[lich] hessischen hochverordneten Hoffpredigern und Consistoriali, meinem geg[&#8230;] und hochgeehrten Herrn in Darmstatt.<\/i><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Bericht des Amtskellners Johann Christian Kriegsmann an F\u00fcrst Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Johann Christian Kriegsmann: * 30.09.1673 Bechtheim, Rheinhessen; + 02.12.1727 Braubach; oo 03.01.1699 Wertheim mit Anna Katharina Stieff<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"RIGHT\">Braubach 1712 Oktober 2<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Nassau-Diez sei mit der Gottesdienst-Vertretung des Braubacher Diakons M\u00fcntz in Ems, solange Pfarrer Leporinus im Luxemburg in Gefangenschaft ist, nicht zufrieden und habe 50 hessen-kasselische Soldaten nach Ems geschickt und am heutigen Sonntag die dortige Kirche besetzen lassen, so dass niemand heraus oder herein k\u00f6nne. Nachdem der Sohn der V\u00f6gtin Hermann von dieser Sache einen Bericht nach Braubach geschrieben habe, der diesem Schreiben beiliege, habe dies Kriegsmann hiermit \u00fcbersenden wollen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Durchleuchtigster F\u00fcrst, gn\u00e4digster F\u00fcrst und Herr!<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>E[uer] Hochf\u00fcrst[lichen] D[urc]hl[auch]t wird sonder Zweiffel durch den hiesigen Pfarrer und Metropolitanum M. Vietor unterth\u00e4nigst referiret werden, wasgestalten man f\u00fcrst[lich] nassau-dietzischer Seiten mit der gemachten Veranstaltung, da\u00df Zeit des Pfarrers Leporinus zu Embs annoch w\u00e4hrender Gefangenschafft zu Luxembourg der Embser ordinari Gottesdienst durch den hiesigen Diaconum M\u00fcntzen versehen werden soll, nicht zufrieden ist, sondern sich vielmehr unterstanden habe, 50 hessen-casselische Soldaten nacher Embs zu schicken und heut sontags die Kirch daselbsten besetzen zu lassen, da\u00df niemand au\u00df- oder einkommen k\u00f6nnen.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Nachdem nun der V\u00f6gtin Hermannin Sohn mir von dieser Affaire eine solche Relation anhero geschrieben, wie der Original-Anschlu\u00df mit mehrerem besaget, al\u00df habe solchen hierdurch unterth\u00e4nigst \u00fcbersenden sollen. In tieffster Devotion verharrend E[uer] Hochf\u00fcrst[liche] D[urc]hl[auch]t unterth\u00e4nigst-treugehorsamster Knecht Johann Christian Kriegsmann.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Braubach, den 2ten [Octo]bris 1712.<\/i><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Bericht des Amtskellners Johann Christian Kriegsmann und Diakons Johann Kaspar M\u00fcntz an F\u00fcrst Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt<\/b><\/p>\n<p align=\"RIGHT\">Braubach 1712 Oktober 30<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Das Reskript des F\u00fcrsten habe man am 28.10.1712 um 2 Uhr in Ems erhalten und berichtet daraufhin, dass Diakon M\u00fcntz diesen Sonntag (23.10.1712) den Gottesdienst daselbst ohne Behinderung von Nassau-Diez ordnungsgem\u00e4\u00df verrichtet und zugleich das hl. Abendmahl gehalten habe. Am letzten Freitag, am Gedenktag der Apostel Simon und Judas (28.10.1712), habe man keinen Gottedienst dort verrichtet, da man 4 Tage lang h\u00e4tte dableiben m\u00fcssen und die Umst\u00e4nde zur seit solche sind, dass man sich in Gefahr begebe, indem man eine so lange Zeit in diesem \u201eungl\u00fccklichen offenen Ort\u201c verharre. Deswegen habe man am Sonntag vor 8 Tagen (23.10.1712) den Simon-Judas-Tag mitfeiern lassen und der Diakon habe das f\u00fcr diesen Tag angeordnete Festevangelium in der Nachmittagspredigt erl\u00e4utert. Dessenungeachtet sei am letzten Freitag (28.12.1712) der Pfarrer von Dausenau nach Ems gekommen und habe eine Predigt gehalten. Man sei also heute (30.12.1712) im Gottedienst ungest\u00f6rt geblieben, f\u00fcrchte aber, dass in 8 Tagen die Nasssau-Diezischen wieder ihre Spielchen treiben werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Durchleuchtigster F\u00fcrst, gn\u00e4digster F\u00fcrst und Herr!<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>E[uer] Hochf\u00fcrst[liche] D[urc]hl[auch]t gn\u00e4digstes Rescript vom 28ten hujus haben wir heut nachmittags umb 2 Uhr in Embs erhalten und berichten darauff unterth\u00e4nigst, da\u00df der Gottesdienst daselbsten diesen Sonntag von mir, dem Diacono, sonder eintzige dietzischer Seiten vorgekehrte Hinderung beh\u00f6rig verrichtet und zugleich das H[eilige] Abendmahl gehalten.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Wir haben am nechstverwichenen Freytag, al\u00df am Ged\u00e4chtnu\u00df der beyden Apostel Simonis und Jud\u00e6 von de\u00dfwegen zu Embs keinen Gottesdienst angestellet, weilen wir 4 Tag lang hetten allda bleiben m\u00fcssen, die Conjuncturen indessen noch so beschaffen sind, da\u00df man sich eben nicht wohl hazardiren darff, eine so lange Zeit in diesem ungl\u00fccklichen offenen Ort zu verharren. Dannenhero haben wir heut sonntags vor 8 Tagen den Simon-Jud\u00e6-Tag mitfeyern lassen und habe ich, der Diaconus, das auff solchen Tag verordnete Fest-Evangelium <\/i>[pag.]<i> in der Nachmittagspredigt damahlen erkl\u00e4ret. Dessen ohngeachtet ist am nechtsverwichenen Freytag der Pfarrer von Daussenau nacher Embs gekommen und hat eine Predigt abgeleget. Wir sind also de\u00dfwegen heute im Gottesdienst ohngest\u00f6rt geblieben, f\u00f6rchten aber, da\u00df \u00fcber 8 Tag die Dietzische un\u00df wieder Eintrag thun werden. Im \u00dcbrigen wird unserer untherth\u00e4nigsten Schuldigkeit nach un\u00df obliegen vorermeltem E[uer] Hochf\u00fcrst[lichen] D[urc]hl[auch]t gn\u00e4digstem Rescript in allem gehorsamst nachzukom[m]en al\u00df E[uer] Hochf\u00fcrst[lichen] D[urc]hl[auch]t unterth\u00e4nigst treugehorsamste Knechte Johann Christian Kriegsmann, Joh[ann] Casp[ar] M\u00fcntz<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Braubach, den 30ten [Octo]bris 1712<\/i><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Bericht des Amtskellners Johann Christian Kriegsmann und Diakons Johann Kaspar M\u00fcntz an F\u00fcrst Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt<\/b><\/p>\n<p align=\"RIGHT\">Braubach 1712 November 6<\/p>\n<p align=\"RIGHT\">(pr\u00e4s. Darmstadt 1712 November 8)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Betreffend des heute in Ems gehaltenen Gottesdienstes berichten Kriegsmann und M\u00fcntz: Nachdem sich letzten Montag (24.10.1712) eine feindliche Partei Braubach gen\u00e4hert und die Stallungen des Johann Georg Br\u00fcckmann vor dem Rheintor an der Kirche in Brand gesteckt habe, man auch Nachricht hatte, dass sich auf den zwischen Braubach und Ems gelegenen sogenannten welschen H\u00f6fen einige Leute, die man f\u00fcr Franzosen hielt, haben sehen lassen, so trug man Bedenken, sich durch die \u201eHin\u00fcber-Reise\u201c in Gefahr zu bringen, zumal dem nassau-diezischen Vogt selbst nicht zu trauen sei, sondern zu bef\u00fcrchten ist, dass dieser an seinem Ort allen Vorschub leiste, damit die Braubacher unversehens einmal vom Feind \u00fcberfallen w\u00fcrden. Deswegen gab man dem Pr\u00e4zeptor Linck zu Ems den Auftrag, den Gottesdienst zu verrichten. Dieser habe sich dazu auch willig erkl\u00e4rt und berichtete letzen Samstag Nacht (31.10.1712), dass auch 2 Kinder zu Ems getauft w\u00e4ren. Da das Pferd des Amtskellners an diesem Samstag durch einen ungl\u00fccklichen Zufall ausgefallen war und er auch kein anderes habe bekommen k\u00f6nnen, habe sich Diakon M\u00fcntz bei Tagesanbruch auf den Weg gemacht, um zur gew\u00f6hnlichen Zeit, wo der Gottedienst beginnt, in Ems anzukommen. Jedoch war der Pfarrer von Dausenau, der sich mit seinem Schulmeister und dem Oberschulthei\u00df Franckenfeld von Nassau schon vor Tagesanbruch in der Kirche postiert hatte, bereits mitten in der Predigt, die er aber in ungew\u00f6hnlicher K\u00fcrze beendete und sich eilends aus dem Staub machte, vermutlich aus gleicher Furcht vor dem Feind. Der Diakon lie\u00df sofort ebenfalls zur Kirche l\u00e4uten, hielt ein Predigt und verrichtete die heilige Taufe an den 2 Kindern und habe den Zuh\u00f6rern kundgetan, da\u00df diejenigen, die vor 8 Tagen nicht beim heiligen Abendmahl waren, gehen k\u00f6nnen und sich n\u00e4chsten Sonntag hierzu wieder einfinden sollen, da man bei zu bef\u00fcrchtender nassau-diezischer Behinderung und dass sich der Dausenauer Pfarrer auch vor den Altar stellen m\u00f6chte, nicht vorher verk\u00fcndigen darf. Obwohl die Reise nach Ems bei den gegenw\u00e4rtigen Umst\u00e4nden f\u00fcr beide sehr gef\u00e4hrlich sei, da man jede Stunde bef\u00fcrchten m\u00fcsse, vom Feind \u00fcberfallen zu werden und von ihm diese jeden Sonntag vorzunehmende Reise leicht ausgekundschaftet werden k\u00f6nne und durch 2 oder 3 bewaffnete M\u00e4nner ihrer habhaft w\u00fcrde, will man sich weder in dieser noch in anderen gr\u00f6\u00dferen Gefahren weigern, alles das zu tun, wozu man durch Befehl und Gehorsam verbunden sei, habe jedoch f\u00fcr n\u00f6tig befunden, dies alles zu berichten und um einen weiteren \u201eVerhaltungsbefehl\u201c zu bitten, damit man beim n\u00e4chsten Zwischenfall, den Gott verh\u00fcte, man keines allzu k\u00fchnen und unbedachtsamen Unternehmens beschuldigt werden m\u00f6ge.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Durchleuchtigster F\u00fcrst, gn\u00e4digster F\u00fcrst und Herr!<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Wegen des heut sonntags gehaltenen Embser Gottesdienstes erstatten E[uer] Hochf\u00fcrst[liche] D[urc]hl[aucht] wir hiermit folgende unterth\u00e4nigste Relation: Nachdem bekanterma\u00dfen am nechstverwichenen Montag zu Nacht eine feindliche Parthey sich der hiesigen Statt gen\u00e4hert und des Johann Georg Br\u00fcckmanns vor dem Rhein-Thor an der Kirch stehende Stallungen in Brand gesteckt, auch man Nachricht hatte, da\u00df sich hin und wieder auff denen zwischen hier und Embs gelegenen sogenanten welschen H\u00f6ffen einige Leute, die man vor Frantzo\u00dfen gehalten, sehen lassen, al\u00df trugen wir Bedencken, un\u00df durch die Hin\u00fcber-Rey\u00dfe in Gefahr zu setzen, zumahlen dem dietz[ischen] Vogten selbsten nicht zu trauen, sondern zu bef\u00f6rchten ist, er m\u00f6chte an seinem Ort allein Vorschub thun, damit wir einmahl ohnversehens von dem Feind \u00fcberfallen w\u00fcrden. Dannenhero gaben wir dem Praeceptori Lincken zu Embs Commission, den Gottesdienst zu verrichten. Derselbe hatte sich auch darzu willig erkl\u00e4ret, berichtete un\u00df aber nechtsverwichenen Sambstag in der Nacht, da\u00df auch 2 Kinder zu Embs getaufft w\u00e4ren. <\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Weilen nun ich, <\/i>[pag.]<i> der Ambtskeller, eben selbigen Sambstag einen \u00fcbelen Zufall an meinem Pferd bekom[m]en, da\u00df mich dessen nicht bedienen, auch sonsten keines bekom[m]en k\u00f6nnen, so habe ich, der Diaconus, mich mit anbrechendem Tag heute auff den Weg gemacht und bin umb die gew\u00f6hnliche Zeit, da man den Gottesdienst anzufangen pfleget, zu Embs ankom[m]en. Es ware aber der Pfarrer von Daussenau \/: welcher sich nebst seinem Schuhlmeister und dem Oberschulthei\u00df Franckenfeld von Nassau schon ehe der Tag angebrochen, in die Kirch postirt gehabt: \/ bereits in der Predigt begriffen, hat aber dieselbe gar bald mit einer ungew\u00f6hnlichen K\u00fcrtze beschlossen und sich eylends \/: vermuthlich au\u00df gleichm\u00e4\u00dfiger Furcht wegen des Feindes :\/ wieder au\u00df dem Staub gemacht. Ich liese sofort ebenfalls zur Kirchen la\u00fcten, hielte eine Predigt und verrichtete die H[eilige] Tauff an denen 2 Kindern, habe annebst denen Zuh\u00f6rern kund machen lassen, da\u00df diejenige, welche heut 8 Tag nicht zum H[eiligen] Abendmahl \/: gestalten man solches wegen des dietzischerseits zu besorgen stehender Verhinderung und da\u00df sich der Daussenauer Pfarrer etwa auch vor den Altar stellen m\u00f6chte, nicht vorher verk\u00fcndigen darff :\/ gehen k\u00f6nnen, sich nechst- <\/i>[pag.]<i>-k\u00fcnfftigen Sontag dabey einstellen m\u00f6chten.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Gleichwie aber, Durchleuchtigster, gn\u00e4digster F\u00fcrst und Herr, die Rey\u00dfe nacher Embs bey gegenw\u00e4rtigen Conjuncturen, da wir alle Stund bef\u00f6rchten m\u00fcssen, von dem Feind \u00fcberfallen zu werden, vor un\u00df beyde sehr gef\u00e4hrlich, in deme der Feind diese, alle und jede Sonntag von un\u00df vornehmende Rey\u00dfe gar leicht au\u00dfkundschafften, ja gar nicht fehlen kann, mit 2, 3 bewehrten Mann un\u00df zu erhaschen, also wollen wir un\u00df zwar keineswegs, weder in dieser noch in andern viel gr\u00f6\u00dferen Gefahren weigern, dasjenige zu vollbringen, worzu E[uer] Hochf\u00fcrst[liche] D[urc]hl[auch]t gn\u00e4digster Befehl und unser unterth\u00e4nigster Gehorsam un\u00df verbindet, haben jedoch vor n\u00f6thig ermessen, solches alles nachmahlen hierdurch unterth\u00e4nigst vorzustellen und fernern gn\u00e4digstens Verhaltungs-Befehl gehorsambst au\u00dfzubitten, damit bey hiernechst un\u00df etwa begegnendem Zufall \/: den Gott verh\u00fcte :\/ wir keines allzu k\u00fchnen, unbedachtsamen Unternehmens beschuldiget werden m\u00f6gen. Die wir in tieffster Devotion verharren E[uer] Hochf\u00fcrst[liche] D[urc]hl[auch]t unterth\u00e4nigst treugehorsamste Knechte Johann Christian Kriegsmann, Joh[ann] Casp[ar] M\u00fcnz.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Braubach, den 6ten [Novem]br[is] 1712<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Dem Durchleuchtigsten F\u00fcrsten und Herrn, Herrn Ernst Ludwigen, Landgraffen zu Hessen, F\u00fcrsten zu Her\u00dffeld, Graffen zu Catzenelnbogen, Dietz, Ziegenhain, Nidda, Schaumburg, Isenburg und B\u00fcdingen, unserm gn\u00e4digsten F\u00fcrsten und Herrn. Zum f\u00fcrst[lichen] geheimen Raht.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Pr\u00e4sentiert Darmstadt, den 8. November 1712.<\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Bericht des Amtskellners Johann Christian Kriegsmann und Diakons Johann Kaspar M\u00fcntz an F\u00fcrst Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Das Reskript des F\u00fcrsten vom 11.11.1712 betreffend den Emser Gottesdienst habe man erbrochen und daraus ersehen, dass man ungeachtet aller feindlichen Gefahren, den Gottesdienst in Ems weiterhin verrichten und sich n\u00f6tigenfalls 3 bis 4 Musketiere zum Schutz auf dem Weg nach Ems mitgeben lassen solle. Obwohl man zuversichtlich ist, dass im Ungl\u00fccksfall die f\u00fcrstliche Hilfe nicht fehlen w\u00fcrde, und man dem Befehl in allem nachkommen werde, so antworte man darauf, warum der Gottesdienst am Fest Simon und Judas in Ems unterblieben sei, dass man bereits im Bericht vom 30.10.1712 angef\u00fchrt habe, wie man diesen Feiertag am Sonntag, den 23.10.1712 mitgehalten habe und das Festevangelium vom Diakon in der Nachmittagspredigt erl\u00e4utert wurde, da man sonst wegen dieses Feiertages und des folgenden Sonntages 4 Tage in Ems in nicht geringer Gefahr h\u00e4tte bleiben m\u00fcssen. Inzwischen sei der heutige (13.11.1712) Gottesdienst zu Ems von Diakon M\u00fcntz ohne Widerspruch gehalten worden, am gestrigen Sonnabend eine Leichenpredigt und eine Beichtsermon, und heute sonntags wiederum 2 Predigen und das hl. Abendmahl.<\/span><\/p>\n<p align=\"RIGHT\">Braubach 1712 November 13<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Durchleuchtigster F\u00fcrst, gn\u00e4digster F\u00fcrst und Herr!<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>E[uer] Hochf\u00fcrst[liche] D[urc]hl[auch]t sub dato 11 hujus an un\u00df erlassenes, den Embser Gottedienst betreffendes gn\u00e4digstes Rescript haben wir mit unterth\u00e4nigster Reverenz erbrochen und darau\u00df ersehen, das E[uer] Hochf\u00fcrst[liche] D[urc]hl[auch]t gn\u00e4digster Will seye, aller etwa anscheinender feindlicher Gefahr ohngeachtet, un\u00df die Verrichtung des besagten Embser Gottesdienstes angelegen seyn, auch un\u00df n\u00f6thigenfalls 3 bis 4 Mousquetier in dem Hin\u00fcberrey\u00dfen beygeben zu lassen.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Gleichwie nun in der unterth\u00e4nigsten Zuversicht, da\u00df auff einen ungl\u00fccklichen Fall E[uer] Hochf\u00fcrst[liche] D[urc]hl[auch]t hohe Gnade und kr\u00e4fftige H\u00fclffe un\u00df nicht entstehen wird, wir keineswegs verfehlen werden, dero gn\u00e4digstem Befehl in allem unterth\u00e4nigst nachzukommen, also haben wir, warumb auff den Ged\u00e4chtnu\u00df-Tag Simonis und Jud\u00e6 die Verrichtung des Gottedienstes zu Embs unterblieben? in dem unterm 30 [Octo]bris j\u00fcngsthin erstattetem unterth\u00e4nigsten Bericht bereits <\/i>[pag.]<i> angef\u00fchret, da\u00df nemblichen solcher Feyertag sonntags den 23ten [Octo]bris zugleich mitgehalten und von mir, dem Diacono in der Nachmittagspredigt das Fest-Evangelium erkl\u00e4ret worden, gestalten wir sonsten wegen dieses Feyer- und darauff folgenden Sonntags 4 Tag lang zu Embs in nicht geringer Gefahr hetten verbleiben m\u00fcssen.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Immittelst ist der heutige sonnt\u00e4gliche Gottesdienst zu Embs von mir, dem Diacono, ohne eintzige Wiedersprechung, auch gestern sonnabends eine Leichpedigt und Beicht-Sermon, heut sonntags aber wiederumb 2 Predigten und dabey zugleich das h[eilige] Abendmahl nachmahls gehalten worden.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Welches wir hiermit unterth\u00e4nigst berichten sollen, in tieffster Devotion verharrend E[uer] Hochf\u00fcrst[liche] D[urc]hl[auch]t unterth\u00e4nigst treugehorsamste Knechte Johann Christian Kriegsmann, Johann Caspar M\u00fcntz.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Braubach, den 13ten [Novem]br[is] 1712<\/i><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Bericht des Amtskellners Johann Christian Kriegsmann und Diakons Johann Kaspar M\u00fcntz an F\u00fcrst Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt<\/b><\/p>\n<p align=\"RIGHT\">Braubach 1712 November 20<\/p>\n<p align=\"RIGHT\">(pr\u00e4s. Darmstadt 1712 November 22)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Am gestrigen Sonnabend [19.11.1712] sei man \u201ebei guter Tageszeit\u201c in Ems angekommen, habe sich die ganze Nacht wachsam gehalten und zur Vorsorge, damit die Nassau-Diezischen infolge des weggenommenen Kirchenschl\u00fcssels die T\u00fcr nicht \u00f6ffnen k\u00f6nnen, ein Blech vor das Schl\u00fcsselloch schrauben lassen. Um 3 Uhr fr\u00fch habe man sich in die Kirche begeben und lie\u00df sich in einem eisernen <i>Kroppen<\/i> ein Kohlefeuer machen, um vor der K\u00e4lte etwas gesch\u00fctzt zu sein. Man blieb also etwa 4 Stunden bis um 7 Uhr, als es Tag wurde, in der Kirche, wurde in dieser Zeit nicht angesprochen und lie\u00df dann zum Gottesdienst l\u00e4uten. Dann aber kam der Pfarrer von Dausenau schnaufend und schnaubend in die Kirche gelaufen, legte vermeintlichen Protest ein und beklagte sich, dass ihm ohnehin durch das lange Sitzen in der feuchten und kalten Emser Kirche ein \u201eFluss in den Kopf gekommen\u201c sei, womit er 4 Wochen lang zu tun hatte, und sagte anbei, er wollte den Gottedienst nicht st\u00f6ren, sondern vielmehr seinen g\u00f6ttlichen Segen dazu geben. Man antwortete ihm, dass man seinen unbegr\u00fcndeten Protest nicht entgegen nehmen k\u00f6nnte und protestierte ebenfalls, dass dieser sich unterstehe die hessen-darmst\u00e4dtische Herrschaft an ihrem zustehenden Recht hindere, und man verwundere sich umso mehr, dass er sich als ein dreiherrischer Pfarrer, dem Nassau-Diez einseitig nichts zu befehlen h\u00e4tte, so gro\u00dfe M\u00fche und Beschwerden (Ungelegenheiten) antue. Er antwortete: Das f\u00fcrstliche Haus zu Nassau-Dietz sei auch seine Herrschaft und er habe sich berichten lassen, dass seine Vorg\u00e4nger hiervor das Gleiche taten und sich mit dem Pfarrer von Dachsenhausen Amts Braubach haben abwechseln m\u00fcssen. Man ersuchte den Pfarrer daraufhin, das Dokument, auf das man sich auf nassau-diezischer Seite wegen der abwechselnden Vertretung beziehe, in n\u00e4chster Zeit und in rechtskr\u00e4ftiger Form den betreffenden Stellen mitzuteilen, was er auch versprach und dann unverrichteter Dinge seinen R\u00fcckmarsch nach Dausenau antrat. Inzwischen habe der Diakon den zweimaligen Gottedienst in der Kirche ordnungsgem\u00e4\u00df verrrichtet, sei man gemeinsam wieder nach Braubach gelangt und habe diesmal die Verrichtung des Gottedienstes noch gegl\u00fcckt. Wie es aber k\u00fcnftig ergehen wird, zumal wenn die K\u00e4lte weiter eindringe und man von ihr aus der Kirche getrieben werde, m\u00fcsse sich zeigen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Durchleuchtigster F\u00fcrst, gn\u00e4digster F\u00fcrst und Herr!<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>E[uer] Hochf\u00fcrst[liche] D[urc]hl[auch]t berichten wir hiermit unterth\u00e4nigst, da\u00df es mit dem heut sonntags zu Embs verrichtetem Gottesdienst folgendergestalt zugegangen: Gestern sonnabends sind wir bey guter Tageszeit in Embs ankommen, haben un\u00df die gantze Nacht \u00fcber wachsam gehalten, zur Vorsorge aber, damit die Dietzische durch den weggenom[m]enen Kirchenschl\u00fcssel die Th\u00fcr nicht er\u00f6ffnen k\u00f6nnen, ein Blech vor das Schl\u00fcsselloch schrauben lassen. Umb 3 Uhr des morgens fr\u00fch begaben wir un\u00df in die Kirch und lie\u00dfen un\u00df in einem ey\u00dfernen Kroppen ein Kohlfeuer machen umb vor der K\u00e4lte in etwas verwahret zu seyn. Wie blieben also etwa 4 Stunden, bi\u00df umb 7 Uhr, da es Tag worden, in der Kirchen, hatten diese Zeit \u00fcber keinen Anspruch und liesen sofort ein Zeichen zum Gottesdienst la\u00fcten. Endlichen aber kam der Pfarrer von Daussenau schnauffend und schnaubend in die Kirch gelauffen, legte seine vermeintliche Protestation ab und beklagte sich, da\u00df ihme ohnl\u00e4ngsthin <\/i>[pag.]<i> durch das lange Sitzen im der Embser feuchten und kalten Kirchen ein Flu\u00df in den Kopff gekom[m]en, da\u00df er bey 4 Wochen damit zu thun gehabt, sagte anbey, er wolte un\u00df im Gottedienst nicht st\u00f6ren, sondern vielmehr g\u00f6tt[lichen] Seegen darzu anw\u00fcndschen. Wir antworteten demselben, da\u00df wir seine ungegr\u00fcndete Protestation nicht annehmen k\u00f6nten, reprotestirten vielmehr, da\u00df er sich untertst\u00fcnde, die hochf\u00fcrst[liche] g[n\u00e4]d[i]gste Herrschafft in dero competirenden juribus zu hindern und bewunderte un\u00df umb so mehr, da\u00df er al\u00df ein dreyherrischer Pfarrer und deme man an Seiten Nassau-Dietz einseitig nichts zu befehlen hette, so so gro\u00dfe M\u00fche und Ungelegenheit anthun m\u00f6chte.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>E replicirte: Das f\u00fcrst[liche] Hau\u00df zu Nassau-Dietz seye gleichwohl seine Herrschafft und habe er sich berichten lassen, da\u00df seine antecessores hiebevor dergleichen thun und mit dem Pfarrer von Dachsenhau\u00dfen Ambts Braubach alterniren m\u00fcssen. Wir ersuchten ihn sofort, er m\u00f6chte geh\u00f6riger Orten antragen, da\u00df dasjenige Document oder Vergleich, worauff wegen sothaner Alternation man sich dietzischer Seiten beziehen wolte, mit nechstem in forma probante communiciret werden m\u00f6chte, welche er zu thun <\/i>[pag.]<i> versprochen und sofort seinen Zur\u00fcck-Marche unverrichteter Sachen nach Daussenau genom[m]en.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Inzwischen habe ich, der Diaconus, den 2mahligen Gottedienst in der Kirchen beh\u00f6rig verrichtet, sind sodann beederseits wieder anhero gerey\u00dfet und hat es und die\u00dfmahlen mit Verrichtung des Gottedienstes noch gegl\u00fccket. Wie es aber k\u00fcnfftighin und zumahlen, wenn die K\u00e4lte weiters eintringen und uns au\u00df der Kirchen des Nachts treiben solte, gehen wird, mu\u00df sich hiernechst eu\u00dfern.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Wir verharren in tieffster Devotion E[uer] Hochf\u00fcrst[liche] D[urc]hl[auch]t unterth\u00e4nigst treugehorsamste Knechte Johann Christian Kriegsmann, Johann Caspar M\u00fcntz.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Braubach, den 20ten [Novem]br[is] 1712<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Dem Durchleuchtigsten F\u00fcrsten und Herrn, Herrn Ernst Ludwigen, Landgraffen zu Hessen, F\u00fcrsten zu Her\u00dffeld, Graffen zu Catzenelnbogen, Dietz, Ziegenhain, Nidda, Schaumburg, Isenburg und B\u00fcdingen, unserm gn\u00e4digsten F\u00fcrsten und Herrn. Zum f\u00fcrst[lichen] geheimen Raht.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Pr\u00e4sentiert Darmstadt, den 22. November 1712.<\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Bericht des Amtskellners Johann Christian Kriegsmann und Diakons Johann Kaspar M\u00fcntz an F\u00fcrst Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt<\/b><\/p>\n<p align=\"RIGHT\">Braubach 1712 Dezember 1<br \/>\n(pr\u00e4s. Darmstadt 1712 Dezember 9)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Obwohl am letzten 1. Adventssonntag, den 27. November, der Gottedienst zu Ems vom Diakon ohne den geringsten Widerspruch von nassau-diezischer Seite gehalten wurde, so habe es hingegen gestern, am Gedenktag des hl. Apostels Andreas, umso seltsamere \u201eH\u00e4ndel\u201c gegeben.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Man war wegen dieses Andreastages seit Samstag, den 26., zu Ems geblieben und hatte die zugesicherte Soldateneskorte deswegen nicht mitgenommen, weil man sich vor dem Feind sicher glaubte, da nunmehr von den Trierischen bei Niederlahnstein ein starker Posten gehalten wird und auch ein Regiment Hessens im Rheinfelsischen liegt. Man lie\u00df dann Dienstag Nacht das gew\u00f6hnliche Blech vor das Schl\u00fcsselloch an der Kirchent\u00fcr schrauben und verf\u00fcgte sich morgens fr\u00fch um 4 Uhr zur Kirche. Dort fand man den Pfarrer von Dausenau mit seinem Schulmeister und noch 2 M\u00e4nnern von Dausenau, sodann 3 hessen-kasselische Musketiere vom Posten zu Ems, die ihre Bajonette auf die Flinten gepflanzt hatten, vor der Kirche stehen. Das vorgeschraubte Blech bew\u00e4hrte sich diesmal vortrefflich, indem es verhinderte, dass der Dausenauer Pfarrer mit seinem Schl\u00fcssel zurecht kam und es hie\u00df diesmahl bei ihm, wie der ber\u00fchmte Poet der Hesse Euricius Cordus <\/span><span style=\"font-size: small;\">[genannt Eberwein, eigentlich Heinrich Ritze; * 1486 in Simtshausen bei Marburg; \u2020 24. Dezember 1535 in Bremen] <\/span><span style=\"font-size: small;\">an einem bestimmten Ort schreibt: Venerat, et clausas viderat esse fores. Insertasque diu versans hinc indeque claves, non, ait, haec caeli, quae fuit ante, sera est.\u201c Der Amtskellner frage den Pfarrer, was die Musketiere zu bedeuten h\u00e4tten, ob diese etwa die Verrichtung des Gottedienstes mit Gewalt verhindern wollten. Der Pfarrer beteuerte des \u00d6fteren, dass er die Musketiere zu keinem anderen Zweck als zur Sicherung seiner Person mitgenommen habe und damit der Amtskellner nicht weiter zu argw\u00f6hnen h\u00e4tte, lie\u00df er die Soldaten gleich auf das Bad zur\u00fcckmarschieren. Der Diakon stellte sich in das Portal an das Schl\u00fcsselloch und hielt sich am eisernen Ring an der Kirchent\u00fcr fest. Der Amtskellner erteilte dann einem Braubacher B\u00fcrger, den man bei sich hatte, den Befehl die T\u00fcr zu \u00f6ffnen, indem dieser dann sogleich das Blech mit einer Zange abschraubte und die T\u00fcr aufschloss. Worauf der Diakon sofort in die Kirche drang, den Pfarrerstuhl einnahm und die T\u00fcr daran verriegelte. Der Pfarrer von Dausenau mit seinen Leuten leistete nicht den geringsten Widerstand, sondern verlegte sich nur aufs Protestieren und blieb eine Zeit lang bei den anderen in der Kirche, da man sich au\u00dferhalb wegen des starken Windes nicht aufhalten konnte. Als der Tag anbrach, begab sich der Pfarrer auf das Bad, kam aber bald mit dem nassau-diezischen Vogt G\u00f6deck wieder. Und damit begann der Krieg. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Der Vogt st\u00fcrmte in die Kirche, plusterte sich gewaltig auf, dass man seinem gn\u00e4digsten unm\u00fcndigen Prinzen die Rechte entziehen wolle, der doch der rechte Erbherr zu Ems sei und der F\u00fcrst von Hessen-Darmstadt die H\u00e4lfte nur als Pfandschilling bes\u00e4\u00dfe, warum man seinem Prinzen nicht auch das Haus und alles n\u00e4hme. Er wolle versichern, dass man die hohen Rechte des Prinzen von Hessen-Kassel schon zu wahren wissen werde. Der Amtskellner antwortete dem Vogt, man t\u00e4te von Seiten des hochf\u00fcrstlichen Hauses Hessen-Darmstadt nichts anderes, als wozu man aufgrund der vorhandenen alten Akten und Dokumente von vielen Jahrhunderten her berechtigt und was durch Brauch und Herkommen begr\u00fcndet sei. Von dem angeblichen Pfandschilling w\u00e4re ihm nichts bekannt, dieser w\u00fcrde nach Inhalt der Vertr\u00e4ge keineswegs eingestanden, da bereits der verstorbene Landgraf Philipp der Gro\u00dfm\u00fctige diesem widerspr\u00e4che. Im \u00dcbrigen glaube er nicht, dass der Landgraf von Hessen-Kassel in Sachen, die sein eigenes Interesse mitbetreffen, seine Macht gegen den F\u00fcrsten von Hessen-Darmstadt gebrauchen oder ihn in Aus\u00fcbung seiner Gerechtsame st\u00f6ren lassen w\u00fcrde. Wobei er die ganze Zeit den Gespr\u00e4chspartner G\u00f6deck mit \u201eVogt\u201c anredete. Dieser aber nannte den Amtskellner Kriegsmann einen \u201eKellervogt\u201c. Dass Kriegsmann jedoch jedesmal dar\u00fcber lachte, verbitterte G\u00f6deck noch mehr, sodass zeitweise harte Worte zwischen beiden fielen. Der Vogt verlangte, da der Pfarrer von Dausenau als erster am Ort war, dass Kriegsmann diesem die Haltung des Gottesdienstes gestatte. Kriegsmann entgegnete, der Vogt solle nur in den Pfarrstuhl gucken, wer als erster am Ort gewesen w\u00e4re. Der Vogt antwortete, dass er den Braubachern ein f\u00fcr allemal den Gottesdienst nicht zulasse und dies auf jede Weise verhindern w\u00fcrde. Kriegsmann wendete ein, dass (auch) sie den Gottesdienst ein f\u00fcr allemal halten und die Verhinderung erwarten wollten. Als Kriegsmann dann das gr\u00f6\u00dfte Kirchentor \u00f6ffnete, befahl der Vogt den 2 M\u00e4nnern von Dausenau, es wieder zuzumachen. Kriegsmann sagte ihnen, sie sollten \u201esich nicht gel\u00fcsten lassen, dergleichen zu tun\u201c und stellte sich mitten in das Tor. Der Vogt wiederholte seinen Befehl \u00f6fters mit aller Ernsthaftigkeit, sodass die 2 M\u00e4nner endlich jeder einen Torfl\u00fcgel ergriffen und es mit Hilfe des Vogts zudr\u00fcckten. Kriegsmann wollte es zwar verhindern, aber die Macht war zu stark. Nachdem er aber seine Kraft verdoppelte, drang er hindurch, schmiss mit den Torfl\u00fcgeln links und rechts um sich und quetschte damit die 2 M\u00e4nner auf beiden Seiten, dem Vogt aber gab er, indem er mit aller Macht in die Kirche eindrang und der Vogt gerade vor ihm stand, einen Sto\u00df, sodass dieser zur\u00fcckprellte. Der Vogt war hier\u00fcber sehr erz\u00fcrnt und befahl den Leuten, sich diesen Vorfall zu merken. Kriegsmann entschuldigte sich: da der Vogt Gewalt gebrauchte und ihm die T\u00fcr habe zumachen lassen, habe er zur Gegengewalt greifen und die T\u00fcr wieder \u00f6ffnen m\u00fcssen, seine Absicht sei es nicht gewesen, ihn zu sto\u00dfen, er habe seinen starken Anlauf eben nicht unterbrechen k\u00f6nnen. Hierauf beorderte der Vogt die 2 M\u00e4nner auf den Turm, um Herr \u00fcber die Glocken zu sein und dem Gl\u00f6ckner am L\u00e4uten zu hindern. Dieses musste man alles geschehen lassen, das der Vogt an M\u00e4nnern \u00fcberlegen war, der Amtskellner nicht \u00fcberall Widerstand leisten konnte und der Diakon nicht aus dem Pfarrstuhl gehen durfte, da sonst die ganze Aktion verloren gewesen w\u00e4re. Obwohl Amtskellner und Diakon dem Gl\u00f6ckner mehrmals befohlen hatten, sein Amt zu verrichten und zur Kirche zu l\u00e4uten, habe er es nicht getan und mehr das Verbot des Vogts beachtet, als das Gebot des Amtskellners und Diakons. Der Vogt beratschlagte sich inzwischen mit seinem Dausenauer Pfarrer und rief die 2 M\u00e4nner vom Turm. Dann schickte man den dabei gehabten B\u00fcrger Philipp Becker hinauf, dem der Amtskellner, folgte und lie\u00df ein Zeichen l\u00e4uten. Der Vogt schrie: \u201eIch protestiere gegen dieses L\u00e4uten!\u201c Man st\u00f6rte sich aber an keinem Protest und l\u00e4utete weiter. Nachdem sich der Vogt wieder beruhigt hatte, legte er auf gew\u00f6hnliche Art und Weise Protest ein, den der Amtskellner ordnungsgem\u00e4\u00df entgegennahm, und hat daraufhin, nachdem er dem Gl\u00f6ckner das L\u00e4uten nochmals untersagt hatte, seinen Trupp weggef\u00fchrt. Der Gl\u00f6ckner aber hat, nachdem der Vogt weggegangen war, das L\u00e4uten fortgesetzt und sein Amt verrichtet und der Diakon den Gottesdienst und zugleich dem monatlichen Bettag, wie es zu Ems und auch sonst gebr\u00e4uchlich ist, ordnungsgem\u00e4\u00df mitgehalten. Inzwischen habe man aus diesen Geschehnissen die Lehre gezogen, dass man k\u00fcnftig einige starke, zwar unbewaffnete, aber mit guten harten F\u00e4usten ausgestattete Br\u00fcder mit nach Ems nehmen werde, damit man, falls es zum \u201eFaustgemenge\u201c kommen sollte, nicht ganz ohne jegliche Hilfe sei.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Durchleuchtigster F\u00fcrst, gn\u00e4digster F\u00fcrst und Herr!<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Obwohlen am nechstverwichenen 1ten Advents-Sonntag, al\u00df den 27ten [Novem]bris, der Gottedienst zu Embs von mir, dem Diacono in dasiger Kirchen sonder die geringste dietzischer Seiten unternommene Contradiction gehalten worden, so hat es hingegegen gestern al\u00df am Ged\u00e4chtnu\u00df-Tag des h[eiligen] Apostels Andre\u00e6 desto seltsamere H\u00e4ndel gesetzet.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Wir waren umb die\u00dfes Andre\u00e6-Tag willen seither Sambstag, den 26ten, zu Embs geblieben, hatten aber die un\u00df gn\u00e4digst verordnete Escorte von Soldaten, umb de\u00dfwillen nicht mitgenommen, weilen wir davor gehalten, da nunmehro bey Niederlohnstein von denen trierischen eine starcke Postirung gehalten wird, auch ein Regiment Hessen im Rheinfel\u00dfischen lieget, vor dem Feind sicher zu seyn. Wir liessen sofort unser gew\u00f6hnliches Blech in der Dienstags Nacht vor das Schl\u00fcsselloch an der Kirch-Th\u00fcr schrauben und verf\u00fcgten uns des morgens fr\u00fch umb 4 Uhr nach der Kirchen, fanden aber den Pfarrer von Daussenau nebst seinem Schuhlmeister und noch 2 M\u00e4nnern von Daussenau, sodann 3 hessen-casselische Mousque- <\/i>[pag.]<i> -tirer von der Postirung zu Embs, welche ihre Bajonnets in die Flinten gepflantzet hatten, vor der Kirchen stehen. Un\u00dfer vorgeschraubtes Blech aber kahme un\u00df die\u00dfmahlen trefflich zustatten, indeme solches verhinderte, da\u00df der Daussenauer Pfarrer mit seinem Schl\u00fcssel nicht zurecht kommen k\u00f6nte und hiese es die\u00dfmahlen bey ihme, wie der ber\u00fchmte Poet Euricius Cordus Hassiacus an einem gewissen Ort schreibet: <\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">\u201e<i>Venerat, et clausas viderat esse fores. Insertasq[ue] diu versans hinc indeq[ue] claves, non, ait, h\u00e6c coeli, qu\u00e6 fuit ante, sera est.\u201c<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Ich, der Ambtskeller, fragte den Pfarrer, was die Mousquetirer zu bedeuten hetten, ob selbige un\u00df mit Gewalt von Verrichtung des Gottesdienstes abhalten solten? Der Pfarrer contestirte zum \u00f6ffteren, da\u00df er die Mousquetirer zu keinem anderen Ende, al\u00df zu Sicherstellung seiner Person mitgenommen und damit ich nichts anderst de\u00dffalls pr\u00e6sumiren m\u00f6chte, liese er die Soldaten sogleich ab und auff das Baad zur\u00fcckmarchiren. Ich, der Diaconus, aber stellte mich in das Portal nechst an das Schl\u00fcsselloch und hielte mich fest an den ey\u00dfernen Ring, der an der Kirchth\u00fcr ware. Ich, der Ambtskeller, ertheilte dem hie\u00dfigen Burger, den wir bey un\u00df hatten, Befehl, die Th\u00fcr zu <\/i>[pag.]<i> \u00f6ffnen, welcher sogleich das Blech mit einer Zangen abschraubte und die Th\u00fcr auffschlosse. Worauff ich, der Diacon, sofort in die Kirchen trange, den Pfarrersthuhl occupirte und die Th\u00fcr <span style=\"font-size: medium;\">daran verriegelte. Der Pfarrer von Daussenau mit seinen Leuten thaten nicht die geringste Resistenz, sondern behalffe sich blo\u00df mit Protestiren und bliebe eine Zeit lang bey un\u00df in der Kirchen, indeme man sich au\u00dferhalb wegen des ungest\u00fcmen Windes nicht erhalten konte. Al\u00df nun der Tag angebrochen, begabe sich der Pfarrer auff das Baad, kame aber bald nebst dem dietz[ischen] Vogt Gooedeck zur\u00fcck und gienge damit der Krieg an.<\/span><\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i><span style=\"font-size: medium;\">Der Vogt st\u00fcrmete in die Kirchen, machte sich gewaltig mau\u00dficht, da\u00df man seinem gn\u00e4digsten unm\u00fcndigen Printzen seine jura entziehen wolte, der doch der rechte Erbherr zu Embs seye, Ew[er] Hochf\u00fcrst[liche] Durch[laucht] aber die Halbschied nur al\u00df ein Pfandschilling bes\u00e4ssen, warumb man seinem Printzen nicht auch das Hau\u00df und alles n\u00e4hme. Er wolle versichern, da\u00df des Herrn Landgraffen zu Hessen-Cassel Hochf\u00fcrst[liche] Durchl[auch]t dem Printzen seine hohe jura schon zu coserviren wissen w\u00fcrden. Ich, der Ambtskeller, antwortete dem Vogt, man th\u00e4te von Seiten des hochf\u00fcrst[lichen] Hau\u00dfes Hessen-Darmstatt anderst nichts, <\/span><\/i><span style=\"font-size: medium;\">[pag.]<\/span><i><span style=\"font-size: medium;\"> al\u00df worzu mann besag der vorhandenen alten Acten und Documenten von etlichen seculis her berechtiget und durch die bi\u00dfherige Observanz gegr\u00fcndet seye. Von dem angeblichen Pfandschilling w\u00e4re mir nichts bewust, selbiger w\u00fcrde diesseits nach dem Inhalt der Vertr\u00e4g keineswegs eingestanden, da bereits Herr Landgraff Philippus Magnanimus hochsee[ligen] Andenckens solches contradiciret. Im \u00dcbrigen glaubte ich nicht, da\u00df des Herrn Landgraffen zu Hessen-Cassel hochf\u00fcrst[liche] Durch[laucht] in Sachen welche certo respectu dero eygenes Interesse mitconcernirten, gegen Ew[er] Hochf\u00fcrst[liche] Durch[laucht] deroselben Macht gebrauchen, noch Sie in Exercirung dero Gerechtsamen turbiren lassen w\u00fcrden. Unter welchen Discursen ich dem G\u00f6edeck fort und fort das Vogtspr\u00e6dicat beylegte. Er hingegen hie\u00dfe mich einen Kellervogt. Weilen ich aber jederzeit dar\u00fcber lachte, wurde er noch mehr verbittert, da\u00df es zuweilen harte expressiones zwischen un\u00df beyden gegeben. Der Vogt pr\u00e6tendirte, weilen der Pfarrer von Daussenau die\u00dfmahlen am ersten locum occupirt hette, so m\u00f6chte ich ihme den Gottedienst zu verrichten gestatten. Wor- <\/span><\/i><span style=\"font-size: medium;\">[pag.]<\/span><i><span style=\"font-size: medium;\"> -auff ich versetzte, er solte nur in den Pfarrstuhl gucken, so w\u00fcrde er sehen, wer am ersten locum occupirt habe. Er replicirte ferner, da\u00df ein vor allemahl er absolute un\u00df den Gottesdienst nicht zulassen, sondern solchen quovis modo verhindern w\u00fcrde. Ich regerirte, wir wolten ein vor allemahl absolute den Gottedienst halten und die Verhinderung von ihme erwarten. Al\u00dfdann ich, der Ambtskeller, das gr\u00f6ste Kirchen-Thor \u00f6ffnete, befahl der Vogt denen 2 M\u00e4nnern von Daussenau, solches wieder zuzumachen. Ich sagte ihnen aber, sie solten sich nicht gel\u00fcsten lassen, dergleichen zu thun und stellte mich mitten in das Thor. Der Vogt aber wiederhohlte seinen Befehl zum \u00d6fftern mit aller Ernsthafftigkeit, da\u00df endlich die 2 M\u00e4nner jeder einen Thorfl\u00fcgel ergriffen und solches mit H\u00fclff des Vogts zutr\u00fcckten. Ich wolte es zwar verhindern, die Force jedoch war zu starck. Nachdeme ich aber meine Krafft verdoppelte, trange ich durch, schmi\u00dfe mit deren Fl\u00fcgeln lincks und rechts umb mich, quetschte damit die 2 M\u00e4nner auf beyden Seiten, dem Vogt aber gabe ich, indeme mit alle Force zur Kirchen eintrange und er grad vor mir stunde, einen Sto\u00df, da\u00df er zur\u00fcckprellte. Er fande sich hier\u00fcber sehr offendirt, <\/span><\/i><span style=\"font-size: medium;\">[pag.]<\/span><i><span style=\"font-size: medium;\"> befahl den Leuten solches auffzumercken; ich excusirte mich aber, weilen er Gewalt brauchen und mir die Th\u00fcr zumachen lassen, hette ich zur Gegengewalt schreiten und die Th\u00fcr wieder \u00f6ffnen m\u00fcssen, meine Intention seye nicht gewe\u00dfen, ihn zu sto\u00dfen, ich hette eben meinen starcken Lauff nicht unterbrechen k\u00f6nnen. Der Vogt beorderte hierauff die 2 M\u00e4nner auf den Thurn, umb Meister von den Glocken zu seyn und dem Gl\u00f6ckner das L\u00e4uten zu verhindern; welches wir alles geschehen lassen musten, indeme der Vogt an Mannschafft un\u00df \u00fcberlegen ware, ich, der Ambtskeller auch nicht \u00fcberall wehren kunte, ich, der Diaconus aber nicht au\u00df dem Pfarrstuhl gehen d\u00f6rffen, ma\u00dfen sonsten die gantze Action w\u00e4re verlohren gewe\u00dfen. Ob nun wohlen wir beyde dem Gl\u00f6ckner zum \u00f6fftern befohlen, sein Ambt zu verrichten und in die Kirch zu l\u00e4uten, hat er solches dennoch nicht gethan, sondern mehr des Vogts Verbott al\u00df unser Gebott in Acht genommen. Der Vogt berathschlagte sich inzwischen mit seinem Daussenauer Pfarrer und ruffte denen 2 M\u00e4nnern von dem Thurn. Wir aber schickten sobalden unsern bey un\u00df gehabten Burger Philip\u00df Beckern hienauff, dem ich, der Ambtskeller folgte, lie\u00dfen ein Zeichen l\u00e4uten. Der Vogt krische: \u201eIch protestire wie- <\/span><\/i><span style=\"font-size: medium;\">[pag.]<\/span><i><span style=\"font-size: medium;\"> -der die\u00dfes L\u00e4uten!\u201c Wir aber kehrten un\u00df an keine Protestation und la\u00fcteten fort. Al\u00df endlichen der Vogt in seinem Eyffer relachiret, ist er mit seiner gew\u00f6hnlichen Protestation auffgezogen kommen, die ich ihme pro more beantwortet, und hat darauff, nachdem er dem Gl\u00f6ckner das La\u00fcten nachmahlen untersaget, seinen Troupp abgef\u00fchret. Die\u00dfer aber hat, al\u00df der Vogt weggegangen, das Gela\u00fct continiuiret und sein Ambt gethan, da dann ich, der Diaconus, den Gottesdienst und dabey, wie zu Embs und sonsten bra\u00fcchlich, den monatlichen Bettag zugleich geb\u00fchrend mitgehalten. Immittelst haben wir au\u00df die\u00dfer Geschicht die Lehre gezogen, k\u00fcnfftighin noch einige, obwohl unbewehrte, jedoch mit guten harten Fa\u00fcsten versehene starcke Br\u00fcder mit un\u00df nach Embs zu nehmen, damit wir, wann es allenfalls ja zum Faustgemeng kommen soll, nicht gar ohne alle H\u00fclff seyn m\u00f6gen.<\/span><\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Womit wir in tieffster Devotion verharren.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>E[uer] Hochf\u00fcrst[liche] D[urc]h[laucht] unterth\u00e4nigst treugehorsamste Knechte Johann Christian Kriegsmann, Joh[ann] Casp[ar] M\u00fcntz.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Braubach, den 1ten [Decem]bris 1712.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><i>Dem Durchleuchtigsten F\u00fcrsten und Herrn, Herrn Ernst Ludwigen, Landgraffen zu Hessen, F\u00fcrsten zu Her\u00dffeld, Graffen zu Catzenelnbogen, Dietz, Ziegenhain, Nidda, Schaumburg, Y\u00dfenburg und B\u00fcdingen, un\u00dferm gn\u00e4digsten F\u00fcrsten und Herrn. Zum f\u00fcrst[lichen] geheimen Raht.<\/i><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Pr\u00e4sentiert Darmstadt, den 9. Dezember 1712.<\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Letzte \u00c4nderung: 21. Mai 2019<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Ralph Jackmuth<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berichte an F\u00fcrst Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt betreffend Haltung der Gottesdienste in Ems wegen Gefangenschaft des Pfarrer Leporinus im Luxemburg durch die Franzosen von Johann Henrich Vietor, Pfarrer zu Braubach; Johann Kaspar M\u00fcnz, Diakon zu Braubach; Amtsverweser Johann Christian Kriegsmann HHStAW Abt. 355 Nr. 125 Vorbemerkung: Nachdem der Emser Pfarrer Johannes Leporinus 1712 von den &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=4069\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eEms &#8211; Quellen zu Leporinus 9\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-4069","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4069","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4069"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4069\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4069"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}