{"id":1737,"date":"2017-02-16T14:11:48","date_gmt":"2017-02-16T14:11:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=1737"},"modified":"2021-09-15T08:23:17","modified_gmt":"2021-09-15T08:23:17","slug":"zum-aktuellen-forschungsstand-februar-2017","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=1737","title":{"rendered":"Zum aktuellen Forschungsstand"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Zum aktuellen Forschungsstand (Februar 2017)<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Herkunftsort von Johann Jackmuth (Stammvater der Nieverner Linie) und seinem etwaigen Bruder Leonhard (Stammvater der Arzbacher Linie) w\u00e4re ohne Internet vermutlich nur schwer und aufwendig zu ermitteln, ein Ort, \u00fcber den s\u00e4mtliche heimatliche Quellen schweigen. Erst das Aufkommen von genealogischen Datenbanken wie FamilySearch oder Ancestry und das Bestreben von Archiven immer mehr Quellen als sogenannte Digitalisate online zu stellen, brachte dann nach 25 Jahren den Durchbruch. Seit 2005 digitalisiert das belgische Staatsarchiv die Kirchenb\u00fccher des ganzen Landes im Zeitraum vom 16. bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts (Ancien Regime). Bis zum Mai 2016 (letztes Update) waren 26 000 Kirchenb\u00fccher mit \u00fcber 5,3 Millionen Seiten online einsehbar \u2014 f\u00fcr das kleine Land (etwa so gro\u00df wie Nordrhein-Westfalen) eine geradezu beispiellose Aufgabe. Aufgrund anderer Forschungsgebiete, ich hatte 2013 und 2015 zwei B\u00e4nde eines Familienbuchs f\u00fcr die Pfarrei Oberweyer (bei Hadamar) ver\u00f6ffentlicht, kamen meine Recherchen zum Kirchspiel Nievern ab 2007 v\u00f6llig zum Erliegen. Als ich dann im Oktober 2016 angefangen habe, meine schon etwas antiquiert wirkende Webseite auf ein modernes Aussehen umzustellen (WordPress) und von dem erw\u00e4hnten Digitalisierungsprojekt erfuhr, fand ich, dass es vielleicht jetzt einfacher m\u00f6glich w\u00e4re, diesen mysteri\u00f6sen Herkunftsort zu ermitteln.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Zun\u00e4chst war dem Hinweis Gensickes in seinem Beitrag in den nassauischen Annalen zum Kirchspiel Nievern (1956), dass nur bei einer Familie, die die H\u00fcttenherren aus ihrer Heimat in Nievern angesiedelt haben, der Herkunftsort genannt w\u00fcrde, nachzugehen. Und zwar bei der Familie le Gaigneur 1726 der Ort Jalhay im Marquisat Franchimont bei Verviers. Die Belegstelle Gensickes bezieht sich noch auf das alte leyensche Archiv im Schloss Waal (Allg\u00e4u), dessen 174 Regalmeter 1995 u. a. vom Landeshauptarchiv Koblenz erworben wurden und seitdem dort den Bestand 48 bilden. Wie sich dann herausstellte, hatte Gensicke das Protokoll des Gerichts Fachbach von 1726 (LHAK, Best. 48, Nr. 2210) vor sich. In der Sitzung vom 18. Juni 1726 soll u. a. ein Kaufvertrag \u00fcber zwei \u00c4cker zwischen Johannes le Gaigneur, B\u00fcrger und Schneidermeister zu Wien, und dessen Ehefrau als Verk\u00e4ufer, und Henrich le Gaigneur, wohnhaft zu Jalhay im Marquisat Franchimont, L\u00fccker Land, als K\u00e4ufern, gerichtlich best\u00e4tigt werden, was das Gericht jedoch nicht k\u00f6nne, da die G\u00fcter nicht in der Herrschaft Nievern l\u00e4gen. Auf herrschaftlichen Befehl wird dann in der Folgesitzung vom 9. Juli der am 26. April 1726 zu Wien geschlossene Vertrag dennoch, jedoch auf Gefahr der Vertragspartei und ohne Schaden des Gerichts (periculo partis et citra praeiudicium iudicii), gerichtlich best\u00e4tigt, dem Protokoll einverleibt und mit dem Gerichtssiegel versehen. Es folgt der in Regestform gehaltene vollst\u00e4ndige Vertragstext.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\" align=\"JUSTIFY\">Johannes le Gaigneur bekennt f\u00fcr sich, seine Ehefrau, Erben und Nachkommen, dass er wissentlich und wohlbed\u00e4chtlich eines steten und unwiderruflichen Erbkaufs verkauft und zu kaufen gegeben habe, auch hiermit verkaufe und zu kaufen gebe seinem lieben Oheim, dem ehrsamen Henrich le Gaigneur, wohnhaft zu Jalhay im Marquisat Franchimont im L\u00fcckerland, sowie dessen Erben und Nachkommen, sein dort aus der v\u00e4terlichen Verlassenschaft zu gew\u00e4rtigen habendes und ihm wirklich zugeteiltes Erb- und Anteil liegender G\u00fcter, bestehend aus 2 \u00c4ckern von zusammen 2 \u00be Morgen, einem gemeinschaftlichen Haubusch und einer j\u00e4hrlichen Geldrente von 2 Permis-Schillingen f\u00fcr 10 Patagone [Albertustaler] oder spanische harte Reichstaler verakkordiertes Kaufgeld, welches der K\u00e4ufer vor Auslieferung dieses Kaufbriefs wirklich und bar erlegt habe. Hier\u00fcber wird er dem K\u00e4ufer, dessen Erben und Nachkommen nicht allein besterma\u00dfen quittieren, sondern diesen auch in sein v\u00e4terliches Erbgut ein- und sich und die Seinen auf ewig heraussetzen und besonders gegen seinen Vater Charles le Gaigneur rechtliche W\u00e4hrschaft leisten, falls dieser noch am Leben sei, wieder in sein Vaterland k\u00e4me und seine G\u00fcter wieder in Besitz n\u00e4hme, indem er auf alle ihm zustatten kommenden rechtlichen Wohltaten, \u00fcber die er unterrichtet wurde und wie sie Namen haben m\u00f6gen, wohlbed\u00e4chtlich verzichtet, besonders des nicht bar empfangenen oder im Sinn des Verk\u00e4ufers verwandten Geldes, Vervorteilung \u00fcber die H\u00e4lfte des rechten Wertes, b\u00f6sen Betrugs, etc., alles ohne Arglist und Gef\u00e4hrde. Zu Urkunde dessen habe er diesen Kaufbrief eigenh\u00e4ndig unterschrieben und ein l\u00f6bliches Gericht zu Nievern an der Lahn gr\u00e4flich-leyenschen Kirchspiels, wo er geboren und erzogen wurde, ersucht, diesen respektive Kauf und Verkauf geb\u00fchrend zu Protokoll zu nehmen und mit dem gew\u00f6hnlichen Gerichtssiegel zu best\u00e4rken. So gegeben in der kaiserlichen Residenzstadt Wien, den 26. April 1726.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Dass ein Charles le Gaigneur mit Sohn Johannes und Familie in Nievern gelebt hat, geht aus dem im Jahr 1708 einsetzenden ersten Nieverner Kirchenbuch nicht hervor, muss also zeitlich davor liegen. Im Folgenden war es nun zuerst einmal notwendig, sich einen \u00dcberblick \u00fcber die Verteilung des Namens le Gaigneur in Jalhay zu verschaffen. Dabei sind die vom belgischen Staatsarchiv ebenfalls digitalsierten Kirchenbuch-Indexierungen, die bereits im 19. Jahrhundert zumindest im Bistum L\u00fcttich erstellt wurden, \u00e4u\u00dferst hilfreich. Die Aufzeichnungen der Pfarrei St. Michel in Jalhay beginnen f\u00fcr Taufen 1649, Tote 1651 und Ehen 1654 und sind ohne nennenswerte L\u00fccken erhalten. Allerdings ist le Gaigneur dort kein h\u00e4ufiger Name. Ein Charles le Gaigneur findet sich jedoch am 12.01.1696 im Ehebuch. <i>Le <\/i><i>12<\/i><i>e de<\/i><i> Jan[vier] 1696 iay donne dimissoriales a Charle <\/i><i>le Gaigneur <\/i><i>pour espouser N. Bohar demeurant a Nieueur. <\/i>Das ausgestellte Dimissoriale berechtigt den Br\u00e4utigam zur au\u00dferpfarrlichen Heirat einer gewissen <i>N. Bohar<\/i>, wohnhaft in \u201cNieveur\u201d. Ich vermute, dass es sich hier um eine frz. Schreibweise des Ortsnamens \u201cNievern\u201d handelt. Leider fehlen hierf\u00fcr weitere Belege. Da jedoch der Name \u201cJackmuth\u201d in seinen zu vermutenden Varianten \u201cJacquemot\u201d oder \u201cJacquemotte\u201d nicht zu finden war, fiel Jalhay als Herkunftsort schon einmal aus, Wie nahe ich allerdings dem Ziel war, sollte sich allerdings erst sp\u00e4ter zeigen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Endg\u00fcltige Lokalisierung des Herkunftsortes<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Es galt die Orte im gr\u00f6\u00dferen Umkreis und innerhalb des Bistums L\u00fcttich nach folgenden Kriterien abzusuchen: zwei Br\u00fcder Jean und L\u00e9onard Jacquemot(te), geboren in den 1670er Jahren und wahrscheinlich in der Eisenverh\u00fcttung besch\u00e4ftigt. Die Zentren dieses Gewerbes lagen im sp\u00e4ten 17. Jh. in L\u00fcttich und Verviers. F\u00fcr L\u00fcttich listet das Verzeichnis auf der Webseite des Archivs \u00fcber 40 Pfarreien auf, die alle im 19. Jh. indexiert wurden. Ebenso existiert ein Gesamtindex f\u00fcr alle Pfarreien. Verviers bestand nur aus der Pfarrei St. Remacle (Taufen ab 1573), die ebenfalls durch einen Index erschlossen ist. Leider brachte die Recherche hier keinen Erfolg. Auf diese Weise h\u00e4tte man mit den anderen Pfarreien weiter verfahren k\u00f6nnen, was aber immer noch eine immense Sucharbeit geworden w\u00e4re. Ich entschied mich dann \u00fcber das genealogische Portal Ancestry mit Hilfe der Suchfunktion \u201cHot Spots\u201d zu erstellen, wo der Name \u201cJacquemot(te)\u201d im 17. Jh. h\u00e4ufig war. Neben verschiedenen Orten in Belgien ergab sich eine interessante Konzentration des Namens in der Gegend um Reims in Frankreich. Eine der Hinweise f\u00fchrte mich dann nach Lierneux, ein Ort ca. 55 km s\u00fcdlich von L\u00fcttich und ca. 10 km n\u00f6rdlich von Luxemburg. Die Pfarrei St. Andr\u00e9 verwaltete neben dem Ort Lierneux selbst noch \u00fcber zehn weitere kleine Weiler, Taufmatrikel sind ab 1671 erhalten. Die beiden Orte Petit-Sart und Grand-Sart bilden eine eigene Pfarrei St. Walburge, einer Tochterpfarrei von St. Andr\u00e9 (Taufen ebenfalls ab 1671). Der Index f\u00fcr Lierneux weist einen Namen \u201cJacquemotte\u201d f\u00fcr Ende des 17. Jhs. durchaus in dem Weiler R\u00e8h\u00e2rmont nach, kennt aber die gesuchten beiden Br\u00fcder nicht. Der Durchbruch gelang Anfang November 2016 erst bei Durchsicht des Registers f\u00fcr den Ort Sart. Hier fanden sich unter dem Namen \u201cJacqmotte\u201d nur vier Taufen: Guillaume get. 11.04.1670, L\u00e9onard get. 29.09.1672, Jean get. 23.05.1675 und \u00c9lisabeth get. 01.02.1680. Weitere Angaben waren dem Index aus dem 19. Jh. nicht zu entnehmen. Auch gab das Kirchenbuch von Sart bei Lierneux keine Auskunft. Seltsamerweise lag die Anzahl der seit 1671 eingetragenen Taufen bei etwa nur f\u00fcnf Eintr\u00e4ge pro Jahr. Das konnte also nicht das Sart bei Lierneux sein. Ich wu\u00dfte aber noch von der Recherche in Jalhay, dass es dort einen Ort gleichen Namens gab, und zwar Sart-lez-Spa. Und tats\u00e4chlich: die Eintr\u00e4ge in den Kirchenb\u00fcchern dieses Ortes passten zum Index. Ich habe das Archiv dann sofort benachrichtigt, dass sie den alphabetischen Index unter dem richtigen Ort listen, um nicht noch jemanden in die Irre zu f\u00fchren. Wie ich im Folgenden noch erl\u00e4utern werde, kann es mittlerweile als gesichert gelten, dass es sich bei dem am 23.05.1675 in Sart-lez-Spa getauften Jean Jacquemotte um den Stammvater der Nieverner Linie und bei dem am 29.09.1672 in Sart-lez-Spa getauften L\u00e9onard Jacquemotte um den Stammvater der Arzbacher Linie handelt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Einige Bemerkungen zum ersten Kirchenbuch von Sart-lez-Spa und zum \u201cPatronymproblem\u201d<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das erste Kirchenbuch von Sart-lez-Spa beginnt am 17.11.1616 mit Taufeintr\u00e4gen und wird zun\u00e4chst nur sporadisch gef\u00fchrt, so hat der Jahrgang 1619 nur zwei Eintr\u00e4ge, die Jahre 1623-1627 fehlen ganz. Ab 1640 steigen die Eintr\u00e4ge auf etwa 30 pro Jahr an, fallen aber dann zu Ende des 30j\u00e4hrigen Krieges wieder auf 13 im Jahr 1651 und 7 im Jahr 1652 ab. Hier findet sich eine zeitliche L\u00fccke von Nov. 1651 bis Mai 1652. Bis 1670 (aktueller Stand der Recherche) nimmt die Anzahl auf 37 Eintr\u00e4ge (Median) pro Jahr zu mit einem H\u00f6chstand von 47 Taufen im Jahr 1669. Insgesamt werden im Zeitraum 1616-1670 1142 Kinder getauft, davon 590 m\u00e4nnliche und 552 weibliche. Vor 1647 wird der Name des Kindesmutter nur vereinzelt genannt, dann aber vollst\u00e4ndig mit Vor- und Familienname bzw. Patronym. Als dann Pfarrer Pierre Henrard am 22.06.1660 die Pfarrei \u00fcbernimmt, beginnt er auch gleich mit der Aufzeichnung von Trauungen und Todesf\u00e4llen. Gerade letztere fallen durch einen hohen Informationsgehalt auf, was zu dieser Zeit nicht selbstverst\u00e4ndlich ist. Generell werden erwachsene Personen (auch Jugendliche) mit Todes- und Begr\u00e4bnisdatum und sogar mit Datum der Exequien festgehalten. Dar\u00fcber hinaus werden auch meistens die Todesumst\u00e4nde wie z. B. Krankheiten oder Ungl\u00fccksf\u00e4lle vermerkt. Bei einigen Todesf\u00e4llen hei\u00dft es \u201cobiit in Germania\u201d, ein wertvoller Hinweis, der auch bei den ausgewanderten Br\u00fcdern Jean und L\u00e9onard noch eine Rolle spielen wird. Trauungen erscheinen mit Herkunftsort der Brautleute (wenn aus Sart-lez-Spa, f\u00e4llt er meist weg), den Trauzeugen und der Angabe \u201cdimittiert von\/nach\u201d. Der Vater der Brautleute ist durch Bezeichnungen \u201cfilius\/filia (von)\u201d oder durch das Patronym angegeben. Im Gegensatz zu deutschen finden sich in wallonischen Kirchenb\u00fcchern viele Namen in einer Patronymschreibweise. Dies f\u00fchrt teilweise zu erheblichen Identifikations-problemen, da sich die Namen in jeder Generation \u00e4ndern. Vor allem wenn Personen abwechselnd mit Patronym oder Familiennamen genannt werden. Hierzu einige Beispiele: \u201cHenricus Joannis Laurentii\u201d ist Pate am 07.03.1649, gemeint ist ein \u201cHenri, Sohn von Jean, Sohn von Laurent\u201d. \u201cCatharina Collin Thomae\u201d ist Patin am 28.04.1650: gemeint ist eine \u201cCatherine, Tochter von Collin, Tochter von Thomas\u201d. Wichtig ist hierbei die Kenntnis, dass der Name \u201cNicolas\u201d auch in den landes\u00fcblichen Formen wie \u201cCollas, Collin, Collet(te)\u201d erscheint (wie z. B. auch \u201cBadon\u201d zu \u201cBauduin\u201d). Am 02.11.1650 lassen Pierre (Petrus) Petitjean und Marie (Maria) Jacquet ein Kind taufen. Mit gleichem Namen der Mutter ist aber bei Taufen vom 06.08.1654 und 16.09.1662 das Kind nur Sohn\/Tochter eines \u201cPetri Ioannis Leonardi\u201d, d. h. der Familienname wird gar nicht genannt. Der im 19. Jh. erstellte Index listet eine Taufe richtig unter \u201cP\u201d und die anderen unter \u201cL\u201d, interpretiert das \u201cLeonardi\u201d als Familiennamen und ist an dieser Stelle v\u00f6llig unbrauchbar. Diese Beispiele sollen zeigen, welche Probleme bei der Arbeit mit wallonischen Kirchenb\u00fcchern auftreten k\u00f6nnen, die aber hier in unserem Ort Gott sei Dank nicht die Regel sind.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Der Name \u201cJacquemotte\u201d im ersten KB von Sart-lez-Spa<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Bis 1670 findet sich der Name im Taufbuch ausschlie\u00dflich und nur \u00e4u\u00dferst sp\u00e4rlich in Patenschaften. Eine <i>Anna Jacqmotte <\/i>ist am 27.01.1643 Patin bei Jean <i>de Tris.<\/i> Eine weitere Patenschaft \u00fcbernimmt sie wohl am 08.01.1646 bei Melchior Gavet. Der gleiche Name erscheint dann erneut als Ehefrau von Jean Thorez, der am 10.02.1647 ein Kind taufen l\u00e4sst. Pate ist hier ein <i>Nicolaus Jacqmotte<\/i>. Erst am 27.12.1660 findet sich der Name wieder, als <i>Guilhelmus, filius Wilhelmi Jacqmot<\/i> Pate bei <i>Leonardus Joannes Collar Herman <\/i>ist (nebenbei auch ein Beispiel f\u00fcr eine Patronymreihung \u00fcber drei Generationen). Schlie\u00dflich sehen wir noch eine Marie, Ehefrau von Jean Jacquemotte, als Patin am 22.05.1668 bei Andr\u00e9 Nivette, am 13.10.1668 bei Jean Racquette und am 11.11.1668 bei Noel Racquette. Mit der Taufe von Guillaume am 11.04.1670 lassen dann ein Guillaume Jacquemotte und eine \u00c9lisabeth Petitjean das erste von vier Kindern taufen. Es folgen L\u00e9onard am 29.09.1672, Jean am 23.05.1675 und \u00c9lisabeth am 01.02.1680. Danach kommt der Name nicht mehr vor (auch nicht im 18. Jh.). An dieser Stelle ist interessant zu sehen, dass auch Jean in Nievern seine ersten drei Kinder in der Reihenfolge Leonhard, Johannes und Elisabeth nennt. Im Ehe- bzw. im Totenbuch findet sich der Name erst ab 1668. Am 02.05.1669 heiraten die Eltern der ausgewanderten Br\u00fcder Guillaume Jacquemotte und \u00c9lisabeth Petitjean. Die Mutter ist demnach Tochter eines L\u00e9onhard Petitjean und am 14.12.1641 in Sart-lez-Spa getauft, war bei ihrer Heirat also schon 27 Jahre alt. Ein weitere Eintrag vom 18.05.1668 nennt die Trauung eines Jean Jacquemotte und einer Marie, Tochter von Henri Michel. Dieser Jean l\u00e4sst sich als Bruder des Guillaume identifizieren. Das geringe Vorkommen des Namens \u201eJacquemotte\u201c wirft einerseits die Frage auf, ob Sart-lez-Spa \u00fcberhaupt schon seit Generationen Wohnort war, l\u00e4sst anderseits aber die Zuordnung der genannten Personen zu. Blicken wir wieder auf die Patenschaft vom 27.12.1660. Ich vermute, dass es sich bei diesem \u201eGuillaume, Sohn von Guillaume Jacquemotte\u201c um den Ehemann dieser \u00c9lisabeth Petitjean handelt. Denn dann lassen sich der am 02.11.1668 an der Ruhr gestorbene Guillaume Jacquemotte und seine am 01.11.1668 ebenfalls an der Ruhr (Dysenterie) gestorbene Ehefrau Sabeau als Eltern dieses Guillaume junior interpretieren (Ende Oktober 1668 setzt in Sart-lez-Spa eine Ruhr-Epidemie ein, an der bis Mitte November neun erwachsene Personen sterben). Der 1647 genannte Pate <i>Nicolaus Jacqmotte<\/i> und die 1643 und 1646 zun\u00e4chst als Patin und 1647 wohl als Ehefrau des Jean Thorez genannte Ehefrau <i>Anna Jacqmotte <\/i>sind wahrscheinlich auch Kinder des Guillaume senior. Ob sich die Familie mit Letzterem in Sart-lez-Spa angesiedelt hat oder schon l\u00e4nger dort ans\u00e4ssig war, l\u00e4sst sich wahrscheinlich nur nach Auswertung weiterer Quellen beantworten. Geht man das Totenbuch jetzt weiter durch, findet sich erst wieder am 14.01.1688 ein Eintrag, der sich aber als wichtig herausstellen soll. Hier werden die Exequien f\u00fcr den 1670 geborenen Guillaume Jacquemotte gefeiert, der gerade mal 17 Jahre alt wurde und seit einiger Zeit\u00a0in einem Eisenbergwerk besch\u00e4ftigt war, denn es heisst: <em>qui ab aliquo tempore in fodinis ferreis fuerat.\u00a0<\/em>Dies ist der erste und bisher einzige Hinweis, dass die Familie zumindest im 17. Jh. mit der Eisenverh\u00fcttung zu tun hatte. Auch \u00fcber die Todesumst\u00e4nde gibt der Eintrag Auskunft, denn es heisst: <em>suffocatus foetore dormiens<\/em>, was sich mit \u201cam Gestank\/durch schlechte Luft im Schlaf erstickt\u201d \u00fcbersetzen l\u00e4sst. An dieser Stelle sei daraufhin hingewiesen, dass die bisher ausgewerteten Todesf\u00e4lle (bis 1670) \u00f6fters <em>pleurisi<\/em> (durch Entz\u00fcndung des Brustfells) oder auch einmal <em>corruptus morbo pulmonico<\/em> (durch Lungenkrankheit zugrunde gegangen) als Todesursache aufweisen. Dass der Bergbau Lungenkrankheiten gef\u00f6rdert hat, liegt auf der Hand. Doch weiter im Totenbuch, das noch vier weitere Eintr\u00e4ge zu unserer Familie hat. Am 11.03.1687 stirbt Marie, die Ehefrau des Jean Jacquemotte, er heiratet am 25.06.1695 ein zweites Mal und zwar eine Paschasie Botterman aus Sart-lez-Spa. \u00c9lisabeth Petitjean, die Ehefrau des Guillaume junior, stirbt am 30.03.1691. Der Witwer bleibt mit seinen S\u00f6hnen L\u00e9onard (18 Jahre) und Jean (15 Jahre) allein und scheint nicht wieder geheiratet zu haben. \u00dcber die 1680 geborene Tochter \u00c9lisabeth kann bisher nichts weiter gesagt werden. Ende der 1690er Jahre, aber sp\u00e4testens im Jahr 1700 muss dann die Auswanderung mit den beiden S\u00f6hnen an die untere Lahn erfolgt sein, da am 28.07.1700 die Exequien f\u00fcr den in Deutschland verstorbenen Guillaume junior gefeiert werden. Es ist Jean, der ausdr\u00fccklich als Bruder des Guillaume junior genannt wird, der den Pfarrer in Sart-lez-Spa darum bittet, denn es heisst im Todeseintrag <i>ad requisitionem Joannis Jacquemot, fratris eius, qui sacramentis rite munitus obiit in Germania. <\/i>Er ist auch der letzte der Familie, der in Sart-lez-Spa am 05.03.1716 an Altersschw\u00e4che (<i>senio correptus<\/i>) stirbt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Taufeintrag des L\u00e9onard Jacquemotte (29.09.1672)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"http:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/KB1_1672-09-29.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1833 size-large\" src=\"http:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/KB1_1672-09-29-1024x322.jpg\" width=\"840\" height=\"264\" srcset=\"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/KB1_1672-09-29-1024x322.jpg 1024w, https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/KB1_1672-09-29-300x94.jpg 300w, https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/KB1_1672-09-29-768x241.jpg 768w, https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/KB1_1672-09-29-1200x377.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Taufeintrag des Jean Jacquemotte (23.05.1675)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"http:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/KB1_1675-05-23.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1834 size-large\" src=\"http:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/KB1_1675-05-23-1024x348.jpg\" width=\"840\" height=\"285\" srcset=\"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/KB1_1675-05-23-1024x348.jpg 1024w, https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/KB1_1675-05-23-300x102.jpg 300w, https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/KB1_1675-05-23-768x261.jpg 768w, https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/KB1_1675-05-23-1200x408.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>Weitere Auswanderungen<\/b><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das Personen aus Sart-lez-Spa als H\u00fcttenmeister auch anderen Orten im Heiligen R\u00f6mischen Reich gewirkt haben, weist Bruno Andre in seinem Buch \u201cDas Dorf Wehr\u201d (1986), Band II nach (siehe <a href=\"http:\/\/www.kreis-ahrweiler.de\/kvar\/VT\/hjb2004\/hjb2004.30.htm\">http:\/\/www.kreis-ahrweiler.de\/kvar\/VT\/hjb2004\/hjb2004.30.htm<\/a>). Vermutlich gehen weitere Familiennamen in Nievern auf Einwanderer aus Sart-lez-Spa zur\u00fcck (vgl. den Namen Thorisch in Nievern bzw. Thorez in Sart-lez-Spa). Hier steht die Recherche jedoch noch am Anfang. Ein weiterer bisheriger Zufallsfund datiert vom 18.02.1686 im Totenbuch, als die Exequien f\u00fcr einen Thomas, Sohn eines <i>Nicolai Collin <\/i>gefeiert werden, der am 01.02.1686 <i>in Hademurre in Germania <\/i>am Fieber starb. Gemeint ist Hadamar, wo nachweislich eine Eisenh\u00fctte stand. Das Ehebuch der Pfarrei Winden mit Wein\u00e4hr, wo auch eine Eisenh\u00fctte stand, nennt zwischen 1704 und 1706 mehrfach einen Ort <i>Saar<\/i> im L\u00fcttlicher Land (<i>patria Leodiensis<\/i>), der wohl mit Sart-lez-Spa gleichzusetzen ist.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><b>Letztes Update: 17.02.2017<\/b><br \/>\n<span style=\"font-size: small;\"><b>Ralph Jackmuth<\/b><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum aktuellen Forschungsstand (Februar 2017) Der Herkunftsort von Johann Jackmuth (Stammvater der Nieverner Linie) und seinem etwaigen Bruder Leonhard (Stammvater der Arzbacher Linie) w\u00e4re ohne Internet vermutlich nur schwer und aufwendig zu ermitteln, ein Ort, \u00fcber den s\u00e4mtliche heimatliche Quellen schweigen. 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