{"id":11275,"date":"2024-05-08T08:53:16","date_gmt":"2024-05-08T08:53:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=11275"},"modified":"2024-05-08T09:10:15","modified_gmt":"2024-05-08T09:10:15","slug":"zur-aelteren-besitzgeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=11275","title":{"rendered":"Zur \u00e4lteren Besitzgeschichte des Giesh\u00fcbel"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Zur \u00e4lteren Besitzgeschichte des Giesh\u00fcbel <\/b>(Ralph Jackmuth, 2024)<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Der erste erhaltene und gemessen an den folgenden relativ kurze Pachtvertrag datiert vom 1. Mai 1501, in dem ein Jeckel den Hof <i>zom Gy\u00dfvbel<\/i> auf 12 Jahre pachtet. Ein Pachtzins wird nicht genannt, jedoch soll der Hofmann 50 oder 60 Eichenst\u00e4mme oder andere n\u00fctzliche Obstb\u00e4ume um den Hof setzen, eine Regelung, die zuk\u00fcnftiger Bestandteil der Pachtvertr\u00e4ge sein wird. Weiterhin soll er seiner Herrschaft zwei Viertel Schafe und ein bis zwei Rinder im Winter halten, wof\u00fcr ihm eine Fahrt Heu zur Unterst\u00fctzung gegeben werden soll. Diese Regelung wird sich in den folgenden Vertr\u00e4gen aber wieder verlieren. Anfang und Ende eine Pachtjahres werden auf den 22. Februar (Cathedra Petri) festgelegt, wie es bei Hofpachten allgemein \u00fcblich ist. Sollte der Hofmann gegen die genannten Regeln versto\u00dfen, soll die Laufzeit beendet sein. Jede Vertragspartei erh\u00e4lt ein Exemplar des Vertrages.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Es folgt eine L\u00fccke von fast 70 Jahren, in denen bisher keine Verpachtungen bekannt sind. 1568 verpachtet Christoph vom Stein zu Nassau dem ehrbaren Johannes von Schweighausen den Hof auf dem <i>Ge\u00dfhubell<\/i> auf 20 Jahre, eine Laufzeit die im Folgenden beibehalten werden soll. Viele Vertragsinhalte werden hier erstmals genannt. Der Hofmann hat alle Hauptgeb\u00e4ude wie Hofhaus, Scheuern und St\u00e4lle in gutem Bau und Besserung und in Dach und Gefach zu halten, Hecken und Z\u00e4une um die G\u00e4rten, Obstg\u00e4rten (Bitzen) und Wiesen hat er, falls n\u00f6tig, zu errichten. Jedes Jahr soll er einige fruchttragende Obstb\u00e4ume auf dem Hof anpflanzen. Alle zum Hof geh\u00f6rigen \u00c4cker soll er in gutem gew\u00f6hnlichen Bau und Besserung, wie es sich mit Erbg\u00fctern geb\u00fchrt und es Landesgewohnheit ist, so halten, dass er den Hof nach Ablauf der Pachtzeit besser und nicht \u00e4rger gemacht hat. Das auf den Hofg\u00fctern gewonnene Stroh und die F\u00fctterung, die nicht dem Vieh gegeben wurde, soll auf dem Hof verbleiben und nirgend anders wohin verkauft oder ver\u00e4u\u00dfert werden, sondern jedes Jahr zur Verbesserung des Hofs genutzt und verwendet werden. Jedes Jahr auf Martini (11.11.) hat der Hofmann dem Verp\u00e4chter auf dessen Behausung auf dem Stein (am Nassauer Burgberg) oder wohin er sonst geschickt w\u00fcrde, auf seine Kosten an Pacht zu liefern und zu handreichen in einer unzerteilten Summe: 11 Malter Korn, 8 Malter Hafer und 2 Ma\u00df Butter, alles Nassauer Ma\u00df und in guter, d\u00fcrrer, m\u00fchlengarer und markgebiger Frucht. An der Lieferung sollen ihn weder Heeresz\u00fcge oder Hagelschl\u00e4ge, noch vorsehbare oder unvorhersehbare Hindernisse fristen oder schirmen, sondern Christoph vom Stein oder seinen Erben diese Fr\u00fcchte zu der bestimmten Zeit unweigerlich entrichten und bezahlen. Ebenso soll der Hofmann den Hof w\u00e4hrend er ihn innehat in gutem Bau und Besserung unversetzt, unverkauft, unverkautet (unvertauscht), unbeschwert oder unverlehnt lassen und halten, es sei denn mit Vorwissen des Verp\u00e4chters und seinen Erben, und den Hof in seinen Rainen, Steinen und Furchen belassen. W\u00e4re es aber Sache, dass der Hofmann Johann in einigen Punkten und Artikeln s\u00e4umig oder br\u00fcchig befunden w\u00fcrde, was doch nicht geschehen solle, soll er sich seiner Lehnung und Pachtzeit g\u00e4nzlich und sofort ensetzt haben, die Zeit der Verlehnung aus sein und der Hof dem Verp\u00e4chter mit der Schar (Getreideschnitt) verfallen. Wenn die festgesetzten Pachtjahre um und aus seien, soll der Hof dem Verp\u00e4chter zu dessen H\u00e4nden und Gewalt wiederum heimgefallen sein. Von diesem Pachtvertrag haben sich nur eine Kopie und ein Revers des Hofmanns erhalten.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Bereits am 22. Februar 1574 verpachtet Margaretha vom Stein geb. von Nassau zur Sporkenburg, Witwe des Christoph vom Stein zu Nassau, dem ehrbaren <i>Hartzen Hammen <\/i>von Dessighofen und dessen Ehefrau <i>Threin<\/i> den Hof auf dem <i>Gi\u00dfh\u00f6bell<\/i> auf 20 Jahre f\u00fcr 8 Malter Korn, 8 Malter Hafer und 1 Ma\u00df Butter Nassauer Ma\u00df. Der Text im Pachtvertrag wird nun leicht erweitert. Und zwar soll der Verp\u00e4chter Macht haben, sich bei Vertragsbruch aus dem Hab und Gut des P\u00e4chters zu entsch\u00e4digen. W\u00fcrde der Verp\u00e4chter den Hof nach Ablauf der Pachtjahre wieder verlehnen wollen und h\u00e4tte der Hofmann den Hof nach Hofgerechtigkeit und Gebrauch gehalten und eine Neubelehnung begehrt, was aber schon die Absicht eines Anderen w\u00e4re, so soll der Hof dennoch ihm oder seinen Erben vor anderen verg\u00f6nnt sein und dieser damit belehnt werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Noch vor Ablauf der Pachtzeit verpachtet Margaretha vom Stein geb. von Nassau zur Sporkenburg, Witwe des Christoph vom Stein zu Nassau, am 22. Februar 1587 dem ehrbaren Th\u00f6nges, Sohn des Endres von Fr\u00fccht, und dessen Frau Merga den Hof auf dem <i>Gie\u00dfh\u00f6bell<\/i> auf 20 Jahre f\u00fcr 8 Malter Korn, 8 Malter Hafer und 1 Ma\u00df Butter Nassauer Ma\u00df. Die Nachkommen dieses Th\u00f6nges, der sich auch Wagner nennt, werden den Hof im 17. Jahrhundert in Erbpacht besitzen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Wieder vor Ablauf der Pachtzeit bittet Th\u00f6nges um 1599 um eine Neubelehnung. Demnach Gott der Allm\u00e4chtige nach seinem v\u00e4terlichen Willen auf dem Hof des Junkers \u201eunsere liebe Mutter\u201c und mehrere Geschwister durch den Tod abgefordert habe, der Hof aber wiederum bestellt werden muss, habe Th\u00f6nges in dieser Sache bei den Schulthei\u00dfen zu Schweighausen und Bachheim angehalten weil er zum Junker deswegen nicht kommen kann. Da jene in der Sache zum Junker auch keinen Zugang haben, gaben sie den Befehl, Th\u00f6nges solle selbst schriftlich um Belehnung des Hofs ansuchen. Am 22. Februar 1599 verpachtet Johann Gottfried vom Stein, ein Sohn des Christoph vom Stein, dem ehrbaren Th\u00f6nges, Sohn des verstorbenen Enders von Fr\u00fccht, und dessen Ehefrau Margaretha, die mit der Leibeigenschaft und anh\u00e4ngenden Dienstbarkeiten denen vom Stein zugetan sind, auf dessen geb\u00fchrliches flei\u00dfiges Anhalten den Hof auf dem <i>Gi\u00dfh\u00f6bell <\/i>auf 20 Jahre. Der Pachtzins betr\u00e4gt jetzt 7 Malter Korn und 8 Malter Hafer. Wenn die Rechtssache wegen der Viehtrift und der Weidgangsgerechtigkeit, die dieser Hof jahrelang in dem n\u00e4chst daran gelegenen Wald, die Grafenmark genannt, ruhig ausge\u00fcbt hatte, ihre gew\u00fcnschte Er\u00f6rterung erlangen und das Urteil am kaiserlichen Kammergericht<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> zu Gunsten des Verp\u00e4chters ausgehen und ihm zu Gott hoffend zum Besten gereichen w\u00fcrde, soll der Hofmann 2 Ma\u00df Butter von dem Hof jedes Jahr in die Behausung nach Nassau entrichten.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">F\u00fcr die n\u00e4chsten fast 50 Jahre fehlen nach bisheriger Erkennis alle Nachrichten. Am 26. Februar 1647 verpachtet Ludwig vom Stein den Hof f\u00fcr vier Jahre an Johannes Wagner (ein Sohn des Th\u00f6nges) und seine Frau Margaretha f\u00fcr 5 Malter Korn und 5 Malter Hafer Nassauer Ma\u00df j\u00e4hrlich, die entgegen den fr\u00fcheren Vertr\u00e4gen jetzt nach Oberlahnstein oder innerhalb zwei Meilen Umkreis vom Hof an andere zu bestimmende Orte zu liefern sind. Der P\u00e4chter soll auch jedes Jahr 2 Ma\u00df Butter geben, zwei Rinder ziehen und n\u00f6tige Fronfahrten tun. Da aber Hof und G\u00fcter durch das Kriegswesen etwas in Abgang gekommen seien und die Geb\u00e4ude wieder gedeckt werden m\u00fcssten, wird f\u00fcr die ersten drei Jahre keine Pacht erhoben. Sollten die Eheleute an der Deckung der Geb\u00e4ude s\u00e4umig befunden werden, versprechen sie, nicht allein beide Scheuern zu decken, sondern auch zum Wohnhaus neu aufgeschlagene Geb\u00e4ude auf ihre Kosten zu st\u00e4bern (<i>stibrichen<\/i>)<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a>, zu kleiben<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> und zu bauen. Ein Malter Korn soll ihnen an der Pacht f\u00fcr 1647 zur Unterst\u00fctzung nachgelassen werden, den Maurerlohn entrichtet der Verp\u00e4chter. Sollte durch Kriegsgefahr der Ackerbau unab\u00e4nderlich verhindert werden oder eine Pl\u00fcnderung oder Verheerung der Fr\u00fcchte vorgehen, was Gott in Gnaden verh\u00fcten wolle, oder sonst eine gemeine Landesstrafe von Gott verh\u00e4ngt werden, dann soll den P\u00e4chtern nach Erkenntnis redlicher Leute ein billigm\u00e4\u00dfiger Nachlass an der Pacht gegeben werden mit der ferneren Zusage, dass nach Ablauf der vier Pachtjahre den Eheleuten auf ihr geb\u00fchrendes Anhalten dieser Hof vor anderen geg\u00f6nnt und verlehnt werden soll. Durch diese st\u00e4ndige Kriegsgefahr mit all ihren Konsequenzen wie Pl\u00fcnderung und Brandschatzung l\u00e4sst sich das Fehlen von Pachtbriefen im Zeitraum von 1619, als die 1599 begonnene Pachtzeit theoretisch abgelaufen war, bis 1647 erkl\u00e4ren.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach Ablauf der Pachtzeit pachten Johannes Wagner und seine Frau Margaretha den Hof Giesh\u00fcbel am 3. Januar 1651 wieder auf 3 Jahre. Sie verpflichten sich, jedes Jahr zu Martini, am Tag zuvor oder danach, an guter, reiner und markgebiger Frucht nach Nassau zu liefern: 6 Ml. Korn und 6 Ml. Hafer im Jahr 1651, 6 \u00bd Ml. Korn und 6 \u00bd Ml. Hafer im Jahr 1652, 7 Ml. Korn und 7 Ml. Hafer im Jahr 1653, alles in Nassauer Ma\u00df, und 2 Ma\u00df Butter j\u00e4hrlich, sowie in der Pachtzeit 2 Rinder, die ihnen vom Verp\u00e4chter gestellt werden, zu f\u00fcttern und zu halten und einige Fronfahrten zu tun. Sollten die Sommer- und Winterfr\u00fcchte durch Frost, Hagel oder unab\u00e4nderliches Ungl\u00fcck verderben, soll den Hofleuten auf die Einsch\u00e4tzung ehrlicher Leute hin, ein billigm\u00e4\u00dfiger Nachlass an der verdorbenen Frucht geschehen. Bei Pachtablauf soll der Hof den Hofleuten auf ihr geb\u00fchrendes Ansuchen und Wohlverhalten hin aufs Neue geg\u00f6nnt und nach Sachlage aufs Neue verlehnt werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong><span style=\"font-size: 10pt;\">Anmerkungen<\/span><\/strong><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1 <\/a>Vgl. hierzu die Reichskammergerichtsakten<\/span><\/p>\n<p class=\"sdfootnote\" style=\"padding-left: 40px;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><b>HHStAW, Abt. 1, Nr. 2553:<\/b> Margarethe verwitwete vom Stein, geb. von Nassau, deren S\u00f6hne Gottfried und Christoph vom Stein gegen Schulthei\u00df und Gemeinde zu Scheuern, 1592-1624; Sachverhalt: Streit um Gew\u00e4hrung von Weidegangs- und Mastungsrechten f\u00fcr den dem Kl. geh\u00f6rigen Hof Giesh\u00fcbel in der Scheuerer Mark und in der Grafenmark, die von den Bekl. nicht anerkannt werden, weshalb es zu Pf\u00e4ndungen gekommen war.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\"><b>HHStAW, Abt. 1, Nr. 1745: <\/b>Margarethe geb. von Nassau verwitwete vom Stein und ihre S\u00f6hne Gottfried und Christoph vom Stein gegen Schulthei\u00df und Gemeinde zu Scheuern (= Scheuern, Bergnassau), 1592-1622; Sachverhalt: Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils, Best\u00e4tigung im Recht des Weidgangs und des Viehtriebs in der Scheurer Mark und der Grafenmark im Burgfrieden Nassau f\u00fcr den den Kl\u00e4gern geh\u00f6renden Hof\u00a0Giesh\u00fcbel\u00a0im Vierherrischen<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\"><b>HHStAW, Abt. 1, Nr. 2435:<\/b> Margarethe verwitwete vom Stein, geb. von Nassau, deren S\u00f6hne Gottfried und Christoph vom Stein gegen Johann VI. Graf von Nassau-Dillenburg, Philipp IV. Graf von Nassau-Weilburg, Johann Ludwig I. Graf von Nassau-Wiesbaden-Idstein, deren Kommissare Dr. Georg Scheuren, Amtmann zu Diez, Johann Pica, Rentmeister zu Weilnau, 1592; Sachverhalt: Anspruch auf Herausgabe aller Akten die Kommissionsverhandlungen um den Streit der Kl. mit der Gemeinde Scheuern um Weidgangs- und Viehtriebsrechte f\u00fcr den den Kl. geh\u00f6rigen Hof Giesh\u00fcbel an der Scheuerer Mark und der Grafenmark im Burgfrieden Nassau<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2 <\/a>eine Fachwerkwand mit St\u00e4ben versehen<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3 <\/a>eine Fachwerkwand mit Lehm verputzen<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"sdfootnote\"><strong>Edition der Pachtvertr\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: Freiherr vom Stein&#8217;sches Archiv Nassau, Nr. 3415<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>1 Pachtvertrag Giesh\u00fcbel an Jeckel auf 12 Jahre<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"RIGHT\"><span style=\"font-size: medium;\">1501 Mai 1<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Jeckel entlehnt den Hof Giesh\u00fcbel (<i>zom Gy\u00dfvbel<\/i>) auf 12 Jahre. Er soll den Hof in \u00c4ckern und Wiesen bebauen und das Backh\u00e4uschen wieder herrichten ohne Zutun der Herrschaft. Hierf\u00fcr soll ihm das Holz geliefert werden und er soll es auf seine Rechnung machen. Der Hof soll jahrweise verpachtet werden und man soll es damit halten, wie es Pachtrecht ist. Jeckel soll auch um den Hof 50 oder 60 Eichenst\u00e4mme setzen oder andere n\u00fctzliche Obstb\u00e4ume. Auch er soll er seiner Herrschaft zwei Viertel Schafe und ungef\u00e4hr ein oder zwei Rinder im Winter halten. Daf\u00fcr soll man ihm j\u00e4hrlich eine Fahrt Heu zur Unterst\u00fctzung geben. Die Laufzeit soll auf St. Peterstag im Lenz (22. Februar) beginnen und enden. W\u00e4re es Sache, dass der Hofmann an einigen vorgenannten Punkten s\u00e4umig w\u00fcrde, soll die Laufzeit beendet sein. Es sind zwei gleichlautende Zettel auseinander geschnitten, sodass jede Partei einen hat und sich daran zu halten wei\u00df. Gegeben auf St. Walpurgistag anno 1501.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Zu wissen daz Jeckel den hop zom Gy\u00dfvbel bestanden vnd entleent hait zwolff jaer | langk nae eynander fulgende nae dat[um] dissir zedele. Vnd sal den selben hob jn ecker | vnd wesen b\u00fcwen vnd b\u00fcwelich halten vnd daz backh\u00fc\u00dfgen widder vff r\u00fcsten | sonder der herschafft zuthain. Dez sal man eme daz hultz erwerben vnd dan far&#8230;, | sal er v\u00df follen machen jn sine[n] kosten vnd lon. Vnd den hob sal man jars v[er]pecht[en] | vnd dar mit halt[en], wy pachtz recht ist. Auch sal Jeckel vmb den hob settzen | l ader lx stemme eychen ader ander notzlich obe\u00df ba\u00fcume. Vnd sal auch siner | herschafft vff dem hob halt[en] zwey firtel schaeff vnd ein rynt ader zwey | vngeu[er]lich wynther&#8230; Dez sal man eme jar\u00df zu sture geben eyn fart hauwe\u00df | Vnd die jar[e]zal sollent v\u00df vnd an gheen vff sent Peter\u00df tagh jm lentzen | gelegen. Vnd wers sache, daz der hobman an eynichem panthe vorge\u00df s\u00fcmich worde, | so solten sin jarezal v\u00df sin. Vnd sint disser zedel zwej glich ludende v\u00df eyn gesnyden, der igliche p[ar]thie eyne[n] hait, sych dar nae wissen zu halt[en]. Dat[um] vff sent Walpurgen tagh a[nn]o xv<sup>C<\/sup> vnd j jar[e].<\/i><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>2 Pachtvertrag Giesh\u00fcbel an Johann von Schweighausen auf 20 Jahre<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"RIGHT\"><span style=\"font-size: medium;\">1568<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Christoph vom Stein verpachtet 1568 dem ehrbaren Johannes von Schweighausen den Hof auf dem Giesh\u00fcbel (<i>Ge\u00dfhubell<\/i>) auf 20 nacheinander folgende Jahre. Der Hofmann hat alle Hauptgeb\u00e4ude wie Haus, Hof, Scheuern und St\u00e4lle in gutem Bau und Besserung und in Dach und Gefach zu halten, auch alle Hecken und Z\u00e4une um die G\u00e4rten, Bitzen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> und Wiesen, es sei gleich, wo es wolle, zu halten, wo es vonn\u00f6ten, aufzurichten. Jedes Jahr hat er etliche fruchttragende Obstb\u00e4ume auf den Hof zu setzen und zu pflanzen. Weiterhin soll er alle zu dem Hof geh\u00f6rigen \u00c4cker in gutem gew\u00f6hnlichen Bau und Besserung, wie es sich mit Erbg\u00fctern geb\u00fchrt und Landesgewohnheit ist, so halten, dass er den Hof nach Ablauf der Pachtzeit besser und nicht \u00e4rger gemacht hat. Das auf den Hofg\u00fctern gewachsene Stroh und die F\u00fctterung, die nicht dem Vieh gegeben wurde, soll auf dem Hof verbleiben und nirgend anders wohin verkauft oder ver\u00e4u\u00dfert werden, sondern jedes Jahr zur Besserung des Hofs genutzt und verwendet werden. Jedes Jahr auf Martini soll er Christoph vom Stein auf seine Behausung auf dem Stein oder wohin er sonst hin beschieden w\u00fcrde, auf seine Kosten und Verlust zu Pacht liefern und handreichen in einer unzerteilten Summe: 11 Malter Korn, 8 Malter Hafer und 2 Ma\u00df Butter, alles Nassauer Ma\u00df und in guter, d\u00fcrrer, m\u00fchlengarer und markgebiger Frucht. An der Lieferung sollen ihn weder Heeresz\u00fcge oder Hagelschl\u00e4ge, noch vorsehbare oder unvorhersehbare Hindernisse fristen oder schirmen, sondern Christoph vom Stein oder seinen Erben diese Fr\u00fcchte zu der bestimmten Zeit unweigerlich entrichten und bezahlen. Ebenso soll der Hofmann Johann den Hof w\u00e4hrend er ihn innehat in gutem Bau und Besserung unversetzt, unverkauft, unverkautet<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a>, unbeschwert oder unverlehnt lassen und halten, es sei denn mit Vorwissen des Verp\u00e4chters und seinen Erben, und den Hof in seinen Rainen, Steinen und Furchen belassen. W\u00e4re es aber Sache, dass der Hofmann Johann in einigen Punkten und Artikeln s\u00e4umig oder br\u00fcchig befunden w\u00fcrde, was doch nicht geschehen solle, soll er sich seiner Lehnung und Pachtzeit g\u00e4nzlich und sofort ensetzt haben, die Zeit der Verlehnung aus sein und der Hof dem Verp\u00e4chter mit der Schar<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> verfallen. Wenn die festgesetzten Pachtjahre um und aus seien, soll der Hof dem Verp\u00e4chter zu dessen H\u00e4nden und Gewalt wiederum heimgefallen sein. Diese Lehnung soll in dieser Weise stet, fest und unverbr\u00fcchlich in allen Punkten und Artikeln gehalten werden. Zur Beurkundung der Wahrheit habe ich Christoph vom Stein mein angeborenes Insiegel hier unten an diesen Brief tun dr\u00fccken, welcher gegeben im Jahr tausend f\u00fcnfhundert sechzig und acht.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Jch Christoffell vom Stein bekennen hiermit offentlich jn vnd mit crafft di\u00dfes briefs vor mich, meine erben vnnd nachkommen, das jch dem erbarn Johannen von Schweickhau\u00dfen meinen hoeff vff dem Ge\u00dfhubell verlauhaben haben vnnd verleyhen jm den gemelten hoeff zu zwantzigh jaer langk nechst dato nach ein ander volgende also vnd derogestaldt, das gemelter Jhonhesen nun hinfurtter gemelten hoeff zu seinen handen haben vnd nhemen soll also vnd dergestalt, das ehr die beuw als aus, hoeff, scheuwer, stelle, jn gutem bauw vnd besserungh, jn dach vnd gefach halten, auch alle hegen, zeuen vmb die gertten, betzen vnd wiessen, es sey gleich wo es woldt, doe derselbigen zu haltten von noetten. Es jst auch beredt, das er alle jars etliche fruchtbare obs beum vff den hoeff setzen vnd plantzen soll. Furtters so soll ehr auch alle ecker, wes deren zum hoeff gehoerigh, jn guetem gewonlichem bauw vnd besserungh halten, wie sich das dan mit erbguettern gepurt vnnd landtsgewonheit jst, also das ehr den hoeff zu au\u00dfganck der jartzaill gebessert vnd nit geergertt erfunden werden. Es jst auch beredt, das gemelter Jhohan alles das stroe, so vff des hoeffs guetern wechst, auch alle futterungh, wes des nit mit dem vihe veratzt wirdt, soo er daruff bleiben lassen vnd nirgents anders wohin verkauffen oder vereussern, sunder jdes jor\u00df zur besserungh des hoffs genutzt vnd gewendt werden. Des soll gemelter hoffman Johan mir Cristoffeln vom Stein, meinen erben oder nachkomen alle vnd eins jden jars zu Martinij vff meine behaussungh vff den Stein oder wo wir jenen hinbescheiden werden vff seine costen vnd verlust zu pfacht lieberen vnnd hantreichen jn einer vnuerdeilther summa, als nemblich ahn korn eylff malter vnd acht malter haben vnd zwo ma\u00df bottern Nassauwer mas, gueter, durrer, muellengarrer vnd martgeber frucht vnd ahn <\/i>[R\u00fcckseite]<i> welcher lieberungh der frucht jhm weder heerzugk, hagelschlagk oder einige hinderung, versehen oder vnuersehen, sie soll frischen oder schirmen, sonder mir Cristoffelen oder meinen erben solliche frucht, als obstehet, zu bestimpter zeit vnweigerlich entrichten vndt betzaellen. Desgleichen so soll der hoffman Johan gemelten meinen hoeff jn guten bauw vnd besserungh vnuersetzt, vnuerkaufft, vnuerkauth, vnbeschwerdt oder vnuerlehenet la\u00dfen vnd halten, dieweill ehr jnen jnhait ohn vorwissen mein oder meiner erben, sonder den hoeff binnen seinen reinen, steinen vnd foern aller massen, wie oben vermeldet stehet. Wer es aber sach, das gemelter hoffman Johan jn einigen puncten vnd artickeln, wie obstehet, seumugh oder bruchigh erfunden wuerdt, das doch nit sein solt, als dan so soll ehr sich seiner lehenungh vnd antzoll der jar gentzlich vnd zumall entsetzt haben vnd au\u00df sein, vnd soll mir mit der schaer verfallen vnd sich deren selbst entsetzt haben. Vnd wan disse obbestimpte jartzaell aus sein, so soll der hoeff mir vnnd meinen erben oder nachkommen widderrumb zu vnsern handen vnd gewaldt heimbgefallen sein. Di\u00dfe lehenungh soll also stehet, fest vnnd vnuerbreuchlich jn allen puncten vnd artickeln gehalten werdenn. Zu vrkhunt der warheyt so hab jch Christoffell vom Stein mein angeporn jngesigell hierunden ahn di\u00dfen brieff thun drucken, welcher gegeben jm jaer thaussent funffhundert sechtzigk vnnd acht.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">[Betreff]<i> Copia verlehnung vber den hoff Gi\u00dfh\u00fcbell 1568<\/i><\/span><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p><strong><span style=\"font-size: 10pt;\">Anmerkungen<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1 <\/a>Bitze = Baumgarten, Obstgarten (Grimm: DWB)<br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" style=\"font-size: 10pt;\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2 <\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">unvertauscht<br \/>\n<\/span><\/span><a class=\"sdfootnotesym\" style=\"font-size: 10pt;\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3 <\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Getreideschnitt, Ernte<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>3 Johann von Schweighausen reversiert \u00fcber die Verpachtung des Hofs Giesh\u00fcbel<\/b><\/p>\n<p align=\"RIGHT\"><span style=\"font-size: small;\">1568<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Jch Johann von Schweighau\u00dfen thun khunt vnd bekennen offentlich jn vnd mit dissem offenen reuers brieff vor mich, meine erben, wie das jch von dem edlen vnd eherentuestenn juncker Christffelnn vom Stein entlauwen haeb vnd entlehenen eynen eygenen hoeff vff dem Gi\u00dfhuebell mit allem seinem zugehoer, es sey hau\u00df, hoeff, aecker, wiessen, hecken, gertten vnd sunsten mit aller zugehoer, denselbigen jntzuhaben, zu nutzen vnnd zu geprauchen, zwantzigk jar langk nach einander volgende nechst dato di\u00dfes briefs. Des soll vnnd verpflicht ich mich mit di\u00dfem reuer\u00df dem edlen vnd eherentuesten Christoffeln vom Stein, meinem junckern, oder seynen erben alle vnnd eins jden jars vff Martinj acht oder viertzehen thagh darnach vnbefangen vff jere behaussungh den Stein oder aber wo wir hin bescheiden werden, zu liebern vnnd zu hantreichen eylff malter korns vnnd acht malter habernn, auch zwo ma\u00df bottern Nassawer mae\u00df gueter durrer vnd muellengaerer markgeber frucht. Auch soll vnnd woll jch Johan die guetter gemelts hoeffs jn guetem gewonlichem bauw vnnd besserungh, jn dach vnnd fach, jn hegen vnd zeunen, es seyen ecker oder wiessen, zu halten, wie es dan jn meiner verlehnungh angezeigt vnnd vermeldt wierdt, also zu halten, wie lendtlich vnnd breuchlich ist. Wer es auch sach, das jch ahn lieberungh des pachts wie obstehet seumigh erfunden wuerdt, so soll vnnd magh sich mein juncker obgenent oder seyne erben seines schadens, wo de\u00dfen daruff gangen, ahn allen meinen guetern, sie seyen gereidt oder vngereidt, erhoellen sunder weigerungh mein Johans oder meiner <\/i>[R\u00fcckseite]<i> erben bey entsetzungh der lehenungh vnnd verlierungh der schaar im feldt. Vnd wan die jartzaell vmb vnnd au\u00df sein, so soll der hoeff widderrumb meinem junckern obg[emelt] oder seynen erben zu seinen handen vnnd gewaldt heimbgefallen sein. Dis alles wie obstehet geloben vnnd versprechen jch Johan ahn eydes stat disse meyne lehenungh obgemelter punckten vnd artickellen nach bey verlierungh der lehenungh stehet vnnd fest zu halten vnuerbr\u00fcchigh ahn alle geuerdt. Vnnd zu meherrer sicherheyt hab jch Johan hoffman obg[emelt], dieweyll jch mich selbs keynes syegels geprauchen, gebetten vnnd erbetten habenn <\/i>[ ]<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>4 Pachtvertrag Giesh\u00fcbel an <i>Hartzen Hammen<\/i> von Dessighofen auf 20 Jahre<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"RIGHT\"><span style=\"font-size: medium;\">1574 Februar 22<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Witwe Margaretha vom Stein geb. von Nassau verpachtet am 22. Februar 1574 (Cathedra Petri) dem ehrbaren <i>Hartzen Hammen <\/i>von Dessighofen und dessen Ehefrau <i>Threin<\/i> den Hof auf dem Giesh\u00fcbel (<i>Gi\u00dfh\u00f6bell<\/i>) auf 20 nacheinander folgende Jahre. Der Hofmann hat alle Hauptgeb\u00e4ude wie Haus, Hof, Scheuern und St\u00e4lle in gutem Bau und Besserung und in Dach und Gefach zu halten, auch alle Hecken und Z\u00e4une um die G\u00e4rten, Bitzen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> und Wiesen, es sei gleich, wo es wolle, zu halten und wenn es vonn\u00f6ten, aufzurichten. Jedes Jahr hat er etliche fruchttragende Obstb\u00e4ume auf den Hof zu setzen und zu pflanzen. Weiterhin soll er alle zu dem Hof geh\u00f6rigen \u00c4cker in gutem gew\u00f6hnlichen Bau und Besserung, wie es sich mit Erbg\u00fctern geb\u00fchrt und Landesgewohnheit ist, so halten, dass er den Hof nach Ablauf der Pachtzeit besser und nicht \u00e4rger gemacht hat. Das auf den Hofg\u00fctern gewachsene Stroh und die F\u00fctterung, die nicht dem Vieh gegeben wurde, soll auf dem Hof verbleiben und nirgend anders wohin verkauft oder ver\u00e4u\u00dfert werden, sondern jedes Jahr zur Besserung des Hofs genutzt und verwendet werden. Jedes Jahr auf Martini soll er der Witwe Margaretha vom Stein auf ihre Behausung auf dem Stein oder wohin er sonst hin beschieden w\u00fcrde, auf seine Kosten und Verlust zu Pacht liefern und handreichen in einer unzerteilten Summe: 8 Malter Korn, 8 Malter Hafer und 1 Ma\u00df Butter, alles Nassauer Ma\u00df und in guter, d\u00fcrrer, m\u00fchlengarer und markgebiger Frucht. An der Lieferung sollen ihn weder Heeresz\u00fcge oder Hagelschl\u00e4ge, noch vorsehbare oder unvorhersehbare Hindernisse fristen oder schirmen, sondern er soll schuldig sein, diese Fr\u00fcchte dem Verp\u00e4chter zu der bestimmten Zeit unweigerlich zu entrichten und zu bezahlen. Ebenso soll der Hofmann <i>Hartzen Hammen<\/i> den genannten Hof Giesh\u00fcbel, solange er diesen in oder unter den H\u00e4nden hat, in gutem Bau und Besserung unversetzt, unverpf\u00e4ndet, unverkauft, unverkautet<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a>, unbeschwert, unverlehnt oder wie solches Namen haben mag, lassen und halten, es sei denn mit Vorwissen des Verp\u00e4chters und seinen Erben und Nachkommen, und den Hof in seinen Rainen, Steinen, Furchen und Malen, wie es sich geb\u00fchrt, halten und handhaben. W\u00e4re es aber Sache, dass der Hofmann in einigen vorgenannten Punkten und Artikeln sowohl im Kleinsten wie im Gr\u00f6\u00dften s\u00e4umig oder br\u00fcchig befunden w\u00fcrde, was doch nicht geschehen solle, soll er sich seiner Lehnung und Pachtzeit g\u00e4nzlich und sofort ensetzt haben, die Zeit der Verlehnung aus sein und der Hof dem Verp\u00e4chter mit der Schar<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> verfallen. Der Hofmann soll sich deren selbst entsetzt haben bei Verpf\u00e4ndung all seiner Habe und G\u00fcter, sie seien bereit oder unbereit, an denen sich der Verp\u00e4chter bis zur abschlie\u00dfenden Bezahlung seines Schadens zu entsch\u00e4digen Macht haben soll. Wenn die festgesetzten Pachtjahre um und aus seien, soll der Hof dem Verp\u00e4chter zu dessen H\u00e4nden und Gewalt wiederum heimgefallen sein. W\u00fcrde der Verp\u00e4chter den Hof nach Ablauf der Pachtjahre wieder verlehnen wollen und h\u00e4tte der Hofmann den Hof nach Hofgerechtigkeit und Gebrauch wie oben beschrieben gehalten und eine Neubelehnung begehrt, was aber schon die Absicht eines Anderen w\u00e4re, so soll der Hof dennoch ihm oder seinen Erben vor anderen verg\u00f6nnt sein und dieser damit belehnt werden. Diese Lehnung soll in dieser Weise stet, fest und unverbr\u00fcchlich in allen Punkten und Artikeln gehalten werden. Zu wahrer Beurkundung, fester Stetigkeit und mehrer Sicherheit sind zwei gleichlautende Verlehnungsbriefe und in einer Handschrift geschrieben, auseinandergeschnitten und jedem Teil einer zugestellt worden, um sich danach zu richten. Sollte einer der Briefe besch\u00e4digt werden oder verloren gehen, so soll der andere in all seinen Punkten und Artikeln in Kraft sein und bleiben. Gegeben und geschehen auf Cathedra Petri nach der Geburt unseres lieben Herrn Heilands und Seligmachers Christi tausend f\u00fcnfhundert und im vierundsiebzigsten Jahr.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Jch Margaretha, wittib vom Stein gebornne von Nassaw thun kundt vnd bekennen hiemit offendtlich vnd in crafft dieses brieffs fure mich, meine | erben vnd nachkommen, das ich dem erbarnn Hartzen Hammen vonn Dessigoffen, Threinen, seiner ehelichen hausfrawen, meinen hoff vff dem | Gi\u00dfh\u00f6bell verlauhenn hab vnnd verleyhen im den gemelten hoff zwantzig jar lang negst dato noch ainander volgende also vnd derogestaldt, das | gemelter Hartzen Hammen nuhn hinfurdter obg[emelten] hoff zu seinen hanndenn habenn vnd nemmen soll mit dem vnderscheidt, beding vnd abredt, das er die bew | als haus, hoff, scheuren, stell in gutem baw vnd besserung, jn dach vnd gefach haltenn, auch alle hegenn, zeun vmb die g\u00e4rdten, betzenn vnd wiessen, | es sey gleich wo es wolt, do derselbigenn zu halten vonn\u00f6ttenn, vffrichtenn. Es ist auch aberedt, das er alle vnnd eins ieden jars etliche fruchtbare obs | beum vff denn hoff setzenn vnd pflanntzen soll. Furters so soll er auch alle eckerm we\u00df derenn zum hoff geh\u00f6rig, jn gutem gew\u00f6nlichen baw | vnnd besserung, wie sich dann das mit erbguternn gepurdt vnnd lanndtsgewonheidt ist, halten, also das er den hoff zu ausgang dero obg[emelten] jarzall | gebesserdt vnnd nicht geergerdt. Es ist auch beredt, das mehrgemelter hoffman alles das stro, so vfs hoffs guternn wechst, auch alle fuderung | wees des nyt mit dem viehe veratzt wierdt, soll er daruff pleybenn lasen vnd nirgenndts anders wohin verkauffen oder vereussernn, sondernn jedes | jars zur besserung des hoffs genutzt vnnd gewendt werdenn. Dessen sol gemelter hoffman Hartzen Hammenn | mit Margarethenn, wittibenn vom Steyn, meinen erben oder nachkommen alle vnnd eins jedern jars besunder zu Martinj des heyligen bischoffs | tag im windter gelegenn vff meine behausung vff den Stein oder wo er furters hin bescheidenn wierdt, vff seinen costenn vnd verlu\u00dft zu pfacht | luffernn vnd hanndtreichenn in einer vnzerteyltenn summen als nemblich an kornn acht malter, ann habern acht malter vnd ein mas bottern, | alles Nassawer mas, guter, durrer, mullengarer vnd marckgeber frucht, vnnd an welcher lufferung der frucht jn weder hereszugk, hagel- | -schlag oder einige hindernus, versehen oder vnunersehenn, fristenn oder schirmen soll, sonndern mir oder meinen erben solche frucht als furstedt zu be- | -stimpter zeit vnweygerlich zu endtrichtenn vnd zu bezallenn schuldig sein. Derogleichenn auch soll der hobman Hartzen Hammen gemelten | hoff Gi\u00dfhubell in gutem baw vnd besserung vnuersetzt, vnuerpfendt, vnuerkaufft, vnuerkaudt, vnbeschwerdt, vnuerlehenet oder wie solchs namen | haben magh, lasen vnd haltenn, aldieweyl er obg[emelten] hoff jnnen oder vnder handen hat, ohnne vorwiessen mein, meiner erben vnd nachkommen, sondern | den hoff binnen seiner reynen, steinen, fhoeren vnnd mallen, allermassen sichs gepurt, handthabenn vnd halten. Were es aber sach ,| das vilgemelter hobman in einigen puncten vnd artickeln, wie furstedt, es were im kleinsten, so wol als im gr\u00f6sten, seumig oder pruchig erfunden | wurde .\/. dessen doch nit sein soll .\/. als dan sol er sich seiner lehenung vnnd anzall der jar gentzlich vnd zumal endtsetzt haben vnd aus sein, vnd sol mir, | meinen erbenn vnd nachkommen mit der schar verfallenn vnd sich deren selbst endtsetzt haben bey verpfundung des hobmans aller seiner hab vnd guter, sie seien gereidt oder vngereidt, daran ich vnd meine erben vns alles vnsers schadens bi\u00df zu endtlicher bezallung zu erholen macht haben sollen. Vnndt wehenn diese obbestimbte jarzal vmb vnd aus | sein, so soll vil vnd offtgemelter hoff mir, meinen erben oder nachkommen wiederumb zu vnsern handen vnd gewaldt heimgefallen sein. Jm fal auch | do sichs zutragenn wurde, das zu ausgang der jar jch, meine erben vnd nachkommen mehrgemelten hoff widerumb verlehenen wolten vnd sich befinden | thedt, das der hobman den hoff, wie hoff gerechtigkeidt vnd geprauch .\/. auch wie obangezeigt gehalten .\/. vnd denen wider in lehnung begerdt, vnd | thun wolt, wees ein anderer thun w\u00f6lt, solt er ime oder seinen erben, so darzu dhienlich, fur andern vergundt vnnd damit belehenet werden. Diese | verlehenung soll also stedt, vhest vnnd vnuerpruchlich in allen puncten vnd artikeln gehalten werden. Dessen alles zu wahrer vhrkundt, vester <\/i>[R\u00fcckseite]<i> stettigkeidt, mehrer sicherheidt vnd gleichem behaldt seindt dieser verleyhungsbrieff zwenn gleichlaudts einer handschrifft geschrieben vnnd | auseinander geschnidtenn, derenn ieder theill sich darnoch haben zu gerichtenn seinen zu handenn endtpfanngen. Vnd im fal sichs begebe oder zutragen | wurde, das einer versert oder aber verlustig gemacht wurde, so soll nichts desto weniger der ander in allen seinen puncten vnd artickelnn | crefftig sein vnnd pleybenn. Gebenn vnd geschehen vff Cathetra Petrj nach der gepurt vnsers lieben hernn heylandt vnd selichmachers Christy tausendt funffhundert vnnd im vier vnd siebentzigstenn jare.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">[Betreff] <i>Verleihung des hoffs Gi\u00dfh\u00f6bell 20 jar lang anfahendt vff Cadetrtra <\/i>[sic!]<i> Petry 1574<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong><span style=\"font-size: 10pt;\">Anmerkungen<\/span><\/strong><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1 <\/a>Bitze = Baumgarten, Obstgarten (Grimm: DWB)<br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" style=\"font-size: 10pt;\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2 <\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">unvertauscht<br \/>\n<\/span><a class=\"sdfootnotesym\" style=\"font-size: 10pt;\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3 <\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Getreideschnitt, Ernte<\/span><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>5 Pachtvertrag Giesh\u00fcbel an Th\u00f6nges, Sohn des Endres von Fr\u00fccht, auf 20 Jahre<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"RIGHT\">1587 Februar 22<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Witwe Margaretha vom Stein geb. von Nassau verpachtet am 22. Februar 1587 (Cathedra Petri) dem ehrbaren Th\u00f6nges, Sohn des Endres von Fr\u00fccht, und dessen Ehefrau Merga, die mit der Leibeigenschaft denen vom Stein zugetan sind, auf dessen Anhalten den Hof auf dem Giesh\u00fcbel (<i>Gie\u00dfh\u00f6bell<\/i>) auf 20 nacheinander folgende Jahre. Der Hofmann hat alle Hauptgeb\u00e4ude wie Haus, Hof, Scheuern und St\u00e4lle in gutem Bau und Besserung und in Dach und Gefach zu halten, auch alle Hecken und Z\u00e4une um die G\u00e4rten, Bitzen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> und Wiesen, es sei gleich, wo es wolle, zu halten und wenn es vonn\u00f6ten, aufzurichten. Jedes Jahr hat er etliche fruchttragende Obstb\u00e4ume auf den Hof zu setzen und zu pflanzen. Weiterhin soll er alle zu dem Hof geh\u00f6rigen \u00c4cker in gutem gew\u00f6hnlichen Bau und Besserung, wie es sich mit Erbg\u00fctern geb\u00fchrt und Landesgewohnheit ist, so halten, dass er den Hof nach Ablauf der Pachtzeit besser und nicht \u00e4rger gemacht hat. Das auf den Hofg\u00fctern gewachsene Stroh und die F\u00fctterung, die nicht dem Vieh gegeben wurde, soll auf dem Hof verbleiben und nirgend anders wohin verkauft oder ver\u00e4u\u00dfert werden, sondern jedes Jahr zur Besserung des Hofs genutzt und verwendet werden. Jedes Jahr auf Martini soll er der Witwe Margaretha vom Stein auf ihre Behausung auf dem Stein oder wohin er sonst hin beschieden w\u00fcrde, auf seine Kosten und Verlust zu Pacht liefern und handreichen in einer unzerteilten Summe: 8 Malter Korn, 8 Malter Hafer und 1 Ma\u00df Butter, alles Nassauer Ma\u00df und in guter, d\u00fcrrer, m\u00fchlengarer und markgebiger Frucht. An der Lieferung sollen ihn weder Heeresz\u00fcge oder Hagelschl\u00e4ge, noch vorsehbare oder unvorhersehbare Hindernisse fristen oder schirmen, sondern er soll schuldig sein, diese Fr\u00fcchte dem Verp\u00e4chter zu der bestimmten Zeit unweigerlich zu entrichten und zu bezahlen. Ebenso soll der Hofmann Th\u00f6nges von Fr\u00fccht den genannten Hof Giesh\u00fcbel, solange er diesen in oder unter den H\u00e4nden hat, in gutem Bau und Besserung unversetzt, unverkautet<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a>, unverpf\u00e4ndet, unverkauft und unbeschwert, unverlehnt oder wie solches Namen haben mag, lassen und halten, es sei denn mit Vorwissen des Verp\u00e4chters und seinen Erben und Nachkommen, und den Hof in seinen Rainen, Steinen, Furchen und Malen, wie es sich geb\u00fchrt, halten und handhaben. W\u00e4re es aber Sache, dass der Hofmann in einigen vorgenannten Punkten und Artikeln sowohl im Kleinsten wie im Gr\u00f6\u00dften s\u00e4umig oder br\u00fcchig befunden w\u00fcrde, was doch nicht geschehen solle, soll er sich seiner Lehnung und Pachtzeit g\u00e4nzlich und sofort ensetzt haben, die Zeit der Verlehnung aus sein und der Hof dem Verp\u00e4chter mit der Schar<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> verfallen. Der Hofmann soll sich deren selbst entsetzt haben bei Verpf\u00e4ndung all seiner Habe und G\u00fcter, sie seien bereit oder unbereit, an denen sich der Verp\u00e4chter bis zur abschlie\u00dfenden Bezahlung seines Schadens zu entsch\u00e4digen Macht haben soll. Wenn die festgesetzten Pachtjahre um und aus seien, soll der Hof dem Verp\u00e4chter zu dessen H\u00e4nden und Gewalt wiederum heimgefallen sein. W\u00fcrde der Verp\u00e4chter den Hof nach Ablauf der Pachtjahre wieder verlehnen wollen und h\u00e4tte der Hofmann den Hof nach Hofgerechtigkeit und Gebrauch wie oben beschrieben gehalten und eine Neubelehnung begehrt, was aber schon die Absicht eines Anderen w\u00e4re, so soll der Hof dennoch ihm oder seinen Erben vor anderen verg\u00f6nnt sein und dieser damit belehnt werden. Diese Lehnung soll in dieser Weise unverbr\u00fcchlich in allen Punkten und Artikeln gehalten werden. Zu wahrer Beurkundung, fester Stetigkeit und mehrer Sicherheit sind zwei gleichlautende Verlehnungsbriefe und in einer Handschrift geschrieben, auseinandergeschnitten und jedem Teil einer zugestellt worden, um sich danach zu richten. Sollte einer der Briefe besch\u00e4digt werden oder verloren gehen, so soll der andere in all seinen Punkten und Artikeln in Kraft sein und bleiben. Gegeben und geschehen auf Cathedra Petri nach der Geburt unseres lieben Herrn Heilands und Seligmachers Christi tausend f\u00fcnfhundert und im siebenundachtzigsten Jahr.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Jch Margretha, wittib vom Stein geborne von Nassaw thunn kundt vnd bekhennen hiemit offentlich vnd in krafft dieses brieffs fur mich, meine | erben vnd nachkommen, das ich dem erbaren T\u00f6ngessen, Endressen son von Fr\u00fccht, vnd Merga, seiner ehelichen hau\u00dffrawen, von wegen der leibeigenschafft | dormit er vnd die seinen sich mir vnd meinen erben vnd nachkommen gantz vor eygen ergeben, vff anhalten seiner meinem hoff vff dem Gie\u00dfh\u00f6bell verlauen | hab vnd verleihen ihme den gemelten hoff zwaintzig jor langk negst dato nocheinander volgende also vnd derogestaldt, das gemelter T\u00f6nges nhun hinfortter | obgemelten hoff zu seinen handen haben vnd nehmen soll mit dem vnderscheidt, beding vnd abredt, das er die bew al\u00df hau\u00df, hoff, scheuern, stell in gutten |bauw vnd besserung, in dach vnd gefach halden, auch alle heegen, zeun vmb die gertten, betzen vnd wie\u00dfen, es sey gleich who es woldt, do derselbigen zu halden von | vonn\u00f6tten vffrichten. Es ist auch abgeredt, das er alle vnd eines jedenn jors etzliche fruchtbare beum vff den hoff setzen vnd pflantzen soll, furtters so soll er | auch alle ecker, so zu dem hoff geh\u00f6rig, in guttem gew\u00f6nlichen baw vnd besserung, wie sich dan <span style=\"color: #000000;\">d[a]z<\/span> mit erbg\u00fcettern geb\u00fcert vnd landtsgewonheit ist, halden, | also <span style=\"color: #000000;\">d[a]z<\/span> er den hoff zu au\u00dfgang dero obgena[n]tten jhorzall gebessert vnd nicht geergerdt. Es ist auch beredt, <span style=\"color: #000000;\">d[a]z<\/span> mehrgemelder hoffman alle das stro, so | vffs hoffs g\u00fcettern wechst, auch alle f\u00fcederung, wee\u00df er dessen nicht mit dem vhie veratzt, soll er doruff pleiben lossen vnd niergendts anders wohin | verkeuffen oder vereussern, sondern jedes jors zur besserung des hoffs genutzt vnd gewendt werden. Dessen soll gemelter hoffman, T\u00f6nges Endressen | son von Fr\u00fccht mit Margrethen, witwe vom Steyn, meinem erben vnd nachkommen alle vnd eines jedern jors besonder vff Martinj des heiligen | bischoffs tagk im wintter gelegen vff meine behausung auff dem Steyn oder wo er forters hin bescheiden wirdt, vff seinen kosten vnd verlust zu pfocht | lieffern vnd handtreichen in einer vnzerteilten sumen, als n\u00e4mblich an korn acht malt[e]r, an habern acht malt[e]r vnd ein mo\u00df bottern, alles | Nassawer maa\u00df, gutter d\u00fcrrer, mullengarer vnd marckgeber frucht, vnd an welcher liefferung der frucht in weder heer\u00dfzuegk oder hagelschlagk, | noch einige hindernus versehen oder vnuersehen fristen oder schirmen soll, sondern mit oder meinen erben solche frucht als vorsteht zu bestimbter | zeit vnweigerlich zu entrichten vnd zu bezahlen schuldig sein. Derogleichen auch soll der hoffman T\u00f6nges von Fr\u00fcecht gemelten hoff Gie\u00dfh\u00f6bell | in guttem baw vnd besserung vnuersetzt, vnuerkaudt, vnuerpfendt, vnuerkeufft vnd vnbeschwerdt, vnuerlehnet oder wie solches nahmen | haben magh, lasen vnd halden, alldieweill er obgemelten hoff innen oder vnder handen hott, ohn vorwissen mein, meiner erben vnd nachkom- | -men, sondern den hoff in seinen reinen, steynen, forchen vnd mahlen, allermassen sichs gep\u00fcert, halden vnd handthaben. Wehre es aber sach, <span style=\"color: #000000;\">d[a]z<\/span> | vielgemelter hoffman in einigem puncten vnd artickeln, wie furstehet, es wehre im kleinsten so woll als im gr\u00f6sten, seumig oder pr\u00fcchig erfunden | w\u00fcrde (dessen doch nicht sein soll), als dan soll er sich seiner lehnung vnd ahnzahell der jor gentzlich vnd zumahell entsetzt haben vnd au\u00df sein vnd | soll mir, meinen erben vnd nachkommen mit der schor verfallen vnd sich deren selbsten entsetzt haben bei verpfendung des hoffmans aller seiner hab | vnd g\u00fcetter, sie seien gereidt oder vngereidt, daran ich, meine erben vns alles vnsers schadens bies zu entlicher bezahlung zu erholen macht haben sollen. | Vnd wen diese obbestimbte jorzahall vmb vnd aus sein, so soll viell- vnd offtgemelter hoff mir, meinen erben vnd nachkommen, wiederumb zu vnsern | handen vnd gewalt heimgefallen sein. Jm fall auch, do sichs zutragen w\u00fcrde, <span style=\"color: #000000;\">d[a]z<\/span> zu au\u00dfgangk der jor ich, meine erben vnd nachkomen mehrgemeldten hoff | wiederumb verlehnen wolden vnd sich befinden thet, das der hoffman den hoff, wie hoffsgerechtigkeit vnd gebrauch (auch wie obangezeigt gehalden) | vnd denen wider in lehnung begert vnd thuen woldt, we\u00df ein ander thuen w\u00f6ldte, solt er ihme oder seinen erben, so darzu dienlich, vor andern verg\u00f6ndt, vnd | damit belehnet werden. Diese verlehnung soll also vnuerpruchlich in allen puncten vnd artickeln gehalten werden. Dessen alles zu wahrer vhrkundt, | vester stetigkeit vnd mehrer sicherheit in gleichem behaldt seint dieser verleihungsbrieff zwehn gleichlaudts einer handschrifft geschrieben vnd au\u00dfein \u2013 <\/i>[R\u00fcckseite]<i> -nander geschnitten, deren jeder theill sich haben darnoch zu gerichten, einen zu handen empfangen. Vnd im fall sichs begeb oder zutragen wurde, da\u00df deren | einer verseert oder aber verlustig gemacht wurde, so soll nichs destoweniger der ander in allen seinen puncten vnd artickeln krefftig sein vnd pleiben. Geben vnd geschehen vff Catetrj Petrj noch der gepuerdt vnsers lieben hern heylands vnd s\u00e4ligmachers Cristj dausent f\u00fcnffhundert vnd im sieben vnd achtzigisten jhar.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">[Betreff] <i>ad N. 1) Verlehnung anlangent den hoff Gie\u00dfh\u00f6bell anno 1587 auffgericht<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong><span style=\"font-size: 10pt;\">Anmerkungen<\/span><\/strong><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\"><span style=\"font-size: 10pt;\">1 <\/span><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Bitze = Baumgarten, Obstgarten (Grimm: DWB)<br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" style=\"font-size: 10pt;\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2 <\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">unvertauscht<br \/>\n<\/span><a class=\"sdfootnotesym\" style=\"font-size: 10pt;\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3 <\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Getreideschnitt, Ernte<\/span><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><b>6 Th\u00f6nges bittet um Belehnung mit dem Hof Giesh\u00fcbel<\/b><\/p>\n<p align=\"RIGHT\">um 1599<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Demnach Gott der Allm\u00e4chtige nach seinem v\u00e4terlichen Willen auf dem Hof des Junkers \u201eunsere liebe Mutter\u201c und mehrere Geschwister durch den Tod abgefordert habe, der Hof aber wiederum bestellt werden muss, habe Th\u00f6nges in dieser Sache bei den Schulthei\u00dfen zu Schweighausen und Bachheim angehalten weil er zum Junker deswegen nicht kommen kann. Da jene in der Sache zum Junker auch keinen Zugang haben, gaben sie den Befehl, Th\u00f6nges solle selbst schriftlich um Belehnung des Hofs ansuchen. So ist es also dessen untert\u00e4nigste Bitte, der Junker wolle ihm den Hof \u201eg\u00fcnstiglich und gn\u00e4diglich verg\u00fcnstigen\u201c. Er wolle sich als ein gehorsamer Hofmann und Diener verhalten, damit der Junker an ihm ein \u201egutes Gen\u00fcgen\u201c habe. Sein Bruder Johannes, der dem Junker mit der Leibeigenschaft zugetan ist, kann aber aufgrund seiner Situation und wie es auch der Junker am besten wisse, an diesem Ort nicht bleiben und muss sich an andere Orte begeben. Da ihm dies aber ohne Wissen und Bewilligung des Junkers nicht geb\u00fchre, er dies auch nicht tun wolle und dies bei den Dienern und Schulthei\u00dfen des Junkers angezeigt habe, welche ihn aber wieder an den Junker gewiesen haben, ist seine unterdienstliche Bitte, der Junker wolle seine Situation, die diesem besser als ihm bewusst sei, bedenken und ihn gn\u00e4dig aus der Leibeigenschaft entlassen. Solches um des Junkers willen zu verdienen, sei er schuldig und willig, den Junker samt dem ganzen Haus zu langw\u00e4hrender Gesundheit in Schutz und Schirm des Allm\u00e4chtigen befohlen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">Die Segenw\u00fcnsche des Niederbachheimer Pfarrers <i>Just C\u00f6ln<\/i> datieren vor 1600. <i>Justus Colonius<\/i> war nach Gensicke Pfarrer 1580 &#8211; + 1600. (siehe Nass. Ann. 1983, Kirchspiel und Gericht Niederbachheim, S. 294)<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Edler, ernuester, ghunstiger, gepietender junckherr! E[uer] e[dle] seye mein schuldiger, williger dienst zuuor. E[uer] e[dle] kan jch nicht verhalten, das demnach gott der allmechtig vff e[uer] e[dle] hoff nach seynem v\u00e4tterlichen willen vnser liebe mutter vndt geschwister mehrentheils durch den todt abgefordert vndt nhun der hoff widerumb mu\u00df bestel sein vndt jch vndenbenenther Tonges bey e[uer] e[dle] bey den schulth[ei\u00dfen] Schweickhausen vndt Bacheim deswegen \/ weill jch zu e[uer] e[dle] diserhalb nicht kommen kan \/ angehalten vndt aber gleichfals ahngelegenheit halber dieselbige auch zu e[uer] e[dle] noch nicht ein zuganck haben, haben sie einen beuelch geben, durch vnderthenig schriften e[uer] e[dle] vmb belhenungh des hoffs anzusuchen. Jst also mein vnderthenig pith, e[uer] e[dle] w\u00f6llen mir den hoff ghunstiglich vndt gnediglich verghunstigen, will jch mich als ein gehorsamer hofman vndt diener verhalten, das e[uer] e[dle] mit mir soll ein gutes genugen haben.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Zum andern, demnach jch Johannes e[uer] e[dle] mit der leibeigentschaft zugethan vndt aber meyner gelegenheit halber, wie e[uer] e[dle] besser wissen, dieser ortt nicht kan pleiben, sondern mich an andere ortt mu\u00df begeben, doch weill mir solichs ahn e[uer] e[dle] vber wissen vndt bewilligung nicht gepuirt, jch auch nicht will thun vndt solchs bey den e[uer] e[dle] dienern vndt schulth[ei\u00dfen] angezeigt, aber mich zu e[uer] e[dle] gewiesen, jst mein vnderdienstlich pith, es w\u00f6llten e[uer] e[dle] meine gelegenheit, so e[uer] e[dle] besser als mir bewust, bedencken vndt mich vmb ein gnediges erlassen. Solichs vmb e[uer] e[dle] zuuerdienen bin jch schuldig vndt willigh. Hiemit e[uer] e[dle] sampt dem gantzen haus zu lanckwiriger gesundheit in schutz vndt schirm des allmechtigen beuholen.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>E[uer] edlle vnderthenige Tonges vndt Johannes vff dem hoff Gi\u00dfhubell<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>E[uer] e[dle] wunsche jch sampt dem schulth[ei\u00df], so auch ietzo in trubsall, ist sampt allen viell tausent guter zeit vndt lanckwirige gesundtheit. Der liebe gott wolle gnadt verleihen, das wier mit freuden mogen wieder zusamen kommen. Amen. E[uer] e[dle] diener alzeit Just C\u00f6ln, pfarher zu Bacheim.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">[R\u00fcckseite, Adressat] <i>Dem edlen vndt ernuesten Johan Godtfriedt vom Stayn, vnserm ghunstigen gepietenden junckhern<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">[R\u00fcckseite, Betreff] <i>hoffman vffm Gi\u00dfhubel vnd sein bruder bitten um den hof<\/i><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>7 Pachtvertrag Giesh\u00fcbel an Th\u00f6nges auf 20 Jahre<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"RIGHT\"><span style=\"font-size: medium;\">1599 Februar 22<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Johann Gottfried vom Stein verpachtet am 22. Februar 1599 (Petri ad cathedram) dem ehrbaren Th\u00f6nges, Sohn des verstorbenen Enders von Fr\u00fccht, und dessen Ehefrau Margaretha, die mit der Leibeigenschaft und anh\u00e4ngenden Dienstbarkeiten denen vom Stein zugetan sind, auf dessen geb\u00fchrliches flei\u00dfiges Anhalten den Hof auf dem Giesh\u00fcbel (<i>Gi\u00dfh\u00f6bell<\/i>) auf 20 nacheinander folgende Jahre. Der Hofmann hat alle Hauptgeb\u00e4ude wie Haus, Hof, Scheuern und St\u00e4lle in gutem wesentlichen Bau und Besserung und in Dach und Gefach zu halten, wor\u00fcber zu bestimmter Zeit eine Besichtung vorgenommen werden soll. Er hat auch alle Einfriedungen, lebende Hecken, Z\u00e4une und anderes sowohl um den Hof, als auch dessen G\u00e4rten, Bitzen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> und Wiesen, es sei gleich, wo es wolle, zu halten und wenn es vonn\u00f6ten, aufzurichten und zu setzen. Jedes Jahr hat er an geeignete Orte etliche fruchttragende Obstb\u00e4ume auf und um den Hof zu setzen und zu pflanzen. Weiterhin soll er alle zu dem Hof geh\u00f6rigen \u00c4cker in gutem gew\u00f6hnlichen Bau und Besserung, wie es sich mit Erbg\u00fctern geb\u00fchrt und Landesgewohnheit ist, so halten, dass er den Hof nach Ablauf der Pachtzeit besser und nicht \u00e4rger gemacht hat. Das auf den Hofg\u00fctern gewachsene Stroh und die F\u00fctterung, die nicht dem Vieh gegeben wurde, soll auf dem Hof verbleiben und nirgend anders wohin verkauft oder ver\u00e4u\u00dfert werden, sondern jedes Jahr zur Besserung des Hofs und dessen L\u00e4ndereien genutzt und verwendet werden. Der Hofmann soll auch willig und unverdrossen sein, notwendige Fahrten mit seinen Pferden und Geschirr auf Begehren zu leisten. Jedes Jahr auf Martini soll er dem Verp\u00e4chter und seinen Br\u00fcdern auf seine Behausung auf dem Stein oder wohin er sonst hin beschieden w\u00fcrde, auf seine Kosten, Gefahr und Verlust zu Pacht liefern und handreichen in einer unzerteilten Summe: 7 Malter Korn und 8 Malter Hafer Nassauer Ma\u00df guter, d\u00fcrrer, m\u00fchlengarer und markgebiger Frucht. An der Lieferung sollen ihn weder Heeresz\u00fcge oder Hagelschl\u00e4ge, noch vorsehbare oder unvorhersehbare Hindernisse fristen oder schirmen, sondern er soll schuldig sein diese Fr\u00fcchte dem Verp\u00e4chter zu der bestimmten Zeit unweigerlich zu entrichten und zu bezahlen. Wenn auch die Rechtssache wegen der Viehtrift und der Weidgangsgerechtigkeit, die dieser Hof jahrelang in dem n\u00e4chst daran gelegenen Wald, die Grafenmark genannt, ruhig ausge\u00fcbt hatte, ihre gew\u00fcnschte Er\u00f6rterung erlangen und das Urteil am kaiserlichen Kammergericht<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a> zu Gunsten des Verp\u00e4chters ausgehen und ihm zu Gott hoffend zum Besten gereichen w\u00fcrde, soll der Hofmann 2 Ma\u00df Butter von dem Hof jedes Jahr in die Behausung nach Nassau entrichten. Ebenso soll der Hofmann den genannten Hof Giesh\u00fcbel, solange er diesen in oder unter den H\u00e4nden hat, in gutem Bau und Besserung unversetzt, unverkautet<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a>, unverpf\u00e4ndet, unverkauft und unbeschwert, unverlehnt oder wie solches Namen haben mag, lassen und halten, es sei denn mit Vorwissen des Verp\u00e4chters und seiner Br\u00fcder, und den Hof in seinen Rainen, Steinen, Furchen und Malen, wie es sich geb\u00fchrt, halten und handhaben. W\u00e4re es aber Sache, dass der Hofmann in einigen vorgenannten Punkten und Artikeln sowohl im Kleinsten wie im Gr\u00f6\u00dften s\u00e4umig oder br\u00fcchig befunden w\u00fcrde, was doch in keiner Weise geschehen solle, soll er sich seiner Lehnung und Pachtzeit durch sein selbst gr\u00f6bliches Verursachen g\u00e4nzlich beraubt und ensetzt haben, die Zeit der Verlehnung aus sein und der Hof dem Verp\u00e4chter mit aller Schar<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a> und Nutzbarkeit verfallen. Der Hofmann soll sich deren entsetzt haben bei Verpf\u00e4ndung all seiner Habe, G\u00fcter und Nahrung, sie seien bereit oder unbereit, an denen sich der Verp\u00e4chter bis zur abschlie\u00dfenden Bezahlung seines Schadens zu entsch\u00e4digen Macht haben soll. Wenn die festgesetzten Pachtjahre um und aus seien, soll der Hof dem Verp\u00e4chter zu dessen H\u00e4nden und Gewalt wiederum heimgefallen sein. W\u00fcrde der Verp\u00e4chter den Hof nach Ablauf der Pachtjahre wieder verlehnen wollen und h\u00e4tte der Hofmann den Hof nach Hofrecht und Gebrauch wie oben beschrieben gehalten und eine Neubelehnung begehrt, was aber schon die Absicht eines Anderen w\u00e4re, so soll der Hof dennoch ihm oder seinen Erben vor anderen verg\u00f6nnt sein und dieser damit belehnt werden ohne alle Gef\u00e4hrde und Arglist. Zu wahrer Beurkundung, fester, stetiger und mehrer Sicherheit sind zwei Verlehnungsbriefe gleichen Inhalts und in einer Handschrift geschrieben, auseinandergeschnitten und jedem Teil zur Nachricht einer zugestellt worden. Sollte einer der Briefe besch\u00e4digt werden oder verloren gehen, so soll der andere in all seinen Punkten und Artikeln in Kraft sein und bleiben. Gegeben und geschehen auf Petri ad cathedram den zweiundzwanzigsten Februar des f\u00fcnfzehnhundert und im neunundneunzigsten Jahr.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">[fol. 1r*] <i>Jch Johann Godfrid vom Steynn fur mich vnnd inn namenn meinner freundlichenn liebenn gebrueder wi\u00dfenntlich thue hiemit bekennen, da\u00df ich dem erbarenn Th\u00f6nge\u00dfenn, Ennder\u00dfenn vonn Fr\u00fccht seligen verla\u00dfenem sohnn, Margretenn, seiner ehelichenn hau\u00dffrauenn, welche sambt allenn jrenn erbennn mir vnnd meinen gebr\u00fcderenn mit der laibaigennschaft vnnd derenn annhanngendenn seruituten<\/i><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a><i> verwant vnnd zugethan seindt, vf seinn geb\u00fcrlich vlai\u00dfigge\u00df annhaltenn meinenn hof auf dem Gi\u00dfh\u00f6bell verlauhenn hab vnnd verlaihe jnenn gemeltenn baidennn eheleutenn denselbenn hof zwanzig jar lanng negst dato nacheinander folgennde also vnnd derogestalt, da\u00df gemelter T\u00f6nnnge\u00df nun hinnfuro obgemeltenn hoff zu seinenn hanndenn habennn vnnd nehmen soll mit dem vnnterschaidt, bedinng vnnd abrede, da\u00df er hofmann die haubtbeuw al\u00df hau\u00df, hoff, scheuernnn vnnd stell inn gutem wesenntlichenn bauw vnnd be\u00dferung inn tach vnnd gefach, wie denn inn zaitenn notwenndige besichtigung derhalb furgenommenn werdenn soll, halten <\/i>[fol. 1v*] <i>auch alle fridenn, lebenndige hegenn, zeun vnnd annder\u00df, so wol vmb den hoff, de\u00dfenn garten, betzenn, wiesennn, es seie glaich, wo es w\u00f6lle, vnnd derselbigenn zu haltenn vonn\u00f6tenn, aufrichtenn vnnd setzen.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Ferner ist auch clerichenn abgeredt vnnd geschlo\u00dfenn, da\u00df er alle vnnd einne iedenn jar\u00df besonnder ann dhiennliche \u00f6rter etzliche fruchtbare ob\u00dfbaum auf vnnnd vmb den hof setzennn vnnd pflanntzenn soll. Furter\u00df so soll er auch alle aecker zu dem houe geh\u00f6rig in gutem gew\u00f6nnlichen bauw vnnd be\u00dferung, wie sich denn das mit erbg\u00fceternn geburt vnnd lanndgewonnhait ist, haltenn also, da\u00df er den houe zu au\u00dfganng dero obgenanntenn jaarzaal gebe\u00dfert vnnd nicht geergert. E\u00df ist weiter beredt, da\u00df mehrgemelter hofmann alle das gestr\u00f6he auf des hofes guetern erwechst, auch alle f\u00fctterung, we\u00dfenn er mit dem viehe vnnuer\u00e4tzt lest, darauf verblaibenn la\u00dfenn soll vnnd nirgennt\u00df annder\u00df woher verkaufenn oder vereusernnn, sondern iede\u00df jar\u00df zur be\u00dferunng de\u00df houes vnnd de\u00dfenn lennderay das gen\u00fctzt vnnd verwenndet werdenn.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">[fol. 2r*] <i>Er soll auch willig vnnd ohnuerdro\u00dfenn seinn, inn zait der ernnde einne nothfartenn mit seinen pferdten vnnd geschirr vnnterwailenn\u00df auf begerenn zu laistenn, de\u00dfenn soll gemelter hofmann mir vnnd meinen gebr\u00fcdernn alle vnnd einne iedenn jar\u00df besonnder auf Martini episcopj im winnter gelegenn auf meine behausung auf den Steinnn oder wo er f\u00f6rters hinnbeschaiden w\u00fcrt, auf seinenn costennn, gefar vnnd verlust zu pfacht liefernnn vnnd hanndtraichennn inn einer ohnnzerteiltenn summen ahnn kornn siebenn malter, habern acht malter Na\u00dfauer ma\u00df guter d\u00fcrrer m\u00fclengarer vnnndt marckgebiger frucht, ann welcher lieferung solcher fr\u00fcchtenn jnne weder heer\u00dfz\u00fcge oder hagelschlagk noch einniche hinndernu\u00df versehenn oder ohnuersehenn fristenn oder schirmen soll, sonndernn mir solche fruchtenn, al\u00df vorstehet, zu bestimbter zait ohnnwaigerlich zu entrichten vnnnd zu betzalen obligirt vnnd schuldig seinn. Wo auch die rechtsachenn wegenn de\u00df viehetrifts vnnnd waidganng\u00df gerechtigkeit, welchenn besagter houe fur jarenn inn dem negst <\/i>[fol. 2v*]<i> darann gelegenen waldt, die Greuenmarck genant, ruiglichen gehabt vndt exercirt, jre gew\u00fcnschte er\u00f6rterung erlangenn vnndt das vrtell an dem hochl\u00f6blichenn kaiserlichenn chammergericht fur vnn\u00df ergehenn vnnd wie zu gott verhoffenndt zum bestenn geraichen w\u00fcrde, soll er hofmann glaichergestalt 2 ma\u00df butter von solchem hofe jar\u00df inn die behausunng Na\u00dfauw enntrichten.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Ebenergestalt soll der hofman gemelten hof Gi\u00dfh\u00fcbell in gutem bauw vnnd be\u00dferung vnnuersetzt, ohnuerkaut, ohnuerpf\u00e4nndt, vnuerkaufft vnnd onnbeschwert, ohnuerlehnnt oder wie solches namenn habenn mag, lasenn vnnd haltenn also lanng er obgemeltenn hofe jnnen oder vnnter hannden hat, onne furwi\u00dfenn meinn vnd meiner gebr\u00fcder, sonnndern den hof in seinenn reinen, steinen, forenn vnnd mahlen, allermasenn sich das geburt, haltenn vnnndt hanndthabenn.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Wehr es aber sach, da\u00df vielgedachter hofman inn einichenn puncten vnnd articull wie furstehet, so wol im kleinsten, al\u00df auch gr\u00f6\u00dftenn seumig oder br\u00fcchig erfundenn w\u00fcrde \/: das doch inn keine wei\u00df noch wege geschehen soll :\/ al\u00dfdann soll er sich seinner lehnnung vnnnd jaar ziell genntzlichenn vnnd in zumal <\/i>[fol. 3r*]<i> durch seinn selbst gr\u00f6bliches v[er]ursachen beraubt vnnd entsetzt habenn, die zait der verlehnnung au\u00df vnnnd mir mit aller schor vnnd selbiger nutzbarkait verfallenn vnnd sich derenn entsetzt habenn bei verpfenndung all seinner haab, g\u00fcter vnnd nharung, sie seien geradt oder ohnn geraidt, darann ich mich alles meine\u00df schadenn\u00df bi\u00df zu enndlicher betzalunng zu erholenn macht habenn soll.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Vnnd wann obbestimbte jarzaal vmb vnnd au\u00df seinn, so soll viel vnnd oftgemelter hof mir wiederumb zu meinen hanndenn vnnd gewalt heimgefallenn seinn. Jm fall auch, da sich\u00df zutragenn w\u00fcrde, da\u00df zu au\u00dfganngk der jaar ich besagtenn hof wiederumb verlehnenn wolt vnnd sich befinnden thete, da\u00df der hofman den hof, wie hofsrecht vnnd gebrauch \/: auch wie obanngezaigt gehalten :\/ vnnd denne wiederumb innn lehnung begert vnnd thunn wolt, wa\u00df einn annderer zu thun gemeinnt, soll er ihme oder seinenn erbenn, so darzu dienlich, vor anndernn verg\u00f6nnet vnnd darmit belehnnet werdden ohnne alle geu\u00e4rdte vnnd argelist.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">[fol. 3v*] <i>Dessen alle\u00df zur warer vhrkundt, vester stettig- vnnd mehrer sicherhait sinndt dieser verlehnung\u00dfbrieue zwenn glaiches innhaltz einer hanndschrift geschrieben, au\u00dfeinnannder geschniten vnnd iderm thail zur nachrichtung einner zugestellt wordenn. Jm fall sichs begeben oder zutragen w\u00fcrde, da\u00df derenn einner versehrt odder aber verl\u00fcstigt gemacht w\u00fcrde, so soll nichts desto weniger der annder inn allenn seinen puncten vnnd ar[ticu]llnn creftig seinn vnnd blaibenn.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Gebennn vnnd geschehenn auf Petrj ad cathedram den zwai vnnd zwantzigsten monnat\u00dftag\u00df Februarij de\u00df funftzehenn hundert vnnd im neun vnnd neuntzigstenn jahr.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">[R\u00fcckseite, Betreff] <i>Lehnung Th\u00f6nnge\u00dfen de\u00df hofmann\u00df vber den hoff Gi\u00dfh\u00fcbell, so jme 20 jahr lanng verliehenn worden, anngehenndt Petrj ad cathedram ANNO 1599. <\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">[Von anderer Hand] <i>Gibt ahn korn 7 malt[er], ahn haber 8 malter Nasawer m<\/i><\/span><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1 <\/a>Bitze = Baumgarten, Obstgarten (Grimm: DWB)<br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" style=\"font-size: 10pt;\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2 <\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Vgl. hierzu die Reichskammergerichtsakten<\/span><br \/>\n<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p class=\"sdfootnote\" style=\"padding-left: 40px;\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><b>HHStAW, Abt. 1, Nr. 2553:<\/b> Margarethe verwitwete vom Stein, geb. von Nassau, deren S\u00f6hne Gottfried und Christoph vom Stein gegen Schulthei\u00df und Gemeinde zu Scheuern, 1592-1624; Sachverhalt: Streit um Gew\u00e4hrung von Weidegangs- und Mastungsrechten f\u00fcr den dem Kl. geh\u00f6rigen Hof Giesh\u00fcbel in der Scheuerer Mark und in der Grafenmark, die von den Bekl. nicht anerkannt werden, weshalb es zu Pf\u00e4ndungen gekommen war.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\"><b>HHStAW, Abt. 1, Nr. 1745: <\/b>Margarethe geb. von Nassau verwitwete vom Stein und ihre S\u00f6hne Gottfried und Christoph vom Stein gegen Schulthei\u00df und Gemeinde zu Scheuern (= Scheuern, Bergnassau), 1592-1622; Sachverhalt: Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils, Best\u00e4tigung im Recht des Weidgangs und des Viehtriebs in der Scheurer Mark und der Grafenmark im Burgfrieden Nassau f\u00fcr den den Kl\u00e4gern geh\u00f6renden Hof\u00a0Giesh\u00fcbel\u00a0im Vierherrischen<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\"><b>HHStAW, Abt. 1, Nr. 2435:<\/b> Margarethe verwitwete vom Stein, geb. von Nassau, deren S\u00f6hne Gottfried und Christoph vom Stein gegen Johann VI. Graf von Nassau-Dillenburg, Philipp IV. Graf von Nassau-Weilburg, Johann Ludwig I. Graf von Nassau-Wiesbaden-Idstein, deren Kommissare Dr. Georg Scheuren, Amtmann zu Diez, Johann Pica, Rentmeister zu Weilnau, 1592; Sachverhalt: Anspruch auf Herausgabe aller Akten die Kommissionsverhandlungen um den Streit der Kl. mit der Gemeinde Scheuern um Weidgangs- und Viehtriebsrechte f\u00fcr den den Kl. geh\u00f6rigen Hof Giesh\u00fcbel an der Scheuerer Mark und der Grafenmark im Burgfrieden Nassau<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3 <\/a>unvertauscht<br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" style=\"font-size: 10pt;\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4 <\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">Getreideschnitt, Ernte<br \/>\n<\/span><a class=\"sdfootnotesym\" style=\"font-size: 10pt;\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a><span style=\"font-size: 10pt;\"> Servituten = Dienstbarkeiten<\/span><span style=\"font-size: 10pt;\"><br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<hr \/>\n<p><b>8 Pachtvertrag Giesh\u00fcbel an Johannes Wagner auf 4 Jahre<\/b><\/p>\n<p align=\"RIGHT\">1647 Februar 26<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Ludwig vom Stein verpachtet am 26. Februar 1647 seinen Hof Giesh\u00fcbel aud vier nacheinander folgende Jahre an Johannes Wagner und seine Frau Margaretha. Sie sollen den Hof mit seinem Zubeh\u00f6r und seiner Gerechtigkeit nach ihrem Besten Nutzen bauen, gebrauchen und genie\u00dfen, dabei aber zun\u00e4chst mit allem Flei\u00df dahin sehen und Achtung nehmen, dass nichts davon ver\u00e4u\u00dfert, sondern alles in seinen Rainen und Steinen erhalten und falls etwas davon weggekommen w\u00e4re, dieses wieder beigebracht werde. Daneben haben beide Eheleute zugesagt und versprochen, jedes Jahr zu Martini oder welche Zeit ihnen genannt w\u00fcrde, 5 Malter Korn und 5 Malter Hafer Nassauer Ma\u00df in guter, reiner, aufrichtiger Frucht nach Oberlahnstein oder wohin sie innerhalb zwei Meilen Wegs hinbeschieden w\u00fcrden, auf ihre Kosten und Gefahr zuliefern und zu entrichten, wie auch jedes Jahr 2 Ma\u00df Butter zu geben, zwei Rinder zu ziehen und n\u00f6tige Fahrten zu tun. Weil aber Hof und G\u00fcter durch das Kriegswesen etwas in Abgang gekommen sind und wieder in Bau und Besserung, zun\u00e4chst aber die Geb\u00e4ude wieder gedeckt und ins Trockene gebracht werden sollen, wird f\u00fcr die ersten drei Jahre keine Pacht erhoben. Die Eheleute versprechen, sollten sie an der Deckung der Geb\u00e4ude s\u00e4umig befunden werden, dass sie nicht allein beide Scheuern decken, sondern auch zum Wohnhaus neu aufgeschlagene Geb\u00e4ude auf ihre Kosten st\u00e4bern (<i>stibrichen<\/i>)<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a>, kleiben<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a> und bauen sollen und wollen. Ein Malter Korn soll ihnen an der Pacht f\u00fcr 1647 zur Unterst\u00fctzung nachgelassen werden, den Maurerlohn entrichtet der Verp\u00e4chter. Sollte durch Kriegsgefahr der Ackerbau unab\u00e4nderlich verhindert werden oder eine Pl\u00fcnderung oder Verheerung der Fr\u00fcchte vorgehen, was Gott in Gnaden verh\u00fcten wolle, oder sonst eine gemeine Landesstrafe von Gott verh\u00e4ngt werden, dann soll den P\u00e4chtern nach Erkenntnis redlicher Leute ein billigm\u00e4\u00dfiger Nachlass an der Pacht gegeben werden mit der ferneren Zusage, dass nach Ablauf der vier Pachtjahre den Eheleuten auf ihr geb\u00fchrendes Anhalten dieser Hof vor anderen geg\u00f6nnt und verlehnt werden soll. Zu wahrer Beurkundung und mehrer Bekr\u00e4ftigung sind zwei gleichlautende Zettel aufgesetzt, vom Verp\u00e4chter unterschrieben und jedem Teil einer zugestellt worden.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Ich Ludwig vom Stein thue kunth hiermit bekennent, da\u00df heut dato den 26ten Februarij anno 1647 meinen Hoff Gie\u00dfh\u00fcbell vier nach einandter folgente Jahr Johann Wagnerrn vnndt seiner Hau\u00dffrauwen Margrethen dergestalt verlehnt, da\u00df sie denselben mit aller seiner Zugeh\u00f6r vnndt Gerechtigkeit nach bestem jhrem Nutzen bauwen, brauchen vnndt genies\u00dfen sollen vnndt wollen, darbey aber zuforderst vnndt mit allem Fley\u00df dahin sehen vnd Achtung nehmen, da\u00df nichts darvon vereus\u00dfert, sonnderrn alles in seinen Reinen vnndt Steinen erhalten vnndt da etwa\u00df dorvon verkommen wehre, sollches wiedter beygebracht werdte. Worbeneben\u00df denn sie beedte Eheleuth obgemelt zugesagt vnndt versprochen haben, alle vnndt jedes Jahr besonder\u00df zu Martini oder wellche Zeit nach Gelegenheit jetziger Zeit sie bescheydten werdten m\u00f6gten, f\u00fcnff Mal[te]r Korn vnndt f\u00fcnff Mal[te]r Hafer Nas\u00dfauwer Maa\u00df guter, reiner, vffrichtiger Fr\u00fccht nacher Oberlohnstein oder wohin vff zwo Meylen Wegs sie bescheydten werdten m\u00f6gten, vff jhren Kosten vnndt Gefahr zu lieferrn vnndt zu endtrichten, wie auch jahrs zwo Maa\u00df Butter zu geben, zwey Rinther zu ziehen vnndt n\u00f6thige Fahrten zu thun.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Vnndt dieweyl obgedachten beyden Eheleuthen jch die Gunst gethan vnndt jhnen ermelten meinen Hoff vnndt Gutter, weyl dieselbige bey diesem Kriegswesen etwa\u00df in Abgang kommen vnndt aber wieder in Bauw vnndt Bes\u00dferung, bevorab aber die Geb\u00e4uw wieder gedeckt vnndt ins Trucken gebracht werde, die drey vorige Jahr gantz ledig vnndt vergeblich zu gebrauchen vnndt zu genies\u00dfen geg\u00f6nt habe, so versprechen vnndt sagen zu die obgemelte beydte Eheleuth, da\u00df alldieweyl sie ahn Deckung der Gebeuw saumhafft erfundten wordten, da\u00df sie nicht allein die beydte Scheuwren decken, sonderrn auch zum Wohnhau\u00df newe <\/i><i>vffgeschlagene Gebew vff jhren Kosten, stiebrichen, kleibenn vnndt bauen sollen vnndt wollen, doch da\u00df jhnen ein Mal[te]r Korrn, wie dann hiermit bewilliget, zu Stewer ahn diesem 1647ten Jahrs Pfacht nachgelas\u00dfen vnndt so viel de\u00df Meuwere\u00df Lohn betriefft, derselbige von mihr endtrichtet werdte. Darbey dann abgerett, daferrn durch Kriegsgefahr vnendterliche gemeine Verhinderung de\u00df Ackerbaws, Plunder- vnndt Verherung der Fr\u00fcchten, wellches doch Gott in Gnaden verh\u00fcten wolle, vorgehen oder sonsten gemeine Lanndtstraff von Gott verhengt werden solte, da\u00df al\u00dfdenn vff redtlicher Le\u00fcth Erk\u00e4ndtnus\u00df diesen Best\u00e4ndteren ein billigm\u00e4s\u00dfiger Nachla\u00df ahn dem Pfacht thun wiel mit ferner Zusage, da\u00df nach Verflies\u00dfung dieser vier Best\u00e4ndtnu\u00df Jahr jhnen Eheleuthen vff jhres geb\u00fchrentes Ahnhalten dieser Hoff vor annderrn geg\u00f6nt vnndt verlehnt werdten soll.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Des\u00dfen zu wahrer Vhrkunth vnnd mehrer Bekr\u00e4fftigung sindt dieser Zettull zween gleichlautent vffgetzet, von mihr eygenh\u00e4ndtig vnterschrieben vnnd jederrm Theil einer zugestelt wordten. So geschehen ut supra anno 1647<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">[Betreff]<i> Verlehnung vber meinen Hoff Gie\u00dfh\u00fcbell vff vier Jahr lang, davon jedes Jahr 5 M[a]l[te]r Korn, 5 Mald[er] Hafer vnd 2 Rinther zu ziehen, auch darbey die Geb\u00e4uw in Fach vndt Tach zu bringen, de\u00dfen jhm das erste Jahr ein Mald[er] Korn nachgelas\u00dfen anno 1647 Johann Wagnerrn ertheilt<\/i><\/span><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1 <\/a>eine Fachwerkwand mit St\u00e4ben versehen<br \/>\n<a class=\"sdfootnotesym\" style=\"font-size: 10pt;\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2 <\/a><span style=\"font-size: 10pt;\">eine Fachwerkwand mit Lehm verputzen<\/span><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><b>9 Pachtvertrag Giesh\u00fcbel an Johannes Wagner auf 3 Jahre <\/b>(Konzept)<\/p>\n<p align=\"RIGHT\">1651 Januar 3<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Johannes Wagner und seine Frau Margaretha pachten den Hof Giesh\u00fcbel am 3. Januar 1651 auf 3 Jahre. Sie sollen den Hof mit seinem Zubeh\u00f6r und seiner Gerechtigkeit nach ihrem Besten Nutzen bauen, gebrauchen und genie\u00dfen, dabei aber zun\u00e4chst mit allem Flei\u00df dahin sehen und Achtung nehmen, dass nichts davon ver\u00e4u\u00dfert, sondern alles in seinen Rainen und Steinen erhalten und falls etwas davon weggekommen w\u00e4re, dieses wieder beigebracht werde. Daneben haben beide Eheleute zugesagt und versprochen, jedes Jahr zu Martini, am Tag zuvor oder danach, an guter, reiner und markgebiger Frucht nach Nassau zu liefern: 6 Ml. Korn und 6 Ml. Hafer im Jahr 1651, 6 \u00bd Ml. Korn und 6 \u00bd Ml. Hafer im Jahr 1652, 7 Ml. Korn und 7 Ml. Hafer im Jahr 1653, alles in Nassauer Ma\u00df, und 2 Ma\u00df Butter j\u00e4hrlich, sowie in der Pachtzeit 2 Rinder, die ihnen vom Verp\u00e4chter gestellt werden, zu f\u00fcttern und zu halten und einige Fronfahrten zu tun. Weiterhin versprechen sie, dass sie die Geb\u00e4ude in gutem Dach und Fach erhalten, auch sonst an den Geb\u00e4uden nichts verabs\u00e4umen, sondern vielmehr an denselben, wie auch an allem anderen, was zum Hof geh\u00f6rt, wie \u00c4cker, Wiesen und G\u00e4rten, verbessern und sich in allem, besonders mit Bau und Besserung, Stroh und F\u00fctterung bei Ende der Pachtzeit und sonst wie es Landes- und Hofgebrauch ist, so verhalten sollen, wie es rechtschaffenen, treuen Hofleuten wohl ansteht und geziemt. Sollten durch Gottes Schickung und unwandelbares Gericht im ein oder anderen Jahr die Sommer- und Winterfr\u00fcchte durch Frost, Hagel oder unab\u00e4nderliches Ungl\u00fcck, was Gott doch in Gnaden verh\u00fcten und uns vielmehr durch seine v\u00e4terliche Barmherzigkeit segnen wolle, verderben, soll den Hofleuten auf die Einsch\u00e4tzung ehrlicher Leute hin, ein billigm\u00e4\u00dfiger Nachlass an der verdorbenen Frucht geschehen. Nach Ablauf der drei Pachtjahre soll der Hof den Hofleuten auf ihr geb\u00fchrendes Ansuchen und Wohlverhalten hin aufs Neue geg\u00f6nnt und nach Sachlage aufs Neue verlehnt werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Zu wi\u00dfen, da\u00df heut dato, den 3ten Januarij 1651 Johann Wagnerrn vnndt seiner hau\u00dffrauwen Margrethen, meiner lieben kindterrn hoff Gie\u00dfh\u00fcbelln abermahls drey nacheinander folgente jahr dergestalt verlehnt, da\u00df sie denselben mit all seiner zugeh\u00f6r vndt gerechtigkeit nach bestem jhrem nutzen bauwen, brauchen vnndt genies\u00dfen sollen vnndt wollen, darbey aber zuforder\u00df vnndt mit allem fley\u00df dahin sehen vnndt achtung haben, da\u00df nichts darvon vereus\u00dfert, sonderrn alle\u00df in seinem reynen vnndt steinen erhalten, vnndt da etwa\u00df darvon verkommen wehre, sollches wieder beygebracht werde. Worbeneben\u00df dann sie beyde eheleuth obgemelt zugesagt vnndt versprochen haben, alle vnndt jede\u00df jahrs besonder\u00df zu Martinij ahm tag zuuor oder hernach ahn guter reiner marckgebiger frucht vnndt zwaar da\u00df 1651ten jahr sech\u00df mal[t]e[r] korrn vnd sech\u00df mald[er] hafer, das folgente 1652te jahr sech\u00df vnd ein halb mald[er] korrn vnd sech\u00df vnndt ein halb mald[er] hafer, das dritte vnd lezte dieser belehnungs jahr aber sieben mald[er] korrn vnd sieben malder hafer zu pfacht, alle\u00df jn Nas\u00dfauwer maa\u00df ahnhero nacher Nas\u00dfauw vff jhre costen, angst vndt gefahr, wie auch jahrs 2 maa\u00df butter zu lieferrn vnndt dann wehrenter zeit zwey rinther, so jch jhnen stellen werde, zu futterrn vnndt zu halten, auch bi\u00dfweylen eine n\u00f6thige fahrt zu thun, mit fernerer versprechung, da\u00df sie die gebeuw in gutem tach vnd fach halten vndt erhalten, auch sonsten ahn den bauwen nichts verabsaumen, sonderrn vielmehr so wohl ahn denselben, all\u00df auch ahn allen anderrn, wa\u00df zu dem hoff geh\u00f6rigk, al\u00df ackern, wiesen vndt gartten, verbe\u00dferrn vnd sich in allem, sonderlich auch mit bauw vnd be\u00dferung, stroh und gef\u00fctterung bey begebenten abzug vnd sonsten wie lants vnd hoffs gebrauch ist, allso verhalten sollen, wie rechtschaffenen treuwen hoffleuten wohl ahnsteht vnd geziemet. De\u00dfen dann jhn bey v[er]sprechung sollches jhres fley\u00dfes die zusag vnd bewilligung gethan worden, da\u00df vff den fall durch gottes schickung vnndt vnwandelbar gericht, etwan ein oder da\u00df ander jahr die sommer- oder winterfr\u00fcchte durch frost, hagell oder ander vnendterlich vngl\u00fcck \/: welches doch gott in gnaden verhuten vnd vnn\u00df vielmehr durch seine v\u00e4tterliche barmhertzigkeit segnen wolle :\/ verderben sollen, jhnen hoffleuthen al\u00df dann vff ehrlicher leuth erkandtnus\u00df ein <\/i>[R\u00fcckseite]<i> billigmes\u00dfiger nachlas\u00df ahn der v[er]dorbenen frucht beschehen, sondern jhnen auch hiermit die zusag ferner gegeben sein sollen, da\u00df nach verflies\u00dfung dieser 3 best\u00e4ndtnus\u00df jahr, jhnen dieser hoff vff jhr gebuhrentes ahnsuchen vndt wohlverhalten vor andern vffs neuw gegonnt vnd al\u00dfdann nach befindtlichen sachen vffs neuw v[er]lehnt, auch sonsten jn allem, worin denselbigen etwan intrag beschehen m\u00f6gten, vff jhr anzeig, das sie denn schultig zu thun sein vnd dem hoff nichts neuwerlich\u00df vffburthen la\u00dfen sollen, die handt gebotten werden solle. Alle\u00df getreulich vnd ohne gefehrt. Zu vhrkunth de\u00dfen ist dieser \u2026 \u2026 \u2026 vnd jhnen bestendteren alles zu vn\u00dfer \u2026 zugestelt worden.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>So gesch[ehen] ut supra a[nn]o 1651.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><i>A. S. V. S. G. V. K. W.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\">[Betreff]<i> Hoffsverlehnung vber den hoff Gies\u00dfhubell vff 3 Jahr a[nn]o 1651<br \/>\n<\/i><\/span><span style=\"font-size: small;\"><i>Das erste 1651: 6 m[a]l[der] korrn v[nd] 6 m[a]ld[er] hafer<br \/>\n<\/i><\/span><span style=\"font-size: small;\"><i>a[nn]o 1652: 6 \u00bd mald[er] korrn v[nd] 6 \u00bd m[a]ld[er] hafer<br \/>\n<\/i><\/span><span style=\"font-size: small;\"><i>a[nn]o 1653: 7 mald[er] korrn vnd 7 m[a]ld[er] hafer<br \/>\n<\/i><\/span><span style=\"font-size: small;\"><i>vnd dann jeders jahr 2 maa\u00df butter vnd 2 rinther zu halten<br \/>\n<\/i><\/span><span style=\"font-size: small;\"><i>ahn Johann Wagnerrn ertheilt den 3ten Jan[uarii] 1651.<\/i><\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt; font-family: times new roman, times, serif;\"><strong>Letzte \u00c4nderung: 8. Mai 2024<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt; font-family: times new roman, times, serif;\"><strong>Ralph Jackmuth<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur \u00e4lteren Besitzgeschichte des Giesh\u00fcbel (Ralph Jackmuth, 2024) Der erste erhaltene und gemessen an den folgenden relativ kurze Pachtvertrag datiert vom 1. Mai 1501, in dem ein Jeckel den Hof zom Gy\u00dfvbel auf 12 Jahre pachtet. Ein Pachtzins wird nicht genannt, jedoch soll der Hofmann 50 oder 60 Eichenst\u00e4mme oder andere n\u00fctzliche Obstb\u00e4ume um den &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=11275\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eZur \u00e4lteren Besitzgeschichte des Giesh\u00fcbel\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-11275","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/11275","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11275"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/11275\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11275"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}