{"id":1087,"date":"2016-10-22T15:00:56","date_gmt":"2016-10-22T15:00:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=1087"},"modified":"2016-10-22T17:44:02","modified_gmt":"2016-10-22T17:44:02","slug":"lhak-best-48-nr-4221-u-3812","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ahnenforschung-jackmuth.de\/?page_id=1087","title":{"rendered":"LHAK Best. 48 Nr. 4221 u. 3812"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Schulthei\u00dfenordnung des Damian von der Leyen<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Zur \u00dcberlieferung <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von der Schulthei\u00dfenordnung des Damian von der Leyen existiert ein erster Teil, datiert vom 22.09.1629, der um den Schulthei\u00dfeneid, weiteren Anweisungen und dem B\u00fcrgereid in einen zweiten Teil, datiert vom 14.01.1631, erheblich erg\u00e4nzt wurde. Das urspr. Datum von 1629 ist gestrichen und wurde durch das Datum von 1631 ersetzt (LHAK, Best. 48, Nr. 4221). Daneben ist eine fast identische Abschrift von 1692 (LHAK, Best. 48, Nr. 3812) \u00fcberliefert. Beide Texte wurde f\u00fcr die \u00dcbertragung herangezogen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Inhalt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>I. Urfassung 1629<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#01\">Titel<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#02\">Gehorsam, Unparteilichkeit des Schulthei\u00dfen<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#03\">Besetzung des Gerichts<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#04\">Keine Annahme von Geschenken<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#05\">Erhaltung der Grenzmarken<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#06\">Abwehr von Eindringlingen im herrschaftlichen Territorium<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#07\">Meldung dieser Eindringlinge an den Landesherrn bei \u00fcberforderter Situation<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#08\">Einzug in die Herrschaft<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#09\">Verzeichnung derjenigen, die gegen diese Ordnung handeln<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#10\">Kirchenrechnung j\u00e4hrlich am 06.12.<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#11\">Send j\u00e4hrlich am 24.02.<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#12\">Verbot von Holz- und Futterverkauf; Waldfrevel; vernachl\u00e4ssigte Feld-bewirtschaftung und Viehzucht<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#13\"> Gleichheit bei Fronarbeit<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#14\">Nur je 1 Handwerksberuf in der Herrschaft zugelassen<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#15\">Unterst\u00fctzung des Kellners durch den Schulthei\u00dfen<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#16\">Witwen, Waisen, Vorm\u00fcnder<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#17\">Kein Hausabri\u00df ohne Erlaubnis des Landesherrn<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#18\">Instandsetzen der Geb\u00e4ude<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#19\">Zehntbeaufsichtigung<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#20\">Besichtigung der Weing\u00e4rten um den 24.06.<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#21\">Weinlese<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#22\">Wein- und Bierzapf<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#23\">Schlu\u00dfformel, Datum<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>II. Erg\u00e4nzung 1631<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#24\">Schulthei\u00dfeneid \u2013 Eidesforme<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#25\">Titel<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#26\">Einleitung<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#27\">Aus- und Einzug in die Herrschaft; B\u00fcrgergeld; Nachsteuer<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#28\">Heimburger und Geschworene<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#29\">Heimreide<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#30\">Einnahme von Geldstrafen<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#31\">Frondienst<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#32\">Weing\u00e4rten<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#33\">Alkoholkonsum<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#34\">Vereidigung von Sch\u00fctzen und H\u00fctern; Einnahme der Br\u00fcchten<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#35\">Waldfrevel, Holzernte (Brenn- und Bauholz), Wiederaufforstung, Eckertrift<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#36\">Einteilung von Wachen<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#37\">Unterst\u00fctzung der Rechtspflege durch die B\u00fcrger<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#38\">Jagd<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#39\">\u00c4nderung oder Verwerfung dieser Ordnung durch den Landesherrn<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#40\">Entlohnung der Sch\u00fctzen<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#41\">Aufschreiben der Geldstrafen<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#42\">Rechenschaft des Heimburgers u. der Geschworenen \u00fcber die Verwendung des B\u00fcrgergeldes, Wetten, etc.<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#43\">Befehl des Landesherrn, diese Ordnung einzuhalten]<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#44\">Schlu\u00dfformel, Datum<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#45\">\u00dcbermittlung dieser Ordnung an den Schulthei\u00df zu Fachbach<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#46\">B\u00fcrgereid \u2013 Eidesformel<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<hr \/>\n<h5>I. Urfassung von 1629 mit korrigiertem Datum 1631 [1. Teil]<\/h5>\n<p><strong>Ordnung der Kirchspielsgemeinde Fachbach<\/strong><\/p>\n<p><a name=\"01\"><\/a><strong>[1. Titel] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eInstruktion und Ordnung, welchergestalt mein, Damians von der Leyen, Herr zu Adendorf, M\u00fcnchweiler und Reinheim, Schulthei\u00df zu Fachbach, Nievern und Miellen in Vertretung seines Amts und obliegenden Dienstes sich verhalten soll.\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"02\"><\/a><strong>[2. Gehorsam, Unparteilichkeit des Schulthei\u00dfen] <\/strong><\/p>\n<p>Zum Ersten soll der Schulthei\u00df \u201eeidlich angeloben und schw\u00f6ren\u201c<\/p>\n<ul>\n<li>dem Landesherrn \u201etreu und hold\u201c sein,<\/li>\n<li>Bestes zu bef\u00f6rdern, \u00c4rgstes abzuwenden<\/li>\n<li>was befohlen und k\u00fcnftig angeordnet wird, zu vollziehen<\/li>\n<li>im Gericht Parteilichkeit zu vermeiden<\/li>\n<li>da\u00df jeder schnell sein Recht erlangt nach \u00e4u\u00dferstem Verm\u00f6gen anzustreben<\/li>\n<li>keine unzul\u00e4ssige Pfandkehrung zuzulassen, besonders wenn Schulden vorhanden sind<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p><a name=\"03\"><\/a><strong>[3. Besetzung des Gerichts] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch soll er nicht zulassen, da\u00df unter den Gerichtspersonen zwei Br\u00fcder zugleich Sch\u00f6ffen sind und auch sonst das Gericht nicht mit Leuten in naher Blutsverwandtschaft, Schwagerschaft oder Freundschaft besetzt wird.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"04\"><\/a><strong>[4. Keine Annahme von Geschenken] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberdies soll er von den streitenden Parteien oder aus anderen Gr\u00fcnden keine Geschenke, Giften oder Gaben annehmen, noch andere beauftragen, die Untertanen mit dergleichem zu belasten, sondern sich mit den gew\u00f6hnlichen Gerichtsgef\u00e4llen beg\u00fcgen<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"05\"><\/a><strong>[5. Erhaltung der Grenzmarken] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit \u00e4u\u00dferstem Flei\u00df soll der Schulthei\u00df dar\u00fcber Aufsicht haben, da\u00df alle \u201ehohen und niederen Gerechtigkeiten\u201c, Gr\u00e4nzen, Pf\u00e4hle und Hecken von Vogtei und Gericht der drei D\u00f6rfer Fachbach, Nievern und Miellen gem\u00e4\u00df dem Weistum von 1402 erhalten werden, kein Einwohner entgegen das ordentliche Recht Nachteil erleide und zu diesem Zweck jedes zweite, sp\u00e4testens aber jedes dritte Jahr die Grenzen abgehen und jedem verk\u00fcnden, an welchem Ort sich das herrschaftliche Gebiet von dem benachbarten trennt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"06\"><\/a><strong>[6. Abwehr von Eindringlingen im herrschaftlichen Territorium] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleichfalls soll er keinen Eingriff zum Nachteil der Obrigkeit, es sei durch Pf\u00e4nden, Fischen, Jagen oder andere \u201eGewalt\u201c, gestatten und falls doch jemand \u201esich einzudringen gel\u00fcsten lie\u00dfe\u201c, soll er diesem nach bestem Verm\u00f6gen Widerstand bieten und das Vorhaben verhindern.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"07\"><\/a><strong>[7. Meldung dieser Eindringlinge an den Landesherrn bei \u00fcberforderter Situation] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn er nun unter Zuhilfenahme genannter Einwohner den Eingriff und die \u201evorgenommene Gewalt\u201c zu verhindern nicht m\u00e4chtig genug ist, soll er unverz\u00fcglich tags oder nachts das Vorkommnis mit allen Umst\u00e4nden an den Landesherrn berichten, damit dieser das Notwendige veranlasst.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"08\"><\/a><strong>[8. Einzug in die Herrschaft] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jedem gegen\u00fcber soll er an der f\u00fcr die vorgenannten Einwohner zum Besten verfassten Ordnung \u201esteif halten\u201c und besonders daran sein, da\u00df keiner, der sich von einer anderen Herrschaft nicht befreit und losgemacht hat und dies bescheinigen kann, ohne die ausdr\u00fcckliche Bewilligung des Lamdesherrn \u201ezu dem Einzug und Beiwohnung\u201c zugelassen wird<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"09\"><\/a><strong>[9. Verzeichnung derjenigen, die gegen diese Ordnung handeln] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle, die gegen diese Ordnung \u201estrafw\u00fcrdig handeln und verbrechen\u201c soll er mit Jahr, Tag und Ort, wo die \u00dcbertretung geschehen ist, verzeichnen und dieses Verzeichnis am Jahresende oder nach Gelegenheit dem Landesherrn zukommen lassen, um das Notwendige zu veranlassen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"10\"><\/a><strong>[10. Kirchenrechnung j\u00e4hrlich am 06.12.] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er soll \u201eAnmahnung tun\u201c, da\u00df die Kirchen- und Bruderrechnung auf St. Nikolaus-Tag in der Kirche zu Nievern in Anwesenheit des Herrn Pastors, Kirchenmeisters und der ganzen Gemeinde \u201e\u00f6ffentlich abgelesen und gehalten\u201c wird und dem zuk\u00fcnftigen Kirchenmeister den [nicht in die aktuelle Rechnung aufgenommenen] Vorrat bekannt machen, damit er diesen in seiner [zu erstellenden] Rechnung als Empfang verbucht.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"11\"><\/a><strong>[11. Send j\u00e4hrlich am 24.02.] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eZu Verh\u00fctung alles gottesl\u00e4sterlichen Lebens\u201c soll er bei dem Herrn Pastor und den Sendsch\u00f6ffen anregen, den Send gem\u00e4\u00df der beiliegenden Sendordnung j\u00e4hrlich auf St. Matthias (24.02.) in der Fastenzeit zu halten und [dort alles das vorbringen], was als strafbar angesehen und [an daraus resultierender Strafe] ohne etwas zur\u00fcckzuhalten, eingenommen wurde.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"12\"><\/a><strong>[12. Verbot von Holz- und Futterverkauf; Waldfrevel; vernachl\u00e4ssigte Feld-bewirtschaftung und Viehzucht] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil auch festgestellt wurde und die Tat selbst es bezeugt, da\u00df durch \u201eAbhauen\u201c und Verw\u00fcsten der W\u00e4lder, \u201eAbf\u00fchren\u201c des Futters wie Heu, Stoh sich die Viehzucht verringert hat, \u00c4cker und Weing\u00e4rten \u201edie Besserung entzogen\u201c wurde und deswegen Mi\u00dfernten [\u201eMi\u00dfwachs\u201c] entstanden sind und \u201edie Leute sich auch und ihre Nachkommen verderben\u201c, deswegen soll der Schulthei\u00df mit Ernst daran sein, da\u00df aus den genannten D\u00f6rfern und dem Gericht Fachbach in Zukunft kein Brand- oder Bauholz, Heu oder Stroh verkauft und ausgef\u00fchrt wird und die Nachen mit Holz und Stroh derjenigen, \u201edie mutwillig dagegen verbrechen\u201c, anhalten und erst auf Bewilligung des Landesherrn wiedergegeben.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"13\"><\/a><strong>[13. Gleichheit bei Fronarbeit] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schulthei\u00df soll Aufsicht haben, da\u00df bei der Fronarbeit Gleichheit herrscht und keiner mehr als der andere damit belastet werde, arme Witwen und Waisen so oft wie m\u00f6glich verschont bleiben, ansonsten jeder seiner Arbeit im Feld und in den Weing\u00e4rten \u201eflei\u00dfig obliege\u201c, die Driesche \u00fcberall gerodet und so viel wie m\u00f6glich davon wieder \u201ein Bau\u201c gebracht werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"14\"><\/a><strong>[14. Nur je 1 Handwerksberuf in der Herrschaft zugelassen] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil \u201edurch die Mannigfaltigkeit des Auf- und Abfahrens\u201c der Kaufmanschaften und der Handwerker die Bestellung der Felder und Weing\u00e4rten vernachl\u00e4ssigt wird, sollen in Zukunft nur noch ein Schmied, ein Zimmermann, ein Maurer, ein Schuster, ein Schneider und ein Fa\u00dfbinder \u201ein mehrgedachten D\u00f6rfern sich h\u00e4uslich aufzuhalten\u201c zugelassen werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"15\"><\/a><strong>[15. Unterst\u00fctzung des Kellners durch den Schulthei\u00dfen] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Empfang der j\u00e4hrlichen Einkommen und Gef\u00e4lle soll der Schulthei\u00df dem Kellner, den der Landesherr bestimmen wird, \u201edie Hand bieten und f\u00f6rderlich sein\u201c.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"16\"><\/a><strong>[16. Witwen, Waisen, Vorm\u00fcnder] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ferner soll er ernsthaft daf\u00fcr sorgen, da\u00df Witwen und Waisen gleich behandelt und die unm\u00fcndigen Kinder durch ihre Vorm\u00fcnder nicht benachteiligt werden und diese Vorm\u00fcnder ihren Pflegekindern \u201egeb\u00fchrliche Rechnung und reliqua unverweigerlich tun\u201c. [Richtige Abrechnung zwischen Vorm\u00fcndern und Pflegekindern; <em>reliqua<\/em> = \u201eR\u00fcckstand\u201c, meint vielleicht Schulden]<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"17\"><\/a><strong>[17. Kein Hausabri\u00df ohne Erlaubnis des Landesherrn] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ferner soll er besondere Aufsicht dar\u00fcber haben, da\u00df keine H\u00e4user oder Geb\u00e4ude ohne die ausdr\u00fcckliche und schriftliche Erlaubnis des Landesherrn abgebrochen und ver\u00e4u\u00dfert werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"18\"><\/a><strong>[18. Instandsetzen der Geb\u00e4ude] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ferner sollen diejenigen, die ihre Geb\u00e4ude vernachl\u00e4ssigen und verfallen lassen, diese in einer dazu bestimmten Zeit wieder instandzusetzen bei Strafandrohung angehalten werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"19\"><\/a><strong>[19. Zehntbeaufsichtigung] <\/strong><\/p>\n<p>Ferner soll er den Zehnt beaufsichtigen, damit besonder die Trauben richtig eingebracht werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"20\"><\/a><strong>[20. Besichtigung der Weing\u00e4rten um den 24.06.] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ferner soll er alle Weing\u00e4rten um St. Johannis Baptistae (24.06.), wie an Rhein und Mosel \u00fcblich, besichtigen lassen. Dies soll durch ein Gericht, Sendsch\u00f6ffen und im Beisein des Schulthei\u00dfen geschehen \u201ezu Verh\u00fctung der schweren Kosten\u201c.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"21\"><\/a><strong>[21. Weinlese] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ferner soll er daf\u00fcr sorgen, da\u00df die Weinlese im Herbst nicht gleich an einem Tag, sondern unterschiedlich \u201enach Gelegenheit des Herbst\u201c stattfindet, \u201edamit ein jeder des seinigen gew\u00e4rtig sein k\u00f6nne\u201c.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"22\"><\/a><strong>[22. Wein- und Bierzapf] <\/strong><\/p>\n<p>Ferner soll er Aufsicht dar\u00fcber haben, da\u00df der Wein nach Herkommen gezapft, \u201egek\u00fcrt\u201c [verkostet], auf einen guten Wert gesch\u00e4tzt und von diesem die geh\u00f6rige Akzise bezahlt wird, wie auch vom Bier, das im Kirchspiel durch die Wirte verzapft wird.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"23\"><\/a><strong>[23. Schlu\u00dfformel, Datum] <\/strong><\/p>\n<p>\u201eLetztlich alles das tun und lassen, was einem ehrliebenden Mann wohl ansteht, auch tragenden Amts wegen geziemt.\u201c<\/p>\n<p>Gezeichnet, den 14. Januar 1631<\/p>\n<hr \/>\n<h5>II. Erg\u00e4nzung von 1631 [2. Teil]<\/h5>\n<p><a name=\"24\"><\/a><strong>[1. Schulthei\u00dfeneid \u2013 Eidesformel] <\/strong><\/p>\n<p>Ich, N., gelobe und schw\u00f6re, da\u00df ich<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">meinem einzigen Herrn Damian von der Leyen und dessen Nachkommen treu und hold sein,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u00c4rgstes abwenden, Bestes aber bef\u00f6rdern,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">was mir jetzt befohlen oder k\u00fcnftig auferlegt wird, das alles gehorsam vollziehen,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">einem jeden gleich und recht widerfahren,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">durch keine Freund-, Verwandtschaft, Geschenke, Giften oder Gaben oder andere Ursachen, wie es eines Menschen Herz erdenken m\u00f6chte, sich behindern noch abhalten lassen<\/li>\n<\/ul>\n<p>wolle, so war mir Gott und sein heiliges Evangelium hilft.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"25\"><\/a><strong>[2. Titel] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eOrdnungen wie es um mein, Damian von der Leyen, Herrn zu Adendorf, M\u00fcnchweiler und Reinheim, im Gebiet Fachbach, Nievern und Miellen hernachmals gehalten werden soll.\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"26\"><\/a><strong>[3. Einleitung]<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNachdem gemel(de)ter D\u00f6rfer und darein wohnender Untertanen, Nutz, Wohlfahrt, Aufkommen und Gedeihen wir billig gern sehen wollten, damit dann die gemeine Wohlfahrt desto ba\u00df bef\u00f6rdert, ein jeder sich gleichen Rechten zu erfreuen, soll es fortan wie nachfolget gehalten wrerden.\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"27\"><\/a><strong>[4. Aus- und Einzug in die Herrschaft; B\u00fcrgergeld; Nachsteuer] <\/strong><\/p>\n<p><strong>[4.1 Kein Einzug in die Herrschaft ohne Erlaubnis des Landesherrn] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kein Ausl\u00e4ndischer oder Einheimischer soll sich ohne Vorwissen und Erlaubnis des Damian von der Leyen, seiner Nachkommen oder deren hinterlassenen Anweisung in den vorgenannten D\u00f6rfern, verehelichen, \u201ebestatten\u201c [ans\u00e4ssig werden] oder einziehen, bei Strafe und Ausweisung aus diesen D\u00f6rfern im andern Fall<\/p>\n<p><strong>[4.2 Drei Gulden B\u00fcrgergeld bei Einzug durch Einheiratung in die Herrschaft] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur F\u00f6rderung der Obliegenheiten der genannten D\u00f6rfer und ihrer Gemeinden und insbes. zu Erhaltung der Geb\u00e4ude, sollen ausl\u00e4ndische M\u00e4nner und Frauen, wenn sie sich in den vorgenannten D\u00f6rfern mit einem Einwohner oder Einwohnerin verehelichen, drei Gulden f\u00fcr ihr B\u00fcrgerrecht als B\u00fcrgergeld entrichten<\/p>\n<p><strong>[4.3 Bescheinigung der Einziehenden \u00fcber Ablegung der alten Leibeigenschaft] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn sich nun Ausl\u00e4ndische in den genannten D\u00f6rfern niederlassen \u201eund daselbst ihre h\u00e4usliche Wohnung nehmen wollen\u201c, sollen sie sich zuerst von der Leibeigenschaft des vorherigen Herren befreien, \u201eledig machen\u201c, dieses auch schriftlich dokumentiert haben und schlie\u00dflich mit Erlaubnis des Landesherrn und seiner Nachkommen einziehen, bei Strafe und Ausweisung aus diesen D\u00f6rfern im andern Fall<\/p>\n<p><strong>[4.4 Sechs Gulden B\u00fcrgergeld bei Einzug in die Herrschaft]<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese so mit Erlaubnis zugelassenen und eingezogenen Ausl\u00e4nder sollen sechs Gulden B\u00fcrgergeld zahlen und wie andere B\u00fcrger dem Landesherrn treu und hold zu sein \u201eangeloben und schw\u00f6ren\u201c.<\/p>\n<p><strong>[4.5. Ein halber Gulden Strafe bei Nichterscheinen zum Sendtag] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle B\u00fcrger sollen sich bei Strafe eines halben Gulden am Tage des Send, den der Pastor von der Kanzel bestimmen wird, einfinden<\/p>\n<p><strong>[4.6 Acht Gulden Nachsteuer bei Auszug aus der Herrschaft] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Auzug eines B\u00fcrgers oder Einwohners aus den D\u00f6rfern Zahlung von acht Gulden \u201eNachsteuer\u201c [auch: Abzugsgeld, Abgabe bei Auszug aus dem Herrschaftsbereich]<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"28\"><\/a><strong>[5. Heimburger und Geschworene] <\/strong><\/p>\n<p><strong>[5.1 Bestimmung 1 Heimburger und 2 Geschworene jedes Jahr auf Christi Himmelfahrt] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heimburger und zwei Geschworene sollen jedes Jahr auf Himmelfahrt bestimmt werden, deren Amtsverl\u00e4ngerung \u00fcber ein Jahr hinaus beh\u00e4lt sich der Landesherr vor<\/p>\n<p><strong>[<\/strong><strong>5.2 Gehorsam der Heimburger und Geschworenen, Halten dieser Ordnung] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Heimburger und Geschworenen sollen dem Landesherrn treu und hold sein, den D\u00f6rfern und Gemeinden \u201ebesten Fleisses\u201c vorstehen und deren Nutzen \u201ebef\u00f6rdern\u201c sowie die getreue Einhaltung dieser Ordnung \u201ehulden\u201c [geloben] und schw\u00f6ren<\/p>\n<p><strong>[5.3 J\u00e4hrlicher Bericht des Heimburgers und der Geschworenen an den Landesherrn \u00fcber die allgemeine Entwicklung in den D\u00f6rfern] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs sollen auch ermelte Geschworene und Heimburger alle Jahrs mir in Beisein deren dazu Verordneten der D\u00f6rfer Mitkommen treulich und ohne alle Gef\u00e4hrde [Arglist] vernehmen, wohin alles angewendet, gute und flei\u00dfliche Nachricht geben.\u201c<\/p>\n<p><strong>[5.4 Gehorsam der B\u00fcrger gegen\u00fcber Heimburger und Geschworenen] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder B\u00fcrger und jede B\u00fcrgerin, deren Gesinde oder Einwohner genannter D\u00f6rfer sollen dem ihnen vorgesetzen Heimburger oder den Geschworenen in allem, was diese den gemeinen Nutzen oder Angelegenheiten der B\u00fcrger betreffend befehlen werden, bei Strafe von 1 Gulden jederzeit Gehorsam leisten.<\/p>\n<p><strong>[5.5 Mitwirkung des Schulthei\u00dfen<\/strong><strong>]<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ansonsten sollen auch alle gemeinen Sachen mit Rat und Zutun eines zeitlichen Schulthei\u00dfen oder deren \u201eStatthaltern\u201c vorgenommen und ins Werk gesetzt werden.<\/p>\n<p><strong>[5.6 Interessenkonflikt zwischen Heimburger\/Geschworenen und Gemeinde] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00fcrde es sich zutragen, da\u00df Heimburger und Geschworene etwas beschlie\u00dfen, was sie f\u00fcr die Gemeinde n\u00fctzlich und dienlich ans\u00e4hen, die Gemeinde hierin aber anderer Meinung w\u00e4re und deswegen mit ihnen nicht \u00fcbereink\u00e4men, soll die Sache mit allen Meinungen und Umst\u00e4nden an den Landesherrn gelangen, der dann entscheidet.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"29\"><\/a><strong>[6. Heimreide] <\/strong><\/p>\n<p><strong>[6.1 Erscheinen der B\u00fcrger beim L\u00e4uten der Glocke] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sobald auf Befehl des Landesherrn, des Heimburgers oder der Geschworenen zur Heimreide gel\u00e4utet wird, soll jeder B\u00fcrger, der den Glockenschall vernimmt, pers\u00f6nlich an der Heimreide erscheinen und selbst h\u00f6ren, was angezeigt wird bei Strafe von 6 alb.<\/p>\n<p><strong>[6.2 Ersatzesweises Erscheinen der Ehefrau] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollte der eine oder andere nicht selbst an der Heimreide erscheinen k\u00f6nnen, kann er seine Frau schicken, die ihm dann berichtet, bei Strafe von 6 alb.<\/p>\n<p><strong>[6.3 Erscheinen der Ehefrau als T\u00e4uschung] <\/strong><\/p>\n<p>Sollte jemand seine Ehefrau schicken, obwohl er selbst erscheinen k\u00f6nnte, zahlt er \u00bd Gulden Strafe<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"30\"><\/a><strong>[7. Einnahme von Geldstrafen] <\/strong><\/p>\n<p><strong>[7.1 Gewissenhafte Erfassung durch Heimburger und Geschworene] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heimburger und Geschworene sollen hier\u00fcber \u201eflei\u00dfige Achtung\u201c haben, den Betrug der Ungehorsamen nicht \u00fcbersehen, die verschuldete Strafe einnehmen und falls n\u00f6tig einen ersatzweisen Pfand daf\u00fcr nehmen; w\u00e4re der Pfand aber mehr wert als die verschuldete Strafe, ist dieser ohne Zur\u00fcckhaltung dem Gepf\u00e4ndeten wiederzugeben.<\/p>\n<p><strong>[7.2 Nachl\u00e4ssigkeit der Heimburger und Geschworenen] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber soll gute Richtigkeit gehalten werden [voriger Punkt] und falls Heimburger und Geschworene einen Ungehorsam \u00fcbersehen und somit nicht bestrafen w\u00fcrden, dann soll der Heimburger oder Geschworene (je nachdem wer sich schuldig macht) einen Gulden geben und \u201enicht destoweniger der Strafbaren zur Geb\u00fchr angehalten werden\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"31\"><\/a><strong>[8. Frondienst] <\/strong><\/p>\n<p><strong>[8.1 L\u00e4uten der Arbeitsglocke durch den Heimburger] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn \u201egemeine Arbeit\u201c vorhanden ist, zu der die ganze Gemeinde aufgerufen ist, soll dies der Heimburger durch L\u00e4uten der Glocke zuvor verk\u00fcnden, Zeit und Ort anzeigen und jedem auferlegen, sich nach nochmaligem L\u00e4uten der Glocke mit der zu der Arbeit \u201en\u00f6tigen Breitschaft\u201c einzufinden.<\/p>\n<p><strong>[8.2 Strafe bei Zusp\u00e4tkommen, Ersatzarbeiter, Untaugliche] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach gel\u00e4uteter Arbeitsglocke \u201esoll ein jeder sich stracks zu der angezeigten Arbeit einstellen\u201c, max. eine halbe Stunde nach erfolgtem L\u00e4uten an dem genannten Ort erscheinen oder 2 alb. Strafe zahlen. Bliebe aber einer nach dem L\u00e4uten l\u00e4nger als eine Stunde fern, soll er 3 alb. entrichten. Die Ehefrau eines Nichteinheimischen soll sich zur Arbeit einfinden, sofern sie dazu in der Lage ist odere andere Nachbarn oder Dienstboten, die f\u00fcr sie arbeiten, benennen. Heimburger und Geschworene sollen nur die zur Arbeit eingeteilten zulassen und nicht solche, die f\u00fcr solche arbeiten w\u00fcrden. Sie sollen die Untauglichen abweisen und von diesen 6 alb. Zahlen lassen.<\/p>\n<p><strong>[8.3 Vollz\u00e4hligkeit, Strafe bei Ausbleiben] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der \u201egemeinen Arbeit\u201c soll keiner \u00fcbersehen werden, damit nicht aus der Arbeit f\u00fcr einen Tag, den Gehorsamen zwei Tage abgefordert wird. Deswegen sollen auch von den Ausbleibenden 9 alb. Strafe eingefordert werden.<\/p>\n<p><strong>[8.4 nur einzelne Personen] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werden zu \u201egemeiner Arbeit\u201c nicht alle B\u00fcrger, sondern nur einige Personen gebraucht, sollen Heimburger und Geschworene aufpassen, da\u00df die Arbeitseinteilung unter den Leuten \u201erichtig umgeht, keiner mehr als der andere beschwert und zur Fohn angehalten werde\u201c, d. h. wenn der letzte B\u00fcrger an der Reihe war, so soll der erste in der Ordnung wieder anfangen.<\/p>\n<p><strong>[8.5 Arbeitsbeginn und \u2013ende] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei diesen Arbeiten soll jeder, sobald morgens die Fr\u00fchglocke l\u00e4utet, sich zur Arbeit begeben und nicht davon abgehen, bis die Abendglocke gel\u00e4utet wird, bei Strafe von 2 alb.<\/p>\n<p><strong>[8.6 Pausen] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit auch deswegen gute Richtigkeit gehalten wird, wird einem jeden zur Suppe eine halbe Stunde, zu Mittag eine Stunde und zum \u201eUnterbrot\u201c eine halbe Stunde zugestanden, bei Strafe von 2 alb.<\/p>\n<p><strong>[8.7 Pferdefron] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genauso soll es auch mit der Pferdefron gehalten werden und die Heimburger sollen Aufsicht dar\u00fcber haben, da\u00df sie ihre Fron \u201eflei\u00dfig verrichten\u201c und sie im Fall des Ungehorsams zur Zahlung eines halben Guldens anhalten.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"32\"><\/a><strong>[9. Weing\u00e4rten] <\/strong><\/p>\n<p><strong>[9.1 Besichtigung und Rekultivierung] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da es augenscheinlich ist, da\u00df die Weing\u00e4rten \u201ezum Verderb der B\u00fcrger teils ungebaut liegen bleiben, andere aus Mangel geb\u00fchrlicher Bearbeitung g\u00e4nzlich in Untergang geraten\u201c, sollen jedes Jahr im Sommer die Weing\u00e4rten durch das Gericht besichtigt werden, die Driesche sollen gerodet und wieder zu Weing\u00e4rten gemacht werden und im Fall, da die gerichtliche Warnung in den Wind geschlagen w\u00fcrde, die Verantwortlichen mit geb\u00fchrender Strafe belegt werden.<\/p>\n<p><strong>[9.2 Rodung der Driesche] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit die Driesche \u201eausgerodet\u201c und wieder zu Weing\u00e4rten gemacht werden, wird hiermit jedem B\u00fcrger auferlegt, jedes Jahr im Winter 400 St\u00fcck zu roden und bei gelegener Zeit von Neuem zu roden. Die S\u00e4umigen soll der Schulthei\u00df bei der oben genannten gerichtlichen Besichtigung der Weing\u00e4rten anbringen, die Strafe einsammeln und entweder dem Landesherrn oder Kellner j\u00e4hrlich in die Rechnung einbringen und verrechnen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"33\"><\/a><strong>[10. Alkoholkonsum] <\/strong><\/p>\n<p><strong>[10.1 Strafen bei Verwundung, Schl\u00e4gerei und Beleidigung nach \u201eSchenkgelagen\u201c] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eZu Erhalt friedlicher und b\u00fcrgerlicher Beiwohnung\u201c soll sich bei \u201eSchenkgelagen\u201c \u201eein jeder Zucht und Ehrbarkeit gebrauchen\u201c und im Fall, da einer den anderen verwunden w\u00fcrde, soll derjenige mit 3 Gulden gestraft werden. Falls einer den andern mit F\u00e4usten oder einem Pr\u00fcgel schlagen w\u00fcrde, erleidet dieser 1 \u00bd Gulden Strafe. Derjenige, \u201edie sich Scheltworten und anderer unn\u00fctzer Reden gebrauchen\u201c sollen um 1 Gulden gestraft werden.<\/p>\n<p><strong>[10.2 Sperrstunde] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ferner soll sich keiner mehr nach 9 Uhr abends in den Wirtsh\u00e4usern finden lassen, die Wirte auch danach <em>Glachs<\/em> l\u00e4uten sollen und kein Wein oder Bier mehr zapfen, ansonsten zahlt der Gast 1 Gulden, der Wirt 2 Gulden Strafe. Der Landesherr beh\u00e4lt sich vor, die \u00dcbelt\u00e4ter nach Ausma\u00df der Tat selber zu bestrafen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"34\"><\/a><strong>[11. Vereidigung von Sch\u00fctzen und H\u00fctern; Einnahme der Br\u00fcchten] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleichfalls sollen jedes Jahr an Christi Himmelfahrt vier Sch\u00fctzen und vier H\u00fcter und in der Herbstzeit einige \u201eheimliche\u201c Sch\u00fctzen angesetzt und dem alten Herbringen gem\u00e4\u00df vereidigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese sollen ihre G\u00e4nge Tag und Nacht \u201eflei\u00dfig verrichten\u201c und es bei Strafe eines \u00bd Gulden mit Abnahme und Einbringen der R\u00fcgen (<em>Rohen<\/em>) halten wie folgt<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">von allen vierf\u00fc\u00dfigen Tieren, die Schaden verursachen 1 alb<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">von einem Pferd oder einer Kuh, die in den Weing\u00e4rten oder der Feldfrucht gefunden wird, sollen 2 alb. entrichtet und dem Gesch\u00e4digten der erlittene Schaden ersetzt werden<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">ferner in Wiesen und Hecken die H\u00e4lfte<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">f\u00fcr eine Kuh, die in jungen Hecken, die drei Jahre nicht gestutzt [\u201egehauen\u201c] wurden, angetroffen wird, soll 1 Gulden gezahlt werden<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">ferner f\u00fcr ein Schwein, \u201ees werde ger\u00fcgt (<em>gerohet<\/em>), wo es wolle\u201c 1 alb.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">ferner f\u00fcr eine Schafherde in der Feldfrucht oder in Hecken 12 alb<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">ferner f\u00fcr eine Schafherde, welche in jungen Hecken, die noch nicht drei Jahre alt sind, angetroffen wird, 1 Gulden<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">ferner eine <em>Kreuter oder Steupffersche<\/em>, die auf dem gemeinen Weg ertappt wird, 6 alb.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">ferner wenn solche in W\u00e4lder und Hecken ertappt werden, die nicht ihnen geh\u00f6ren, 18 alb.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">ferner diejenigen, die die Z\u00e4une zerbrechen und das Holz wegschleifen, 1 Gulden<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ferner soll keiner Holz von den Z\u00e4unen tragen oder brechen, au\u00dfer, da\u00df sie repariert [\u201egemacht\u201c] werden<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"35\"><\/a><strong>[12. Waldfrevel, Holzernte (Brenn- und Bauholz), Wiederaufforstung, Eckertrift] <\/strong><\/p>\n<p><strong>[12.1 Unerlaubtes F\u00e4llen der B\u00e4ume] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Falls einer im Wald [\u201eGew\u00e4lde\u201c] ertappt wird, egal ob einheimisch oder ausl\u00e4ndisch, oder gr\u00fcnes Holz in den H\u00e4usern gefunden w\u00fcrde, das ein \u201eErdstamm\u201c gewesen war und \u00fcber der Erde abgehauen wurde, dann sollen die Verantwortlichen vom Landesherrn gestraft werden, wie auch diejenigen, die fruchtbare B\u00e4ume f\u00e4llen.<\/p>\n<p><strong>[12.2 Festhalten ausl\u00e4ndischer Waldfrevler durch die Sch\u00fctzen] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sch\u00fctzen sollen die Pferde und Wagen der Ausl\u00e4ndischen, die in der gleichen Angelegenheit ertappt werden, oder [einzelne] Personen anhalten, zum Schulthei\u00dfen f\u00fchren, wo die R\u00fcge\u00a0(<em>Rohe<\/em>) nach Ma\u00dfgabe der begangenen \u00dcbertretung zu entrichten ist.<\/p>\n<p><strong>[12.3 Festhalten ausl\u00e4ndischer Waldfrevler durch die B\u00fcrger]<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Falls einige Ausl\u00e4ndische inner- oder au\u00dferhalb des Waldes [\u201eGew\u00e4ldes\u201c] Holz f\u00e4llen [\u201eabhauen\u201c] oder gef\u00e4llt h\u00e4tten, wird jedem B\u00fcrger bei seinem Eid auferlegt, dieselben mit einer Geldbu\u00dfe zu belegen und diese an den Schulthei\u00dfen abzuliefern.<\/p>\n<p><strong>[12.4 Waldfrevel durch Einheimische] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Falls ein Einheimischer im Wald angetroffen w\u00fcrde, um dort Schaden anzurichten, soll er dem Schulthei\u00dfen gemeldet und zur Zahlung [der Strafe] angehalten werden.<\/p>\n<p><strong>[12.5 Meldung an den Heimburger bei Unm\u00f6glichkeit des Einzelnen einen Waldfrevler festzuhalten] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4ren nun keine Pferde, Geschirr und ersatzweiser Pfand [anstatt einer Geldstrafe] beim dem T\u00e4ter zu finden oder derjenige, den den T\u00e4ter ertappt hat w\u00e4re zu schwach, ihn anzuhalten, dann soll dieser dem Heimburger den Vorfall berichten und ihm den Namens des T\u00e4ters, wenn er ihn erkennt hat, nennen.<\/p>\n<p><strong>[12.6 Verhalten des Heimburgers bei Zahlungsverweigerung des Waldfrevlers] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Heimburger soll den angezeigten \u00dcbertreter zur Zahlung [\u201eAbtrag\u201c] auffordern und wenn dieser sich weigern sollte, soll er dem Landesherrn den Vorfall melden, um das weiter Erforderliche [\u201eNotdurft\u201c] anzuordnen.<\/p>\n<p><strong>[12.7 Freies Brennholz] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ansonsten ist es jedem B\u00fcrger und Einwohner vorgenannter D\u00f6rfer freigelassen, d\u00fcrres und unbedenkliches Holz f\u00fcr seinen eigenen Brennholzbedarf aus dem Wald zu holen; es sollen aber alle Windbr\u00fcche und umgefallene B\u00e4ume ohne Erlaubnis und Wissen des Landesherrn \u201enicht abgef\u00fchrt, noch verbraucht werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>[12.8 Zuweisung von Bauholz] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollte aber jemand bauen wollen, soll er sich bei den zust\u00e4ndigen Geschworenen melden, sein Bauvorhaben vorbringen und sich durch den \u201egemeinen Holzgeber\u201c das ben\u00f6tigte Holz [im Wald] zuweisen lassen.<\/p>\n<p><strong>[12.9 Wiederaufforstung durch die Bauholznutzer mit drei Eichensetzlingen, Wachstumsgarantie f\u00fcr drei Jahre] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andererseits sollen sie [die Bauholz anfordern] im Januar oder auf Aschermittwoch, wenn es das Wetter zul\u00e4sst, oder durch einen festgesetzten Zeitpunkt durch den Heimburger, bei dem sie Bescheid einzuholen haben, drei junge Eichenb\u00e4ume setzen, f\u00fcr diese drei Jahre Wachstum garantieren (\u201ein das dritte Laub liefern\u201c) und so versorgen, da\u00df kein Verbiss durch das Vieh stattfindet (\u201evon dem Vieh unbesch\u00e4digt bleiben\u201c).<\/p>\n<p><strong>[12.10 Wiederaufforstung bei schlechtem Wetter] <\/strong><\/p>\n<p>Sollte das Wetter so schlecht sein, da\u00df die B\u00e4ume nicht gesetzt werden k\u00f6nnen, soll im folgenden Jahr doppelt gepflanzt werden.<\/p>\n<p><strong>[12.11 Strafe f\u00fcr jeden nicht gesetzten Baum] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derjenige, der ungehorsam wegbleibt und seine B\u00e4ume zur genannten Zeit nicht setzt, soll f\u00fcr jeden ungepflantzten oder [dem Heimburger] unbekannten Baum einen halben Gulden Strafe zahlen.<\/p>\n<p><strong>[12.12 Eckertrift] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Gott [Buch-]eckern beschert, soll das vom Schulthei\u00dfen oder von einen durch den Landesherrn Angeordneten und den Gerichtspersonen besichtigt werden und dem Landesherrn noch vor irgendeinem Viehauftrieb gemeldet werden, wie man die Sache beurteilt und wieviele Schweine f\u00fcr den Auftrieb n\u00f6tig sind, damit dieser das Richtige anordnen kann.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"36\"><\/a><strong>[13. Einteilung von Wachen] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abh\u00e4ngig von Zeiten des Friedens, von Unruhen, der Ernte und des Herbsts [meint hier evtl. Weinlese] sollen die B\u00fcrger und Einwohner mit Rat des Schulthei\u00dfen, des Heimburgers und der Geschworenen zu Wachen eingeteilt werden; keiner soll sich bei Strafandrohung von der Wacht entfernen und bei Erfordern hierzu gehorsam einfinden und verwenden lassen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"37\"><\/a><strong>[14. Unterst\u00fctzung der Rechtspflege durch die B\u00fcrger] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gemeinde und B\u00fcrger sollen zur Aus\u00fcbung des Rechts und der \u201eheilsamen Justitien\u201c auf Anregung und Forderung durch den Schulthei\u00dfen \u201ealle unbillige Gewalt abschaffen\u201c, Totschl\u00e4ger, Diebe und andere \u00dcbelt\u00e4ter ergreifen und in Haft bringen und im Notfall dem Geflohen nacheilen helfen, soweit sich das herrschaftliche Territorium [\u201eGebiet\u201c] erstreckt<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"38\"><\/a><strong>[15. Jagd] <\/strong><\/p>\n<p><strong>[15.1 Mithilfe der B\u00fcrger bei der Jagd] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Aufrechterhaltung der Jagdgerechtigkeit im herrschaftlichen Territorium [\u201eGebiet\u201c] sollen alle B\u00fcrger und Einwohner auf Befehl des Landesherrn, verk\u00fcndet durch dessen Diener oder J\u00e4ger, gehorsam zum genannten Zeitpunkt erscheinen, jeder \u201eseine Stelle und Ort treulich vertreten\u201c, damit nicht aus der Arbeit eines Tages Arbeit f\u00fcr zwei Tage erw\u00e4chst und andere Vernachl\u00e4ssigung des [gejagten] Wilds geschieht, bei Strafe der Erstattung des Werts des vernachl\u00e4ssigten [gejagten] Wilds.<\/p>\n<p><strong>[15.2 Unerlaubtes Fernbleiben von der Jagd] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derjenige aber, der ungehorsam wegbleibt und an der Jagd nicht teilnimmt, soll daraufhin vom Heimburger mit \u00bd Gulden gestraft werden. Diese [Geld-]strafe aber soll den gehorsamen J\u00e4gern und der ganzen Gemeinde nach Gelegenheit zum Verbrauch [\u201eVerzehr\u201c] verg\u00f6nnt sein; die Ungehorsamen sollen dem Landesherrn genannt werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"39\"><\/a><strong>[16. \u00c4nderung oder Verwerfung dieser Ordnung durch den Landesherrn] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Landesherr beh\u00e4lt sich vor, diese \u201edem gemeinen Besten zum Guten bedachte Ordnung\u201c gelegentlich zu ver\u00e4ndern, verbessern oder v\u00f6llig zu verwerfen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"40\"><\/a><strong>[17. Entlohnung der Sch\u00fctzen] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Entlohnung der Sch\u00fctzen soll es gehalten werden wie von alters her, n\u00e4mlich da\u00df sie von jedem B\u00fcrger eine Garbe Korn und von jedem Fuder Wein ein Viertel zur Verg\u00fctung ihrer M\u00fche empfangen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"41\"><\/a><strong>[18. Aufschreiben der Geldstrafen] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Verhinderung \u201ealles Verschlags\u201c oder Vergessenheit der R\u00fcgen\u00a0(<em>Rohen<\/em>) soll der Heimburger mindestens zweimal im Jahr die Glocke l\u00e4uten, B\u00fcrger und Sch\u00fctzen einberufen und ihnen bei ihrem geleisteten Eid er\u00f6ffnen und mitteilen, was f\u00fcr Wald- und andere R\u00fcgen (<em>Rohen<\/em>) angefallen sind. Diese soll er dann durch den Herrn Pastor, Schulthei\u00df oder Gerichtsschreiber aufschreiben, was am Jahresende f\u00e4llig ist, berechnen, und dem Landesherrn zukommen lassen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"42\"><\/a><strong>[19. Rechenschaft des Heimburgers u. der Geschworenen \u00fcber die Verwendung des B\u00fcrgergeldes, Wetten, etc.] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letzlich sollen Heimburger und Geschworene jedes Jahr nach Weihnachten dem Landesherrn oder einer von diesem angeordneten Person, wie auch dem Schulthei\u00df, den Geschworenen und zweien aus der Gemeinde \u201emit geb\u00fchrlichem Beweis\u201c melden, was im Jahr an B\u00fcrgergeld, Wetten und R\u00fcgen\u00a0(<em>Rohen<\/em>) vereinnahmt wurde und was von dem erw\u00e4hnten B\u00fcrgergeld zum Zweck \u201edes gemeinen Nutzens\u201c ausgegeben wurde. Was an Wetten, Br\u00fcchten und R\u00fcgen (<em>Rohen<\/em>) \u00fcbrig bleibt, soll entweder dem [jedes Jahr neu gew\u00e4hlten] nachfolgenden Heimburger ausgeh\u00e4ndigt werden, damit dieser es als Einnahme in seiner [neuen] Jahresrechnung aufnehmen kann, oder dem Schulthei\u00df, sonst dem Landesherrn.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"43\"><\/a><strong>[20. Befehl des Landesherrn, diese Ordnung einzuhalten] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Vorbehalt, diese Ordnung wie bereits erw\u00e4hnt zu verbessern oder zu ver\u00e4ndern, befiehlt der Landesherr jedem Einwohner, diese Ordnung \u201estet und fest zu halten\u201c, in Anbetracht des geleisteten Eides und Vermeidung der Strafe.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"44\"><\/a><strong>[21. Schlu\u00dfformel, Datum] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Beurkundung hat der Landesherr diese Ordnung eigenh\u00e4ndig unterschrieben und mit seinem Petschaft bekr\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Gezeichnet Koblenz \u201ein der von der Leyen Hof\u201c, den 24. September 1692<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"45\"><\/a><strong>[22. \u00dcbermittlung dieser Ordnung an den Schulthei\u00df zu Fachbach] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Ordnung ist an erw\u00e4hntem Tag und Jahr dem Schulthei\u00df zu Fachbach, Nikolaus <em>Lengling<\/em>, zugestellt worden und dort auf besonderen Befehl des Landesherrn dem Gericht auszuh\u00e4ndigen und der Gemeinde j\u00e4hrlich mindestens einmal vorzulesen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"46\"><\/a><strong>[23. B\u00fcrgereid \u2013 Eidesformel] <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir, Einwohner und B\u00fcrger der drei D\u00f6rfer Fachbach, Nievern und Miellen, schw\u00f6ren und geloben, dem wohledlen, [ehren-]festen Damian von und zu der Leyen, Herr zu Adendorf, M\u00fcnchweiler und Reinheim, und desselben Nachkommen treu, hold und folgsam zu sein, vor Schaden zu warnen, [f\u00fcr] Bestes zu werben, alles dasjenige zu tun und zu lassen, was getreue Untertanen ihrem alleinigen Herren zu tun schuldig sind, wie gleichfalls der uns vorgelesenen Ordnung in allen Punkten gem\u00e4\u00df zu verhalten, so wahr uns Gott und sein heiliges Evangelium hilft.\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><b>Letztes Update: Oktober 2016<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: small;\"><b>Ralph Jackmuth<\/b><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schulthei\u00dfenordnung des Damian von der Leyen Zur \u00dcberlieferung Von der Schulthei\u00dfenordnung des Damian von der Leyen existiert ein erster Teil, datiert vom 22.09.1629, der um den Schulthei\u00dfeneid, weiteren Anweisungen und dem B\u00fcrgereid in einen zweiten Teil, datiert vom 14.01.1631, erheblich erg\u00e4nzt wurde. 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